VfB Stuttgart

Safety First

Fußball VfB Stuttgart vs. FC Augsburg_0
VfB-Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar mit Augsburgs Rani Khedira. © Danny Galm

Stuttgart.
Die Festung Mercedes-Benz Arena bleibt bestehen: Am Samstag trennten sich der VfB Stuttgart und der FC Augsburg mit einem torlosen Remis. Der Aufsteiger bleibt somit zuhause im Kalenderjahr 2017 weiter ungeschlagen und kassierte in dieser Bundesliga-Saison in der heimischen Arena noch keinen Gegentreffer.

Die Partie gegen die Fuggerstädter war für die 55.202 Zuschauer allerdings kein Leckerbissen. Torchancen hatten auf beiden Seiten absoluten Seltenheitswert und so stand unterm Strich ein leistungsgerechtes Unentschieden.

Die Partie gegen den FC Augsburg in der ZVW-Analyse:

Spielverlauf kompakt

Beide Teams boten am Samstagnachmittag nur schwer verdaubare Kost. Die Hausherren dominierte zwar die Partie (66 Prozent Ballbesitz), fanden gegen die gut gestaffelten Augsburger aber kein probates Mittel.

Beide Teams neutralisierten sich über weite Strecken und den Roten fehlte häufig das nötige Tempo im Umschaltspiel. Viel zu oft ging es quer, statt vertikal. Als sich alle Beteiligten schon mit dem torlosen Remis zur Pause abgefunden hatten, musste VfB-Keeper Zieler dann doch noch einmal gegen Khedira retten (46.) - die beste Chance des Spiels.

Der FC Augsburg fokussierte sich auch im zweiten Durchgang voll auf die Abwehrarbeit und bereitete der ideenlosen VfB-Offensive große Probleme. Bis auf einen harmlosen Kopfball (62.), einen zu unplatzierten Schuss (64.) und einen Außennetz-Kracher von Santiago Ascacibar (75.) gab es kaum nennenswerten Torchancen. Auch der eingewechselte Daniel Ginczek, der nach seiner Knieverletzung seinen ersten Saisoneinsatz hatte, konnte den Augsburger Abwehrriegel nicht knacken.

Formation und Aufstellung

Für die Partie gegen den FC Augsburg veränderte VfB-Coach Hannes Wolf seine Startelf auf zwei Positionen: Holger Badstuber und Josip Brekalo kehrten für Orel Mangala und Takuma Asano zurück in die Anfangsformation.

Im 3-4-2-1-System kehrte der wiedergenesene Holger Badstuber zurück auf die zentrale Position in der Dreierkette, flankiert wurde er gegen den FCA von Marcin Kaminski (li.) und Timo Baumgartl (re.). Für Orel Mangala rückte Benjamin Pavard neben Santiago Ascacibar auf die Doppelsechs.

Josip Brekalo ersetzte den zuletzt schwachen Takuma Asano und durfte auf dem linken Flügel starten. Anastasios Donis rückte dafür auf die rechte Außenbahn und in der Sturmspitze ackerte Simon Terodde.

Spielidee und Taktik

Abwehrspieler Marcin Kaminski gab vor dem Anpfiff die Marschrichtung vor: „Unser Stadion ist unsere Festung.“ Im Kalenderjahr 2017 haben die Roten in der heimischen Arena noch kein Spiel verloren und daran sollte sich auch gegen den FC Augsburg nichts ändern. Aus einer kompakten Defensive wollten die Hausherren über ihre flinken Flügelflitzer für Gefahr sorgen.

FCA-Trainer Manuel Baum schickte seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 auf den Rasen. Bei der Mannschaft aus der Fuggerstadt durfte Ex-VfB-Spieler Rani Khedira neben dem erfahrenen Gojko Kacar im zentralen Mittelfeld starten.

Spielentscheider

Die aufmerksamen Abwehrreihen auf beiden Seiten ließen kaum nennenswerte Torchancen zu und so trennten sich der VfB und der FCA mit einem leistungsgerechten und torlosen Remis. Beim Aufsteiger lautete die Devise „Safety First“ und so fehlten gegen die gut gestaffelten Augsburger in vielen Aktionen Schwung und Mut.

Im Zentrum würde den Schwaben ein echter Spielgestalter, der das Spiel an sich reißt und für offensive Impulse sorgt, guttun. Der Aufsteiger hält mehr als nur gut mit, ist in den entscheidenden Momenten aber zu oft zu zaghaft. Auf der Sechs wird das Tempo häufig verschleppt. Auch offenisve Läufe auf den Außenbahnen kommen noch zu selten.

Auf den Punkt gebracht

Beide Trainer sprachen nach dem Spiel auf der Pressekonferenz im Bauch der Arena von einer gerechten Punkteteilung. Zudem konnten beide Fußballlehrer am Ende der kräftezehrenden Englischen Woche mit dem einen Zähler ganz gut leben. „Wir haben gut verteidigt, aber auch den einen oder anderen Nadelstich setzen können“, lobte FCA-Coach Manuel Baum.

VfB-Cheftrainer Hannes Wolf war vor allen Dingen mit der guten Abwehrarbeit seiner Mannschaft zufrieden: „Wir haben auf unserer defensiven Stabilität ein sehr gutes Spiel gemacht. Vorne haben uns ganz klare Chancen gefehlt. Die Mannschaft hat viel investiert. Damit bin ich am Ende der Englischen Woche sehr zufrieden. Trotzdem hätten wir natürlich gerne gewonnen.“

Tweet des Tages

Ausblick

Der VfB Stuttgart muss in einer Woche bei Eintracht Frankfurt antreten. Anpfiff in der Commerzbank Arena ist am nächsten Samstag um 15.30 Uhr. Für Manuel Baum und den FC Augsburg geht es ebenfalls nächsten Samstag weiter: In der heimischen Arena ist um 15.30 Uhr Tabellenführer Borussia Dortmund zu Gast.


VfB Stuttgart – FC Augsburg 0:0 (0:0)

Stuttgart: Zieler - Baumgartl, Badstuber, Kaminski – Beck (84. Asano), Aogo - Ascacibar, Pavard – Donis (71. Ginczek), Brekalo (64. Mangala) - Terodde

Bank: Meyer (Tor), Ailton, Ofori, Burnic

Trainer: Hannes Wolf

Augsburg: Hitz - Opare, Gouweleeuw, Hinteregger, Max – Koo (30. Moravek), Khedira - Heller, Kacar, Caiuby (71. Gregoritsch) - Finnbogason (87. Cordova)

Bank: Luthe (Tor), Danso, Stafylidis, Thommy

Trainer: Manuel Baum

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)

Zuschauer: 55.202