VfB Stuttgart

Sicherheitsgipfel vor dem Derby

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Rund 1000 Polizisten werden am Sonntag mit Unterstützung der Bundespolizei rund um das Wildparkstadion im Einsatz sein. © © Karl-Heinz H - Fotolia

Stuttgart.
Das Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart am Sonntag (13:30 Uhr/ZVW-Liveticker) bereitet den Vereinen und den Sicherheitskräften schon seit Wochen einiges an Kopfzerbrechen. Am Montag vor dem brisanten Landes-Duell trafen sich deshalb die Vertreter der Polizei, der Vereine und des Stadionsicherheitsdienstes in Karlsruhe, um gemeinsam zu besprechen, wie sie dem Problem Herr werden könnten.

1000 Polizisten vor Ort

Die Polizei wird am Sonntag mit etwa 1000 Polizisten vor Ort sein - sowohl in der Innenstadt als auch rund um das Wildpark-Stadion. Auch Pferdestaffeln und Wasserwerfer stehen bereit. Unterstützt werden die Karlsruher Polizeibeamten von Beamten der Stuttgarter Polizei und der Bundespolizei. "Szenekundige Beamte", also Polizisten, die sich mit den gewaltbereiten Anhängern beider Vereine auskennen, werden am Spieltag ebenfalls vor Ort sein.

Die Polizei schätzt, dass etwa 200 Karlsruher, die den Ultras nahestehen, als krawallbereit gelten - beim VfB geht die Polizei von etwa 300 gewaltbereiten Fans aus. Für das Derby gelten strenge Auflagen: Die Choreographien, die die Fans in den Blöcken zeigen dürfen, wurden vom Verein genehmigt. Zudem ist festgelegt, welche Slogans nicht erlaubt sind und ob die Fans Fahnenstangen, Doppelhalter und weitere Fan-Utensilien mit ins Stadion nehmen dürfen.

Fans unter Beobachtung

Eine Spezialeinheit der Karlsruher Polizei wird sich am Sonntag nur um die "Problemfans" kümmern und diese genau im Blick behalten. Die spezielle Karlsruher Polizeieinheit, die sich intensiv mit der Karlsruher Fußball-Fanszene beschäftigt, wird sich am Spieltag vorangig um die KSC-Fans kümmern. Es soll verhindert werden, dass sich Karlsruher "Porblemfans" und Stuttgarter "Problemfans" über den Weg laufen.

Polizei informiert via Twitter und Facebook

Um wichtige und hilfreiche Informationen noch schneller an die Fans weiter geben zu können, wird die Polizei Karlsruhe und auch die Bundespolizei das Spiel via Twitter und Facebook begleiten. Zur Vermeidung gewalttätiger Aktionen setzen die Sicherheitskräfte am Spieltag auf die konsequente Separierung der Fans. Um Gewalt und Randale erst gar nicht aufkommen zu lassen, sind zudem Anti-Konflikt-Teams im Einsatz, die mit beschrifteten gelben Warnwesten auch als solche erkennbar sein werden.

Zusätzlicher Zug für die VfB-Fans

Bereits ab 10 Uhr wird es am Sonntag eine Sperrung des Adenauerrings zwischen dem Durlacher Tor und der Linkenheimer Landstraße für den Durchfahrtsverkehr geben. Für die Fußballfans des VfB Stuttgart wird ein zusätzlicher Zug der Deutschen Bahn ab dem Stuttgarter Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Karlsruhe-Durlach zur Verfügung gestellt.

Dieser bietet eine Kapazität für ca. 900 Reisende. Am Bahnhof Karlsruhe-Durlach wird ein Bustransfer zum Wildparkstadion eingerichtet werden. Nach dem Spiel steht für die Gästefans ein Bustransfer vom Stadion zum Bahnhof Karlsruhe-Durlach zur Verfügung. Dort wird ein zusätzlicher Zug zum Stuttgarter Hauptbahnhof bereitgestellt.

Sorge vor "Krawalltouristen"

Als vor zwei Wochen im Wildparkstadion Nürnberg-Fans Pyrotechnik zündeten und Karlsruher Anhänger versuchten, den Gästeblock zu stürmen, war Martin Plate, der Leiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums Karlsruhe, vor Ort.

Auch am Sonntag gegen den VfB Stuttgart wird mit dabei sein. Im Interview mit der Pforzheimer Zeitung äußerte er am Mittwoch seine Sorge über Krawalltouristen, die nichts mit den Teams zu tun haben, aber ebenfalls für Ärger sorgen: "Auf beiden Seiten mehrere Hundert. Beim KSC sind es etwa 300, wobei wir da unter anderem mit Unterstützern der befreundeten Berliner rechnen, da die Hertha am Sonntag in Sinsheim spielt. Die Stuttgarter erfahren wiederum Unterstützung aus Reutlingen und von anderen befreundeten Clubs."