VfB Stuttgart

Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart: Die trügerische Ruhe vor dem Sturm?

Geschäftsstelle VfB Stuttgart, VfB, Symbolbild
Symbolbild. © Danny Galm

Es gärt im Vorfeld der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart. Gerüchte und Unterstellungen machen die Runde, die Stimmung vor der wegweisenden Präsidentenwahl ist angespannt, aber relativ ruhig. Ist es die trügerische Ruhe vor dem Sturm? Die stillen Momente vor dem „letzten Gefecht“?

Weninger: „Es kann durchaus sein, dass noch etwas kommt“

Diese martialischen Worte wählte zuletzt Vereinsbeirat Andre Bühler. Es werde „im privaten Bereich gegraben, es wird im beruflichen Bereich gegraben – deshalb gehen wir davon aus, dass noch etwas passieren und irgendwas konstruiert wird“, sagte er im PodCannstatt mit Blick auf die aktuelle Wahlkampf-Phase. Auch der Beiratsvorsitzende Rainer Weninger will nicht ausschließen, dass im Vorfeld der Versammlung am Sonntag (18.07.) noch versucht werden wird, Stimmung zu machen.

„Eine Glaskugel habe ich nicht“, sagte Weninger im VfB-Podcast unserer Redaktion, „aber es kann durchaus sein, dass noch etwas kommt.“ Weninger betonte jedoch, dass die Kandidaten untereinander einen fairen Wahlkampf bestreiten. Und das, obwohl auf der MV wegweisende Wahlen bevorstehen.

Verleumdungen und Versuche der Beeinflussung

Zuletzt musste sich selbst Marko Schumacher, erfahrener Journalist bei Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten, gegen Verleumdungen zur Wehr setzen. „Es wird anlässlich der Präsidentenwahl beim VfB (wieder einmal) massiv versucht, meine journalistische Unabhängigkeit in Zweifel zu ziehen“, bezog er via Twitter Stellung.

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„Das geht eigentlich nicht, wundert mich aber nicht“, sagt Rainer Weninger, der schon im Zuge der gewaltigen Führungskrise erlebt hat, mit welchen Mitteln um Macht und Einfluss gerungen wird. Am Mittwoch (14.07.) machte nun auch Michael Astor, Kandidat für den Vereinsbeirat, Versuche der Beeinflussung publik.

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In den letzten Tagen und Wochen sei er von Personen kontaktiert worden. „Diese Gespräche hatten ein Ziel: mich zu instrumentalisieren und gegen unseren amtierenden Präsidenten und andere Personen im Verein aufzubringen“, erklärte Astor via Twitter. Die Identität seiner Gesprächspartner wollte er nicht enthüllen.

Präsidiums-Kandidat Riethmüller: „Wir müssen den VfB endlich neu aufstellen“ 

Nur so viel: „Diese Personen waren aber lange Zeit bei unserem VfB in Gremien vertreten.“ Waren es womöglich die im Zuge des Führungskrachs zurückgetretenen Präsisiumsmitglieder Bernd Gaiser und Rainer Mutschler? Beide waren schließlich bekennende Vogt-Kritiker. Zuspruch bekam Astor für seinen Schritt in die Öffentlichkeit derweil von Präsidiums-Kandidat Christian Riethmüller: „Wir müssen den VfB endlich neu aufstellen, und offenbar ist das ein letzter Versuch, das zu verhindern.“ 

Im Hintergrund wird mit harten Bandagen gekämpft

Die Stimmungslage vor der Mitgliederversammlung bleibt also weiter angespannt. Die Gegner des amtierenden Präsidenten sehen allem Anschein nach ihre letzte Chance, eine vierjährige Amtszeit von Claus Vogt zu verhindern. Eine offene Attacke gab es bislang allerdings noch nicht. Sogar die in der Vergangenheit eher Vogt-kritische Bild-Zeitung verhält sich fast schon verdächtig ruhig. Aber bleibt das auch so?

Die große Frage bis zum Sonntag bleibt: Was kommt da noch? Welche Schmutzgeschichten werden noch hervorgeholt, um die Wahlen zu beeinflussen? Während die Kandidaten für Präsidium, Präsidentenamt und Beirat untereinander einen sauberen Wahlkampf führen, wird im Hintergrund mit harten Bandagen um jede Stimme gekämpft. Und dabei ganz offensichtlich eine Grenze überschritten.

Wenn sich selbst Journalisten und Beiratskandidaten öffentlich gegen Unterstellungen und Gerüchte zur Wehr setzen müssen, sollte mancher Strippenzieher dringend sein eigenes Handeln und seine Einstellung überdenken. Letztlich geht es nur um Fußball und ein Ehrenamt in einem Verein. Um nicht mehr und um nicht weniger.