VfB Stuttgart

Stuttgart und Leipzig neutralisieren sich

Der VfB Stuttgart baut seine Serie auch gegen RB Leipzig weiter aus und ist nun seit sechs Spielen ungeschlagen._0
Der VfB Stuttgart baut seine Serie auch gegen RB Leipzig weiter aus und ist nun seit sechs Spielen ungeschlagen. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Der Weg zum sicheren Klassenverbleib ist für den VfB Stuttgart wieder ein Stückchen kürzer geworden: Gegen den Vizemeister RB Leipzig erkämpfte sich der Aufsteiger ein torloses Unentschieden und bleibt somit unter Trainer Tayfun Korkut weiter ungeschlagen.

Wie der VfB Stuttgart zu einem Punkt gegen Leipzig kam, zeigen wir in unserer ZVW-Analyse:

Formation und Aufstellung

Nachdem Tayfun Korkut zuletzt zweimal in Folge dieselbe Elf ins Rennen geschickt hatte, musste der VfB-Coach gegen Leipzig eine Änderung vornehmen: Kurzfristig musste Korkut auf Innenverteidiger Timo Baumgartl verzichten. Eine leichte Gehirnerschütterung verhinderten den Einsatz des 22-Jährigen und spülten Dennis Aogo zurück in die erste Elf. Gemeinsam mit Santiago Ascacibar spielte Aogo im bewährten 4-4-2-System auf der Doppelsechs, Holger Badstuber rückte neben Benjamin Pavard in die Abwehrzentrale.

Spielidee und Taktik

Gegen aggressive Leipziger zogen sich die Schwaben zunächst weit zurück in die eigene Hälfte und lauerten auf Konter. Auch die Außenbahnspieler Erik Thommy und Christian Gentner ließen sich bei gegnerischem Ballbesitz fallen und bildeten zusammen mit Aogo und Ascacibar einen zusätzlichen Viererriegel vor der eigentlichen Abwehrkette. Ziel war es, aus einer kompakten Defensive heraus mit langen Bälle in Richtung Daniel Ginzcek und Mario Gomez für Gefahr zu sorgen.

Spielverlauf kompakt

25. Minute: Nach einer zähen Anfangsphase wird es erstmals brenzlig vor dem Leipziger Gehäuse: RB bekommt die Kugel nicht geklärt und VfB-Kapitän Gentner kommt am Fünfereck zum Abschluss, doch der Ball kullert am Tor vorbei.

28. Minute: Es kommt zu einer Rudelbildung nachdem Poulsen den Ball nicht in Seitenaus gespielt hatten, obwohl Insua verletzt in der Leipziger Hälfte gelegen hatte. Da auch Stuttgarts Beck den Ball nicht ins Aus beförderte, sah sich Badstuber gezwungen das Spiel mit einem Foul zu unterbinden.

32. Minute: Keita scheitert aus 14 Metern am aufmerksamen VfB-Torhüter Ron-Robert Zieler.

46. Minute: Die beste Chancen des Spiels: Keita schickt Werner in die Gasse und der ehemalige Stuttgarter scheitert an Zieler, der mit einer starken Fußabwehr seinen Kasten sauber hält.

47. Minute: Kurz nach dem Wiederanpfiff bittet Keita die halbe VfB-Defensive zum Tänzchen, schießt den Ball dann aber deutlich am Tor vorbei.

63. Minute: Mal wieder ein offensives Lebenszeichen der Hausherren, doch Gentners Schuss wird im letzten Augenblick von Orban geblockt.

64. Minute: Auf der Gegenseite bugsiert Pavard eine scharfe Werner-Flanke um ein Haar ins eigene Tor.

80. Minute: Gomez verpasst nach einer guten Hereingabe von Insua per Kopf das Führungstor für die Hausherren.

81. Minute: Im Gegenzug nagelt Keita das Leder aus rund 20 Metern nur haarscharf am rechten Torpfosten vorbei.

85. Minute: Jetzt hat auch Daniel Ginczek seine erste gute Torchance: Eine Flanke des eingewechselten Akolo wuchtet er mit dem Kopf deutlich am Tor vorbei.

Spielentscheider

Viele Fouls, wenig Fußball: Die 53.548 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena bekamen wahrlich keinen Leckerbissen serviert. Stuttgart und Leipzig lieferten sich ein ruppiges und wenig ansehnliches Bundesligaspiel. Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken der Partie.

Das zerfahrene Spiel wurde immer wieder von Ungenauigkeiten und Fouls unterbrochen. Ein wirklicher Spielfluss kam nicht zustande. Auch aus diesem Grund fanden die „Roten Bullen“ kein wirkliches Mittel gegen die gut organisierte VfB-Defensive. 

Auf den Punkt gebracht

RB-Coach Ralph Hasenhüttl analysierte das hart umkämpfte Remis auf der Pressekonferenz relativ sachlich: „Gute Aktionen vor dem Tor waren heute eher Mangelware. Die Mannschaften haben sich in einem kampfbetonten Spiel neutralisiert.“ Für sein Team sei zunächst wichtig gewesen, „dass hinten die Null steht“. Im Offensivspiel bemängelte Hasenhüttl die fehlende Kreativität seiner Elf: „Im Moment fehlt uns der letzte Punch vor dem Tor.“

VfB-Trainer Tayfun Korkut lobte die leidenschaftliche und kämpferische Spielweise des Aufsteigers. Das Remis ist laut Korkut „ein guter Punkt“. Vom sicheren Klassenverbleib will der Stuttgarter Cheftrainer allerdings noch nichts wissen: „Der Weg zum Klassenerhalt ist kürzer geworden, aber wir müssen in den nächsten Spielen noch Punkte holen, um wirklich sicher zu sein.“ Ähnlich sah es auch VfB-Abwehrspieler Holger Badstuber: „Erst wenn der Abstieg rechnerisch nicht mehr möglich ist, können wir einen Haken dran machen.“

Ausblick

Für den VfB Stuttgart geht es am Freitag mit einem Auswärtsspiel beim SC Freiburg weiter. Anpfiff im Schwarzwaldstadion ist um 20.30 Uhr. Die „Roten Bullen“ spielen donnerstags in St. Petersburg das Achtelfinal-Rückspiel gegen Zenit, ehe es am Sonntag zu Hause um 18 Uhr gegen den FC Bayern München geht. 


VfB Stuttgart – RB Leipzig 0:0 (0:0) 

Stuttgart: Zieler - Beck, Badstuber, Pavard, Insua - Aogo, Ascacibar (85. Kaminski) - Gentner, Thommy (75. Akolo) - Gomez, Ginczek (90. Mangala)

Ersatzbank: Grahl (Tor), Larsen, Özcan, Donis

Trainer: Tayfun Korkut

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konaté, Orban, Bernardo - Demme, Keita - Sabitzer, Lookman (46. Bruma) - Poulsen (64. Forsberg), Werner (77. Augustin)

Ersatzbank: Mvogo (Tor), Upamecano, Ilsanker, Schmitz

Trainer: Ralph Hasenhüttl

Tore: -

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: 53.548