VfB Stuttgart

Tayfun Korkut will den nächsten "Etappen-Sieg"

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VfB-Trainer Tayfun Korkut und der VfB wollen am Samstag in Hannover den nächsten "Etappen-Sieg" einfahren. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. 
Den ersten Saisonsieg gegen Werder Bremen am vergangenen Wochenende bezeichnet VfB-Trainer Tayfun Korkut vor dem kommenden Auswärtsspiel in Hannover als einen "Etappen-Sieg". In der HDI-Arena soll nun am Samstag (15.30 Uhr / ZVW-Liveticker) der berühmte "nächste Schritt" gegangen werden, um sich weiter vom Tabellenkeller zu distanzieren und noch vor der Länderspielpause den Anschluss ans tabellarische Mittelfeld herzustellen. 

Kompakt zusammengefasst: Alle wichtigen Aussagen von Tayfun Korkut vor dem Auswärtsspiel gegen Hannover 96:

Das Personal

Bis auf Dennis Aogo (Faserriss) und Anastasios Donis (Bündelriss) steht dem VfB-Coach der komplette Kader zur Verfügung - auch Spielmacher Daniel Didavi, der noch Anfang der Woche aufgrund einer Schleimbeutelentzündung an der Achillessehne kürzer treten musste. Der Mittelfeldspieler habe das „komplette Mannschaftstraining absolviert“ und könne in der HDI-Arena auflaufen. "Daniel steht zur Verfügung."

Die "Aufbauarbeit" für Zieler und Gonzalez

Das kuriose Eigentor von Torhüter Ron-Robert Zieler im Heimspiel gegen Werder Bremen stand zu Beginn der Trainingswoche noch einmal auf dem Themenplan. "Wir haben das schon noch einmal thematisiert", sagte Korkut am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz, "es war ein außergewöhnliches Gegentor." Das Thema sei nun "intern geklärt" und um seinen erfahrenen Keeper müsse er sich keine Sorgen mehr machen.

Auch Nicolas Gonzalez musste nach seinen vier (!) vergebenen Großchancen in der Schlussphase des Bremen-Spiels vom Trainer aufgebaut werden. "Wobei die Mannschaft und die Kurve mir hier den Großteil abgenommen haben", sagt Korkut, "das war der entscheidende Moment." 

Die Stimmung nach dem ersten Saisonsieg

"Die Mannschaft ist natürlich erleichtert, dass wir diesen Sieg jetzt endlich eingefahren haben", sagt Tayfun Korkut. Nach dem "Wahnsinns-Spiel" gegen Werder habe man nun eine "sehr sehr gute Trainingswoche" gehabt. Den ersten Saisonsieg könne man aber sehr wohl realistisch einschätzen. "Das war ein Etappen-Sieg", sagt der Trainer, "aber der Berg ist sehr hoch und wir stehen noch ganz am Anfang. Mit dem nächsten Etappen-Sieg können wir einen Schritt machen und uns ans Mittelfeld heranpirschen."

Der kommende Gegner

Mit dem schwachen Saisonstart der Niedersachsen (vier Niederlagen, zwei Remis) wollte sich Tayfun Korkut im Vorfeld der Partie nicht all zu lange beschäftigen. "Ich kümmere mich um unsere Aufgaben", so Korkut. Die Bundesliga sei im Moment "sehr eng beieinander". Andre Breitenreiter und sein Team stehen "sicherlich nicht da, wo sie sich das vorstellen", sagt Korkut.

Die drei Rückkehrer

Für Cheftrainer Korkut (2013 bis 2015), Co-Trainer Steven Cherundolo (1999 bis 2014) und Torhüter Ron-Robert Zieler (2010 bis 2016) wird die Partie in Hannover eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Laut Tayfun Korkut wird die Partie dabei vor allem für seinen Co-Trainer etwas ganz Besonderes werden: "Er war schließlich sehr lange in diesem Verein."

Korkut selbst will die Bedeutung der Partie für ihn persönlich nicht zu hoch hängen: "Ich habe mich als Trainer im Verein und in der Stadt wohlgefühlt." Letztendlich sei es für ihn aber "nichts ganz Besonderes." Von Hannover 96 könne er nur Positives berichten - und das obwohl der Deutsch-Türke bei seiner ersten Trainerstation in der Bundesliga nach eineinhalb Jahren entlassen wurde. Korkut: "Beim Blick zurück ist es wichtig, dass alle in den Spiegel schauen können - und das können wir alle."

Die Stuttgarter Spielweise

Zuletzt agierten die Schwaben zweimal in Folge in einem 4-4-2-System mit einer Raute. "Es geht immer darum welches Personal zur Verfügung steht", sagt Korkut. An der Personalsituation und am kommenden Gegner orientiert der Stuttgarter Cheftrainer seine taktische Grundordung, so auch am Samstag gegen Hannover 96.

Auch aufgrund der Verletztensituation zum Saisonbeginn musste Korkut sein Spielsystem auf der Suche nach dem idealen System einige Male ändern. "Ob es jetzt das Ideale für uns ist, wird sich von Spiel zu Spiel zeigen", so Korkut.

Soll heißen: Der VfB wird auch in der HDI-Arena mit großer Wahrscheinlichkeit wieder mit einer Mittelfeldraute auflaufen - mit Daniel Didavi auf der Zehn und Mario Gomez und Nicolas Gonzalez in der Doppelspitze. Für den verletzten Dennis Aogo wird wohl Gonzalo Castro in die Anfangsformation rücken.

Die Pressekonferenz im Video

Das sagt Hannovers Trainer Andre Breitenreiter

Hannover 96 bangt vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart weiter um den Einsatz von Torjäger Niclas Füllkrug. "Niclas ist gestern das erste Mal gelaufen, heute wird er an das Mannschaftstraining herangeführt. Dann werden wir entscheiden, ob er zur Verfügung steht", sagte 96-Coach André Breitenreiter am Donnerstag. Füllkrug hatte sich am vergangenen Sonntag beim 1:4 in Frankfurt eine Kapselverletzung zugezogen. "Sein Einsatz ist leider noch mit einem Fragezeichen zu versehen", sagte Breitenreiter. Fehlen wird den Niedersachsen Linton Maina, der weiter über Knie-Probleme klagt.

Hannover wartet nach dem sechsten Spieltag immer noch auf den ersten Sieg. Mit zwei Punkten belegt 96 den letzten Tabellenplatz. "Wir haben eine Situation, die nicht schön ist", gestand Breitenreiter. "Aber es hilft nur eins: Ärmel hochkrempeln und Gas geben."

96-Manager Horst Heldt versuchte vor der Partie gegen die Schwaben Ruhe auszustrahlen. "Ich sehe es in keinster Weise als Schlüsselspiel", sagte Heldt vor der Begegnung gegen den VfB, der am vergangenen Wochenende seinen ersten Saisonsieg feiern konnte. Und mit Blick auf den Trainer fügte Heldt hinzu: "André hat hier immer seine Ziele erreicht."

Die voraussichtliche Aufstellungen

Hannover: Esser - Sorg, Anton, Wimmer, Albornoz - Schwegler, Walace - Bebou, Haraguchi - Asano, Wood

Stuttgart: Zieler - Sosa, Pavard, Baumgartl, Beck - Castro, Ascacibar, Didavi, Gentner - Gomez, Gonzalez


Matchfacts und Statistiken

Bilanz aus VfB-Sicht:

Gesamt: 56 Spiele, 25 Siege, 12 Unentschieden, 19 Niederlagen, 94:80 Tore

Auswärts: 28 Spiele, 5 Siege, 10 Unentschieden, 13 Niederlagen, 32:49 Tore

Starke Serie: Die Schwaben sind in der HDI-Arena seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschalgen. 

Wiedersehen I: VfB-Keeper Ron-Robert Zieler bestritt für Hannover 185 Bundesliga-Spiele. Tayfun Korkut trainierte Hannover von Dezember 2013 bis April 2015. Sein Co-Trainer Steven Cherundolo ist sogar eine echte Legende bei 96, der Amerikaner ist Rekordspieler von Hannover in der Bundesliga (302 Einsätze).

Historisch: Gegen Hannover gelang dem VfB Stuttgart der höchste Heimsieg der Vereinsgeschichte. In der Saison 1985/86 bezwang die Wasenelf 96 im heimischen Neckarstadion mit 7:0.

Unterstützung: Die Mannschaft wird am Samstagnachmittag von rund 2500 Fans unterstützt.

Wiedersehen II: Hannovers Sportdirektor Horst Heldt war insgesamt siebeneinhalb Jahre für den VfB Stuttgart tätig (2003 bis 2010); er bestritt 54 Bundesliga-Spiele für die Schwaben (drei Tore, 16 Torvorlagen) und wurde 2007 als Sportdirektor Deutscher Meister. Flügelstürmer Takuma Asano spielte in den letzten beiden Saisons für den VfB.