VfB Stuttgart

Mittendrin im Abstiegskampf: Die Sorgen beim VfB Stuttgart werden größer

Fußball VfB Stuttgart vs. DSC Arminia Bielefeld
Hängende Köpfe: Der VfB Stuttgart um Daniel Didavi verliert gegen Arminia Bielefeld mit 0:1 und befindet sich nun mitten im Abstiegskampf. © Pressefoto Baumann

Die Zeiten beim VfB Stuttgart werden düsterer. Der Druck war schon vor dem Duell mit dem Konkurrenten um den Klassenverbleib alles andere als klein, nach dem enttäuschenden und verdienten 0:1 gegen die zuvor noch sieglose Arminia aus Bielefeld ist er nochmals gewachsen. Nur noch zwei Punkte trennen den VfB vom ersten direkten Abstiegsrang der Fußball-Bundesliga. «Wir sind da angekommen, wo wir uns vor der Saison gesehen haben - im Abstiegskampf», resümierte Sven Mislintat.

Verletztenmisere wirft den VfB weit zurück

Der Sportdirektor wollte die dritte Pflichtspiel-Niederlage nacheinander unaufgeregt moderieren. Dabei sind die jüngsten Ergebnisse und Auftritte erschreckend. Die Partien beim FC Augsburg (1:4) und gegen Bielefeld boten die Chance, sich deutlich abzusetzen. Es passierte das Gegenteil. «Jetzt bist du mittendrin», räumte Mislintat ein und meinte: «Wichtig ist, dass wir bis zum Winter immer leicht über dem Strich stehen. Je mehr Spieler zurück sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Ziele erreichen.»

Die Rückschläge erklärte der 49-Jährige mit den immensen Personalproblemen. Kurzfristig waren noch der einzig verbliebene Stürmer, Hamadi Al Ghaddioui, mit einer Erkältung und Talent Naouirou Ahamada mit Achillessehnenproblemen dazugekommen. Nur die wenigsten Spieler, die Trainer Pellegrino Matarazzo aufgestellt hatte, hätten unter normalen Umständen in der Startelf gestanden.

«Wir wissen, dass die Aufgaben im Moment etwas schwieriger sind als sie sein könnten», kommentierte Mislintat. Er gab zu, dass man manches hätte besser machen können. Die Ausbeute von zehn Punkten nach elf Spielen ist nicht komplett auf die Personalnot zu schieben.

Harmlos, ideenlos und ohne Durchschlagskraft: VfB enttäuscht auf ganzer Linie

Der VfB setzt darauf, dass die Länderspielpause hilft und möglichst Viele zurückkommen. Torhüter Florian Müller soll am 20. November bei Borussia Dortmund nach seiner Corona-Infektion wieder in der Startelf stehen. Die Verteidiger Konstantinos Mavropanos und Marc Oliver Kempf sowie Al Ghaddioui, Ahamada und im Idealfall auch Omar Marmoush und Chris Führich könnten wieder Alternativen werden. Auch ein (Kurzzeit-)Comeback von Silas Katompa Mvumpa steht bevor. Angesichts der komplizierten Aufgabe beim BVB ist die Aussicht auf Punkte aber gering.

Harmlos, ideenlos und ohne Durchschlagskraft trat der VfB gegen die Arminia des in die Kritik geratenen Trainers Frank Kramer auf und ermöglichte den Ostwestfalen ihren ersten Saisonsieg. Die Gastgeber starteten zwar besser, kassierten aber den zu dem Zeitpunkt überraschenden Gegentreffer von Masaya Okugawa (19. Minute). Am Ende hätte die Niederlage angesichts mehrerer Aluminiumtreffer der Arminia sogar ebenso deutlich wie in Augsburg ausfallen können.

Matarazzo hatte zunächt mit Linksfuß Borna Sosa auf der rechten Seite experimentiert, der Kroate begann ordentlich. Die Idee mit Roberto Massimo und Daniel Didavi im Angriff blieb wirkungslos. «Im Laufe der zweiten Hälfte haben wir den Faden verloren, am Schluss hatten wir kaum mehr Struktur», räumte Matarazzo ein. Mislintat verwies darauf, dass bekannt sei, was er vom Trainer halte. Er hat Matarazzo schon vor der Saison eine Jobgarantie gegeben - unabhängig vom Verlauf.

Rund eine Stunde nach Spielende erinnerte der Sportdirektor daran, dass der Verein eine ähnliche Phase im Mai 2020 überstanden habe. Im Aufstiegskampf der 2. Liga hatten die Schwaben nach dem Corona-Restart in Wiesbaden und Kiel verloren. Mitten im Negativtrend setzte der VfB mit der Vertragsverlängerung von Matarazzo ein Zeichen - und stieg am Ende auf. «Da haben wir uns auch rausgekämpft», sagte Mislintat. Damals hatte der VfB aber keine Personalprobleme.