VfB Stuttgart

Stuttgarter Signale: Mannschaft und Mislintat lindern die VfB-Sorgen

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart
Wolfsburgs Lukas Nmecha (M) und sein Team blieben zu harmlos. Foto: Swen Pförtner/dpa © Swen Pförtner

Erst nahmen die Spieler des VfB Stuttgart den Fans einen Teil ihrer Sorgen, dann der Sportdirektor. Den wichtigen drei Punkten durch das 2:0 (1:0) beim VfL Wolfsburg am Samstag folgte am Sonntag das klare Bekenntnis von Sven Mislintat. Der 49-Jährige will seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten erfüllen - unabhängig davon, wer Nachfolger des scheidenden Vorstandsvorsitzenden und Sportvorstandes Thomas Hitzlsperger wird. Wer fürchtete, Mislintat würde durch die bisher glücklose Suche des Aufsichtsrats um Präsident Claus Vogt nach neuem Führungspersonal vergrault, kann also aufatmen.

«Wenn ich die Mannschaft und die tägliche Arbeit in dieser Gruppe sehe, was wir da für eine Dynamik haben, die sich auch widerspiegelt in dem Spiel gestern, dann bin ich mit vollem Herzblut dabei und respektiere hundertprozentig meinen Vertrag und bleibe - unabhängig von der Entscheidung», sagte Mislintat am Sonntag bei Sky.

Die Diskussion, wer Hitzlsperger nachfolgt, hält die Stuttgarter seit Tagen auf Trab. Der frühere Nationalspieler hatte angekündigt, seinen im Oktober auslaufenden Kontrakt nicht zu verlängern. Mislintat, dessen Vertrag beim VfB noch bis zum 30. Juni 2023 läuft, würde den Posten des Sportvorstands gerne intern besetzt wissen. Noch ist unklar, ob Hitzlspergers Ämter auf eine oder zwei Personen verteilt werden. «Es gibt im Moment keine klaren Aussagen dazu», sagte Mislintat. «Es ist weiterhin eine inhaltliche und offene Diskussion.»

Das Wichtigste sei, dass der eingeschlagene Weg des VfB «beschützt» werde, betonte der Sportdirektor. Der frühere Chefscout von Borussia Dortmund steht selbst wie kaum ein zweiter für diesen Weg, auf dem die Schwaben zuletzt immer mehr auf junge Talente und eine neue Art der Identifikation mit ihren Anhängern gesetzt haben.

In Wolfsburg sendete diese junge Truppe am Samstag ein wichtiges Signal. Nachdem sie beim 2:2 gegen Hertha BSC eine Woche zuvor eine 2:0-Führung verspielt hatte, blieb sie gegen den VfL diesmal über 90 Minuten stabil und verteidigte Tabellenplatz 15. «Wir haben eine gewisse Größe gezeigt», sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. «Trotz der Widerstände und der Umstände sind wir ruhig geblieben. Wir haben uns auf unsere Leistung fokussiert und ein gutes Spiel gemacht.»

Konstantinos Mavropanos an seinem 24. Geburtstag und Philipp Förster erzielten in der 25. und 63. Minute die Tore für die Stuttgarter. Der aus Wolfsburg ausgeliehene Omar Marmoush hätte sogar noch nachlegen können, lupfte einen Elfmeter in der 80. Minute aber aufreizend lässig an die Latte. «Das hat nicht gerade viel mit Respekt zu tun. Das werde ich ihm auch sagen», kommentierte sein eigener Teamkollege Förster die Szene. «Ich habe ihm gesagt: Kopf hoch, du hast ein sehr gutes Spiel gemacht», sagte Coach Matarazzo. «Ich fände es schade, wenn er heute nur auf den Elfer reduziert wird.»

Dafür war der erste Auswärtssieg des VfB in der laufenden Saison einfach zu wichtig. Auch mit Blick auf die Erfolge der direkten Konkurrenten Augsburg (2:0 in Köln) und Hertha (2:0 gegen Bielefeld). Und auch angesichts der bevorstehenden Mammutaufgabe gegen den quasi schon als Herbstmeister feststehenden FC Bayern München am kommenden Dienstag. Außenbahnspieler Roberto Massimo, der in Wolfsburg früh verletzt raus musste, wird den Stuttgartern im Jahresendspurt wohl fehlen. Immerhin kehrte dieses Wochenende aber etwas Ruhe zurück.

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