VfB Stuttgart

VfB-Einzelkritiken: Fehlende Effektivität im Angriff, Patzer in der Defensive

Fußball VfB Stuttgart vs. Borussia Dortmund
Zum Verzweifeln: VfB-Stürmer Omar Marmoush verpasste die große Chance auf das 1:1 und zeigte auch ansonsten eine schwache Leistung. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat sein Heimspiel gegen Borussia Dortmund verdient mit 0:2 verloren. Obwohl der BVB wahrlich nicht seinen stärksten Tag erwischte, waren die Schwaben über weite Strecken des Spiels weit weg vom Sieg. Patzer vor beiden Gegentoren in der Defensive (Mavropanos und Müller) und fehlende Durchschlagskraft sowie Ideenlosigkeit in der Offensive reichten nicht, um vor ausverkauftem Haus Zählbares mitzunehmen. Der VfB muss damit nach zuletzt vier Spielen ohne Niederlage wieder einen Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen und rangiert weiter auf Tabellenplatz 15.

Wie sich die VfB-Profis geschlagen haben, erfahren Sie in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: Chancenlos beim 0:1, das 0:2 ging aber klar auf seine Kappe. Der Schuss von Julian Brandt kam aus rund 18 Metern aufs Torwarteck, der Schlussmann reagierte viel zu spät und kam zu langsam zu Boden. Somit ging der Ball in Körpernähe an Müller vorbei ins Tor – klarer Torwartfehler. Es bleibt also bei der wackeligen Saison des Keepers: Er macht zwar keine großen Fehler, hält aber auch keine Punkte fest - Note: 4,5

Pascal Stenzel: Dass man von dem Rechtsverteidiger in der Offensive keine Wunderdinge erwarten kann, ist klar. In der Defensive stand er aber auch nicht sonderlich solide. Gewann nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe und rutschte vor dem 0:2 unglücklich weg - Note: 4,5

Konstantinos Mavropanos: Durch den Anton-Ausfall hatte der junge Grieche in der Abwehr die Chef-Rolle inne und bekam es mit der Naturgewalt Erling Haaland zu tun. Leistete sich direkt zu Beginn einen folgenschweren Fehler: Statt einen Befreiungsschlag der Dortmunder zu klären, ließ er den Ball mit der Brust abtropfen – daraus resultierte das 0:1. Schmiss sich zwar in jeden Zweikampf und gewann 75 Prozent seiner direkten Duelle, verpasste kurz vor Schluss aber kläglich die riesen Chance aufs 1:2 - Note: 4

Hiroki Ito: Gegen Bielefeld gab er noch den Linksverteidiger, jetzt bildete der Japaner mit Mavropanos die Innenverteidigung. Konnte beim 0:1 den Querpass von Haaland nicht mehr unterbinden, das Tor ging aber nicht auf seine Kappe. Gewann 50 Prozent seiner Zweikämpfe und leistete sich keinen groben Patzer. Unauffälliger Auftritt - Note: 3,5

Borna Sosa: Musste in Bielefeld mit Adduktorenproblemen passen, startete gegen den BVB aber wieder von Beginn an. Hatte wie immer viel Zug nach vorne, ihm fehlte für seine gefährlichen Flanken aber Abnehmer Kalajdzic. Somit verpufften seine Qualitäten und er konnte kaum ins Angriffsspiel eingreifen. Defensiv stand er weitestgehend stabil - Note: 4

Atakan Karazor: Sollte als zentraler Sechser vor der Abwehr für Stabilität sorgen und Marco Reus auf der Zehn ausschalten. Hatte immer wieder Ballgewinne durch cleveres Vorwärtsverteidigen, rannte in Hälfte zwei aber oft hinterher. Vor dem 0:2 öffnete er das Zentrum und seine Zweikampfquote baute immer weiter ab. Am Ende gewann er nur 36 Prozent seiner Duelle. Viel zu wenig gegen spielstarke Dortmunder. Zudem sah er seine fünfte Gelbe Karte und fehlt in Mainz - Note: 4

Wataru Endo: Das Herz und der Motor der Stuttgarter Elf war gegen den BVB besonders gefordert. Mit Bellingham, Dahoud und Co. hatte er es mit einer der spielstärksten Mittelfeldachse zu tun. War aber nicht wie gewohnt voll im Spiel, verlor viele Bälle und kämpfte sich gegen die Dortmunder meist erfolglos ab. Gewann für seine Verhältnisse „nur“ 56 Prozent seiner Zweikämpfe und schaffte es zu selten, offensive Akzente zu setzen - Note: 4

Orel Mangala: Kam zu seinem ersten Startelf-Einsatz seit Ende Februar. Hatte seinen Platz an Chris Führich verloren und profitierte vom Kalajdzic-Ausfall. In der Anfangsphase sichere Ballbehandlung und schöner Ball auf Marmosuh, dem jungen Belgier fehlte aber ein entscheidendes Element: tiefe Läufe und Zug zum Tor. Dazu war er kaum ins Spiel eingebunden. Bis zu seiner Auswechslung in der 62 Minute spielte der zentrale Mittelfeldspieler nur 14 Pässe. Schwacher Auftritt - Note: 5

Omar Marmoush: Machte wie schon gegen Arminia Bielefeld mit Chancenwucher auf sich aufmerksam. Hatte in der 23. Minute die große Chance auf das 1:1, schoss aus halbrechter Position und völlig freistehend vor Kobel aber über das Tor. Zudem verpasste er es in aussichtsreichen Situationen immer wieder, die richtige Entscheidung zu treffen. Mal ein Pass im falschen Moment, mal ein unnötiger Abschluss. Ein Bolzplatz-Typ mit Zocker-Genen, der aber oft den besser positionierten Nebenmann übersieht - Note: 5

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Chris Führich: Rutschte durch den Kalajdzic-Ausfall systembedingt auf den Flügel und sollte dort für Tempo sorgen. Konnte sich i aber kaum in Szene setzen und schoss nicht einmal aufs Tor. Wurde von Emre Can, der eigentlich deutliche Tempo-Defizite hat, klassisch abgekocht. Wurde zurecht ausgewechselt - Note: 4,5

Tiago Tomas: Startete wie schon gegen Leverkusen in der Spitze und ersetzte Sasa Kalajdzic. Zur Erinnerung: In der Bay-Arena gelangen dem Portugiesen zwei Treffer. Gegen die Abwehrriesen Akanji, Hummels und Co. sah der Stürmer aber oft kein Land. Seine tiefen Läufe kamen so kaum zur Geltung, Tomas brachte nur drei ungefährliche Bälle in Richtung Tor - Note: 4

Einwechselspieler:

Tanguy Coulibaly (ab der 62. Minute für Orel Mangala): Sollte in der Spitze für Gefahr sorgen, das gelang ihm aber nicht. Seine Einwechslung verpuffte - Note: 5

Roberto Massimo (ab der 79. Minute für Chris Führich): Ohne Bewertung

Erik Thommy (ab der 79. Minute für Omar Marmoush): Ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form