VfB Stuttgart

Sabitzers Schlenzer macht den Unterschied

Fußball Bundesliga RB Leipzig vs. VfB Stuttgart_0
Leipzigs Marcel Sabitzer (re.) entschied die Partie gegen den VfB Stuttgart mit seinem sehenswerten Schlenzer (22.). © Danny Galm

Leipzig.
Auch im fünften Auswärtsspiel der Saison gab es für den VfB Stuttgart nichts zu holen: Am Samstagmittag verlor der Aufsteiger gegen RB Leipzig knapp mit 1:0 (1:0). Leipzigs Marcel Sabitzer erzielte gegen engagierte Stuttgarter das Tor des Tages (22.). Und während der VfB auswärts weiter auf seinen ersten Punktegwinn warten muss, war es für die "Roten Bullen"  bereits der vierte Sieg in Serie.

Die knappe Pleite gegen RB Leipzig in der ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Hannes Wolf veränderte seine Startformation im Vergleich zum Last-Minute-Erfolg gegen Köln auf vier Positionen: Für Marcin Kaminski (doppelter Bänderriss im Sprunggelenk) verteidigte Benjamin Pavard hinten links in der Dreierkette. Emiliano Insua feierte in Leipzig sein Startelf-Comeback und durfte für den an der Schulter verletzten Anastasios Donis ran.

Auf dem rechten Flügel schenkte Wolf in der ausverkauften RB-Arena Takuma Asano sein Vertrauen. Auch Andreas Beck durfte wieder von Beginn an auf der rechten Abwehrseite ran. Josip Brekalo und Chadrac Akolo fanden sich zunächst auf der Bank wieder. Beide kränkelten unter der Woche. Ein Startelfeinsatz war somit keine Option.

Spielidee und Taktik

Der Blick auf die Stuttgarter Startelf offenbarte Hannes Wolfs Matchplan gegen die offensivstarken „Roten Bullen“: Sieben Stuttgarter (exklusiv Keeper Zieler) waren gelernte Defensivspieler. Die Null sollte so lange wie möglich stehen. Ziel war es, die Räume eng zu machen und kompakt gegen den Ball zu arbeiten.

Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Zentrum. Nach der frühen Verletzung von Dennis Aogo (10.) wurde aus dem 3-4-2-1 ein 5-3-2 mit drei Sechsern (Burnic, Ascacibar und Mangala). So sollte das Zentrum dicht gemacht und auf diese Weise Druck von der Abwehr genommen werden.

Spielverlauf kompakt

Das Spieltempo und die Intensität waren vom Anpfiff weg hoch. Nach dem frühen verletzungsbedingten Wechsel (Burnic für Aogo) erhöhten die „Bullen“ den Druck auf die Stuttgarter Defensive und gingen durch einen sehenswerten Sabitzer-Schlenzer in Führung (22.). Der Aufsteiger verteidigte in der ersten Hälfte über weite Strecken organisiert und gut. Was fehlte, war Entlastung durch den ein oder anderen Konter.

Direkt nach der Pause hatte Asano nach Zuspiel von Burnic die erste Chance für die Stuttgarter (50.). Nach Flanke von Beck hatte der Japaner direkt die nächste Gelegenheit: Per Hacke setzte er den Ball an den Pfosten (56.). Die zweite Halbzeit gehörte eindeutig dem VfB, doch den Schwaben fehlte im letzten Drittel der Zug zum Tor, sodass am Ende die Leipziger einen knappen Heimsieg bejubeln durften.

Spielentscheider

Unterm Strich fehlte dem VfB Stuttgart nicht viel, um am Samstag den ersten Auswärtspunkt der Saison zu holen. Was den Schwaben allerdings abging, war die nötige Konsequenz und Zielstrebigkeit im letzten Drittel. Dennoch kam der Aufsteiger auch gegen den Vizemeister des Vorjahres zu einigen guten Gelegenheiten.

Letztlich fehlte den Schwaben zu lange der Glaube an einen Erfolg gegen RB Leipzig – was unter anderem auch in der defensiven Aufstellung begründet lag. Am Ende triumphierte die Hasenhüttl-Elf dank eines sehenswerten Schlenzers von Marcel Sabitzer.

Auf den Punkt gebracht

Torhüter Ron-Robert Zieler  war nach der Partie sichtlich verärgert und schimpfte am Sky-Mikrofon: „Auch hier in Leipzig war heute wieder mehr drin. Was uns gefehlt hat, war die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Zum Glück sind wir so heimstark, aber natürlich müssen wir jetzt auch auswärts punkten.“ Auch Kapitän Simon Terodde war angefressen, hob aber die positiven Aspekte der Niederlage hervor: „Wie haben immer versucht Nadelstiche zu setzen. Damit ist Leipzig nicht klar gekommen. Ich bin stolz auf die gezeigte Leistung. Der Auftritt sollte uns Mut machen.“  

Tweet des Tages Ausblick

Es geht Schlag auf Schlag: Am nächsten Mittwoch muss der VfB Stuttgart in der 2. Runde des DFB-Pokals beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ran (18.30 Uhr/ZVW-Liveticker). In der Bundesliga wartet am nächsten Sonntag das Derby gegen den SC Freiburg (18.00 Uhr/ZVW-Liveticker).

Für die „Roten Bullen“ geht es gleich zweimal innerhalb von vier Tagen gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Zunächst am Mittwoch zuhause im DFB-Pokal (20.45 Uhr) und dann am Samstag auswärts in der Allianz Arena (18.30 Uhr).


RB Leipzig – VfB Stuttgart 1:0 (1:0)

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Konate, Bernardo – Keita (63. Kampl), Demme - Sabitzer, Forsberg (73. Laimer) - Poulsen,  Werner (61. Augustin)

Bank: Mvogo (Tor), Halstenberg,Schmitz

Trainer: Ralph Hasenhüttl

Stuttgart: Zieler - Pavard, Badstuber, Baumgartl– Beck (75. Brekalo), Aogo (10. Burnic) – Ascacibar, Mangala – Insua, Asano (65. Akolo)– Terodde

Bank: Meyer (Tor), Ginczek, Ofori, Ailton

Trainer: Hannes Wolf

Tore: 1:0 Sabitzer (22.)

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 42 558