VfB Stuttgart

Mario Gomez: "Der Bundestrainer weiß, was er an mir hat"

VfB-Stürmer Mario Gomez im Spiel gegen RB Leipzig_0
Mario Gomez wurde am Freitag von Joachim Löw für die kommenden Länderspiele nominiert. © ZVW/Danny Galm

Waiblingen.
Stuttgarts Stürmer Mario Gomez weilt gerade im Trainingslager mit der deutschen Nationalmannschaft in Eppan/Österreich. In einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung äußerte sich der 33-Jährige am Montag zu seinen WM-Chancen, seine Rolle im DFB-Team und seine neu erlangte Gelassenheit.

Gomez hat keine Angst vor einer Nicht-Nominierung

"Ich bin in Topform und versuche mich täglich anzubieten", sagt Mario Gomez gegenüber der StZ auf die Frage, wie er seine Chancen auf Einsätze bei der WM sieht. Angst, dass er noch aus dem endgültigen WM-Kader gestrichen wird, habe er nicht. "Es zeichnet doch den Leistungssport aus, dass es einen Konkurrenzkampf gibt. Das ist etwas Schönes und das spornt mich an."

Zu seiner eigenen Entwicklung sagte der VfB-Profi: "Kaum ein Trainer kennt mich so gut wie Joachim Löw. Er weiß, was er an mir hat und was er von mir bekommen kann." Der 33-Jährige wolle "auf den Punkt da sein", dafür tue er jeden Tag alles.

Mit 33 Jahren im DFB-Team der älteste Spieler

Neben der sportlichen Klasse machen den 33-Jährigen vor allem seine Erfahrung und die Ruhe, die der frischgebackene Vater auf und neben dem Platz ausstrahlt, so wertvoll. Im DFB-Team ist Gomez der älteste Spieler, eine besondere Rolle sieht er deshab jedoch nicht auf sich zukommen. "Die Nationalmannschaft lebt von ihrer Homogenität, dem Spaß und der Lebendigkeit innerhalb der Truppe. Hier ist es völlig egal, ob einer 20 oder 32 Jahre alt ist", sagte er im Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Lob für Werner und Pavard

"Timo Werner gehört die Zukunft, er kann einer der besten Stürmer der Welt werden", sagte der gebürtige Riedlinger über seinen Stürmerkollegen. Auch für Benjamin Pavard, der kürzlich in den WM-Kader der Franzosen berufen wurde, hatte der 33-Jährige warme Worte übrig. "Benjamin hat eine wahnsinnige Qualität. Ich bin mir sicher, dass er auf seine Einsätze in der Abwehrreihe der Franzosen kommen wird."

"Innere Ruhe und Gelassenheit ein jahrelanger Prozess"

Seit Mario Gomez nach der Winterpause zum VfB Stuttgart zurück gekehrt ist, strahlt er eine extreme Ruhe und Gelassenheit aus. Auf die Frage, woher dies komme, antwortete der Stürmer: "Diese innere Ruhe und Gelassenheit ist ein jahrelanger Prozess, das kommt nicht von heute auf morgen. Ich mache mir nicht mehr den Stress wie früher." Als junger Profi wolle man immer "eine perfekte Karriere hinlegen" und nehme sich das auch immer vor. "Heute bin ich so weit, dass ich nur noch im Hier und Jetzt bin. Ich kann den Moment leben und ihn genießen, auch weil ich schon so viel in meine Karriere erlebt habe", sagte der 33-Jährige.

Im Gegensatz zu früher wisse der 73-malige Nationalstürmer, dass Fußball ein tolles Spiel für die ganze Gesellschaft sei. "Die Leute können darüber diskutieren, der eine denkt so, der andere so." Jeder dürfe sagen, tun und lassen, was er wolle, meint Gomez ohne die Aussage negativ werten zu wollen. " Ich glaube, dass ich mittlerweil über den Dingen stehe, die über mich gesagt und geschrieben werden. Aber das ist ein Prozess, da muss man erstmal hinkommen."