VfB Stuttgart

"Stolz und zufrieden"

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Nach dem Derby-Sieg war VfB-Coach Wolf froh und erleichtert: "Für uns ist es wichtig, dass wir uns oben festbeißen und auf Schlagdistanz bleiben." © Danny Galm

Karlsruhe.
Die Anspannung vor dem brisanten Derby beim Karlsruher SC war groß - dementsprechend erleichtert war VfB-Cheftrainer Hannes Wolf nach der Partie im Wildparkstadion. Mit 3:1 siegte seine Mannschaft über den KSC. Im Interview mit ZVW.de spricht der 35-Jährige über das emotionale Derby, die Freude über den Sieg und den zweiten Tabellenplatz:

Herr Wolf, wie haben Sie die Partie heute gesehen?

Wir freuen uns natürlich erst einmal über den Sieg. Es war ein offenes Spiel. Karlsruhe hat uns in einigen Phasen unter Druck gesetzt. Das frühe Tor hat uns wieder geholfen. In der zweiten Halbzeit waren wir dann überlegen und haben direkt das zweite Tor gemacht. Nach dem Handelfmeter war es dann ein enges Spiel, aber wir hatten mehr Situationen, um auf 3:1 zu stellen und konnten eine hinten raus dann nutzen. Wir sind stolz und zufrieden. Der KSC hat uns vor viele Probleme gestellt und wir sind froh, dass wir Stand gehalten haben.

Sie sind jetzt mit ihrer Mannschaft auf Tabellenplatz zwei vorgerückt, greift bei ihrem Team so langsam ein Rädchen ins andere?

Wir sind jetzt seit fünf Wochen da uns stehen immer noch am Anfang eines Prozesses. Es gibt auch in so einem Spiel noch viele Dinge, die wir besser machen können. Die Partie heute war ein guter Schritt, nur leitet sich daraus kein Automatismus ab, dass es so weiter geht. Das Dresden-Spiel ist jetzt zwei Wochen her, dass sollten wir nicht vergessen.

Wie groß ist die Freude über den Derby-Sieg?

Wir freuen uns über unseren Auswärtssieg, gerade auch, weil es den Menschen in Stuttgart so viel bedeutet. Es ändert aber nichts daran, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben.

Wie zufrieden waren Sie mit ihrem Debütanten Marcin Kaminski?

Er hat sich seinen Einsatz heute verdient. Seit wir da sind hat er immer gut gearbeitet. Ein bisschen Mut braucht man in so einem Derby auch. Heute hat es zudem taktisch gut gepasst. Karlsruhe hat das Zentrum mit vielen Spielern besetzt und wir wollten einfach unsere Innenverteidiger mit noch einem körperlich starken Spieler beschützen. Das hat er gut gemacht. Er war schon ein paar Mal nahe dran und heute war einfach sein Tag gekommen. Ich bin froh, dass er das bestätigt hat, was er die ganze Zeit trainiert hat.

Warum hat Marcin Kaminski so lange gebraucht, bis er mal einen Einsatz bekam?

Wir sind vor fünf Wochen gekommen und wollten jetzt nicht am dritten Tag alles auf den Kopf stellen. Marcin hat gut trainiert und davor wollten wir die Augen nicht verschließen. Es ist jetzt aber auch kein Automatismus, dass er dann nächste Woche wieder spielt. Er muss um seinen Platz kämpfen und die anderen kommen in die Rolle des Herausforderers. So bleibt das Ganze lebendig. Wir haben viele gute Spieler und da muss man sich im Training für einen Einsatz qualifizieren.

Wie zufrieden waren Sie heute mit ihrer Offensive?

Berkay hat es dafür, dass er eigentlich gar kein Stürmer ist, gut gemacht. Trotzdem hat Simon als er eingewechselt wurde das Spiel belebt. Takuma hat heute sein erstes Tor geschossen, hatte noch zwei drei Abschlüsse und war sehr lebendig. Carlos blitzte auch immer wieder auf. Wir hatten wieder einige gute Chancen und haben drei Tore geschossen und sind sehr zufrieden. Das erste Tor war eine gute Standardsituation, ein cooler Moment. Die Jungs haben sich vorne für ihren enormen Aufwand belohnt.

Der VfB Stuttgart ist jetzt Tabellenzweiter, bedeutet Ihnen das irgendwas?

Ich hänge mir heute Abend nicht die Tabelle übers Bett (lacht). Wir sind froh, dass wir oben dabei sind. Aus den letzten fünf Wochen haben wir zehn Punkte geholt. Das sind im Schnitt zwei Punkte und das ist gut. Für uns ist es wichtig, dass wir uns oben festbeißen und auf Schlagdistanz bleiben.

Vor dem Wiederanpfiff haben Sie und ihr Co-Trainer Simon Terodde ein wenig zur Seite genommen. Was haben Sie ihm da gesagt?

Dass er die erste Flanke gleich reinköpfen soll (lacht). Simon hat sich in der Pause warmgelaufen und hat nicht mitbekommen, was wir in der Kabine gesagt haben. Er sollte einfach noch ein bisschen Input bekommen.

Wie haben Sie die aufgeheizte Stimmung vor dem Derby mitbekommen?

Es war zu spüren, was das Spiel den Menschen bedeutet. Wir haben nicht so getan, als wäre es ein normales Spiel. Uns war bewusst, dass es ein besonderes Spiel ist und daraus wollte wir Kraft ziehen. Auf der Herfahrt haben sich nicht alle gefreut, dass wir kommen. Aber wir haben es darauf konzentriert, was auf dem Platz passiert und das hat auch ganz gut geklappt.