VfB Stuttgart

Michael Reschke plädiert für Play-Offs in der Bundesliga

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VfB-Sportvorstand Michael Reschke. © ZVW/Danny Galm
Stuttgart/München

Nach der deutlichen Niederlage gegen den FC Bayern München hat sich VfB-Sportvorstand Michael Reschke am Sonntagvormittag im Fußballtalk auf Sky zur momentanen Situation beim VfB sowie zur fehlenden Spannung in der Bundesliga geäußert.

Michael Reschke über…

…die Causa Pavard

 „Wir wollten ihn auf keinen Fall abgeben“, stellt der Rheinländer nochmals klar. Man sei „nicht am Geld interessiert“ gewesen, sondern wollte den Weltmeister „vom Bleiben überzeugen“. Der Franzose sei ein wesentlicher Bestandteil der VfB-Mannschaft, den man „auch für 50 Millionen Euro nicht verkauft“ hätte. 

Dass Pavard den Bayern für 2019 bereits zugesagt haben soll, kann der 60-Jährige nicht bestätigen. Er fügt aber vielsagend an, dass Benji sich in der Bundesliga total wohl fühle. Für Reschke stehe ohnehin fest, dass der 22-jährige Innenverteidiger mal zu einem „absoluten Top-Club“ wechseln werde.

…fehlende Spannung in der Liga

Der VfB-Manager schlug erneut vor, Play-Offs unter den Top vier der Bundesliga einzuführen: „Die verantwortlichen Gremien bei der DFL müssen dieses Thema diskutieren und dürfen es nicht einfach wegwischen“, appellierte Reschke.

Reschke: "Mit einem Playoff kommt wieder ein Spannungsgehalt in die Bundesliga rein. Fakt ist, dass die Meisterfrage wieder völlig offen wäre." Als Grund für seine Überlegungen nannte Reschke vor allem die Vormachtstellung des FC Bayern in Deutschland.

"Die Dominanz der Münchner ist so stark, die werden die nächsten drei, vier Jahre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder Meister", sagte der 60-Jährige, der von 2014 bis 2017 selbst als Technischer Direktor beim FC Bayern arbeitete: "Es ist doch nur noch die Frage, ob es am 28., 29. oder 30. Spieltag passiert."

…die Euphorie der VfB-Fans

„Diese hohe Erwartungshaltung stellt für uns eine sehr große Herausforderung dar“, gab Reschke zu. Der erfahrene Mann weiß, wie tief verwurzelt der Verein mit dem roten Brustring in der Region ist: „Das Lebensgefühl der Menschen ist sehr stark von den Leistungen und Resultaten des VfB abhängig“, so Reschke.

…das Potenzial des VfB

Man dürfe nicht vergessen, dass seine Mannschaft in der furiosen Rückrunde der vergangenen Saison auch einiges an Spielglück hatte. „Der VfB befindet sich erst im zweiten Jahr nach dem Wiederaufstieg – das muss man sich immer wieder vor Augen führen“, mahnte Reschke. 

"Wir haben die Mannschaft strategisch sinnvoll verstärkt“, sagte er. „Die Neuzugänge sind alle top – es braucht aber Zeit, diese vollends zu integrieren“. Wenn ihm jemand Platz acht oder neun garantieren könnte, würde er „sofort einschlagen“, so Reschke.

…die lahmende VfB-Offensive

 „Natürlich sind wir bis dato nicht zufrieden mit unseren Leistungen“, gibt Reschke zu. Die nackte Bilanz – gerade was geschossene Tore angeht – lasse sich nicht wegdiskutieren. „Wir werden hart daran arbeiten, unsere offensiv vorhandene Qualität in Zukunft auch auf den Platz zu bekommen“.

…Trainer Tayfun Korkut

Dass es nun Kritik an der Herangehensweise des Trainers gebe, sei völlig normal, so Reschke. Er betont aber: „Die Trainerfrage stellt sich für uns überhaupt nicht“. „Ich bin mir sogar sicher, dass Tayfun von der großen Masse der VfB-Fans total respektiert wird“, sagte er.

…die Ziele des VfB

„In diesem Jahr ist das internationale Geschäft noch eine Nummer zu groß für uns“, stellte Reschke deutlich klar. Auch wenn man durch einen guten Lauf immer mal oben reinrutschen könne: „So war das bei uns in der letzten Saison der Fall“, weiß Reschke das Erreichte gut einzuordnen. 

Auf lange Sicht schiele der VfB schon nach Europa. Dabei solle dem VfB die Wucht der Fans helfen: „Das treibt uns an“, so Reschke, der sich sicher ist, dass die neuen Spieler „das Niveau des Kaders auf Strecke deutlich anheben“ werden.

…die Suche nach einem weiteren Investor

 „Wir kennen den Wunsch der Fans, dass der neue Investor möglichst aus der Region kommen soll“. Es könne aber noch ein bisschen dauern, bis etwas verkündet wird, so Reschke. Der starke Mann beim VfB sei aber „zuversichtlich, dass wir dahingehend in absehbarer Zeit etwas präsentieren können“.