VfB Stuttgart

Ruhende Bälle werden immer wertvoller

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 0:4_0
Mittelfeldspieler Erik Thommy trat gegen den BVB viele Standards. Zum Erfolg führte allerdings keiner. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Die Bedeutung von Standardsituationen gewinnt im modernen Fußball immer mehr an Bedeutung. Das offenbarte sich einmal mehr bei der Weltmeisterschaft: Mit 68 Standardtoren aus 62 Spielen wurde in Russland ein neuer Rekord aufgestellt. Ruhende Bälle werden immer wertvoller und nun misst auch der VfB Stuttgart dem Thema einen höheren Stellenwert zu.

Am Dienstag stieß mit dem Ex-Profi Halil Altintop ein weiterer Individual-Trainer zum VfB-Trainerteam. Der Deutsch-Türke soll sich unter anderem um die Analyse der eigenen und der gegnerischen Standardsituationen kümmern. 

Weinzierl: "Ein Element, um Spiele zu entscheiden"

In dieser Saison waren die Stuttgarter in ihren zehn Bundesligaspielen insgesamt erst sechs Mal erfolgreich. Nach Standardsituationen noch überhaupt nicht. Dabei weiß Trainer Markus Weinzierl um deren Bedeutung: „Standards sind ein Element, um ein Spiel zu entscheiden.“ 

Schon in seinem ersten Spiel auf der VfB-Trainerbank gegen den BVB wollte Weinzierl deutlich mehr Standards sehen als beispielsweise im Heimspiel gegen den FC Bayern. Zwar hatte der VfB gegen die Borussia zahlreiche Ecken (10:2), zum Torerfolg führte aber letztlich keine. Hier soll Altintop nun Abhilfe schaffen und die Torgefahr nach VfB-Standards erhöhen.

Viele Gegentore in der Schlussviertelstunde

Aber auch der Defensivverhalten bei gegnerischen Frei- und Eckstößen soll der 35-Jährige verbessern. 24 Gegentreffer fingen sich die Stuttgarter bereits in dieser Saison. Zwar gibt es keine eklatante Stuttgarter Standardschwäche, doch beim Blick auf die Statistiken offenbart sich ein weiteres Problem der Weinzierl-Elf: die fehlende Fitness.

Keine Bundesliga-Mannschaft fing sich in der Schlussviertelstunde mehr Gegentreffer als der VfB. Sechs an der Zahl. Zum Vergleich: Mannschaften wie Gladbach oder Leipzig kassierten zwischen der 75. und der 90. Minute noch keinen Gegentreffer.

Markus Weinzierl klagte am Mittwoch in einem Interview mit der Sport Bild: „Frankfurt ist gegen uns 400 Meter mehr gesprintet und hatte 600 Meter mehr Tempoläufe. Das ist in der Summe ein Kilometer mehr mit hoher Geschwindigkeit.“ Resigniert musste er feststellen: „Wir konnten das Tempo nicht mitgehen und waren in der Intensität unterlegen.“

Zwar werden Standards heutzutage immer wertvoller, doch offenbar muss sich der VfB in der aktuellen Situation zunächst einmal auf die Grundtugenden des Spiel besinnen.