VfB Stuttgart

Trainer im Tunnel: Matarazzo denkt nur ans Hier und Jetzt

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht vor einem Spiel im Stadion. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © Marijan Murat

Stuttgart (dpa/lsw) - Was die Zukunft bringt? Pellegrino Matarazzo will es nicht wissen. Aktuell, vor dem nächsten Auswärtsspiel des VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt am Samstag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker), zumindest (noch) nicht.

Gratulationen zum wahrscheinlichen Klassenerhalt wollte der Trainer trotz 14 Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang am Donnerstag noch nicht entgegennehmen. Zur Europa Conference League, einem dritten internationalen Wettbewerb unterhalb der Champions League und der Europa League, der kommende Saison seine Premiere feiern soll, habe er sich «noch keine Gedanken gemacht». Und auch die Personalplanung für die neue Spielzeit beschäftigt ihn noch nicht allzu sehr. Auch nicht die Zukunft der Routiniers Gonzalo Castro und Daniel Didavi.

Die Verträge der zwei Mittelfeldspieler laufen im Sommer aus, ihr Karriereende naht. Castro ist seit dieser Saison zwar Kapitän der Stuttgarter und aktuell Stammspieler, mit 33 Jahren aber eben auch in einem fortgeschrittenen Profifußballer-Alter. Die finanziellen Folgen der Corona-Krise, die auch die VfB-Bosse dazu zwingen, bei jeder Vertragsverhandlung ganz genau abzuwägen, dürften dem früheren Nationalspieler kaum helfen. Auch der 31-jährige Didavi lässt immer noch häufig sein Können aufblitzen, wenn er denn mal ran darf. Und gerade mit seiner Erfahrung ist das Duo für die junge Truppe des Aufsteigers sehr wichtig. Doch ist es auch unverzichtbar?

Matarazzo macht sich bei seinen wöchentlichen Aufstellungen derzeit offenbar noch nicht viele Gedanken darüber. «Aktuell treffe ich die Entscheidungen weiterhin nur aus sportlichen Gründen - unabhängig davon, wer einen Vertrag für nächste Saison hat oder nicht», sagte der Coach. «Es kann sein, dass man sich die letzten fünf Spiele Gedanken über die Entwicklung des Kaders für die kommende Saison macht.» Aber auch nur dann, «wenn wir so weit sein sollten». Heißt: Wenn der Ligaverbleib auch rechnerisch endgültig gesichert ist.

Bis dahin müsse seine Mannschaft «wachsam» und «hungrig» bleiben, betonte der 43-Jährige. «Wenn wir die Einstellung der letzten Wochen und Monate beibehalten, kann ich mir schwer vorstellen, dass noch etwas passiert», sagte er mit Blick auf die weit entfernten Abstiegsplätze. Er spüre bei manchen Spielern aber auch «eine gewisse Ermüdung», sagte Matarazzo. Und mit der aktuell viertplatzierten Eintracht wartet am Samstag ein Gegner, der in «Top-Verfassung» ist.

Es ist die erste von noch elf Partien, in denen die VfB-Profis weitere Punkte für den Klassenerhalt und Argumente für sich selbst sammeln können. Sportdirektor Sven Mislintat hatte am Mittwoch nicht ausgeschlossen, dass der eine oder andere Stuttgarter Shootingstar im Sommer den Abflug machen könnte. Matarazzo tut das auch nicht. Er sei innerlich aber «nicht zerrissen, was das angeht», sagte der Trainer.

«Ich freue mich eher, dass die Spieler einen solchen Schritt gemacht haben und sich in den Fokus spielen konnten.» Das spreche ja auch «für unseren Weg». Den geht er unbeirrt weiter. An das, was an dessen Ende womöglich auf den VfB wartet, denkt Matarazzo nicht. Noch nicht.

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