VfB Stuttgart

VfB-Einzelkritiken: Offensive um Kalajdzic erneut harmlos - Müller hält stark

Fußball VfB Stuttgart vs. VfL Wolfsburg
Erzielte das 1:1 für den VfB Stuttgart und belebte das Spiel auf der rechten Seite: Chris Führich. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart ist gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (30.04.) nicht über ein 1:1 (0:1) hinausgekommen. Nach einem Kopfball-Treffer durch John Anthony Brooks rannten die Schwaben bereits nach zwölf Minuten einem Rückstand hinterher. Angreifer Chris Führich belohnte die Weiß-Roten kurz vor Schluss per Direktabnahme (89.) mit dem Ausgleich. Da allerdings auch Arminia Bielefeld einen Punkt gegen Hertha BSC mitnahm, verändert sich die Lage im Abstiegskampf nicht. Die Schwaben rangieren aktuell auf dem Relegationsplatz. Der Abstand auf den sicheren Klassenerhalt beträgt vier Punkte, der direkte Abstiegsplatz ist nur zwei Punkte vom VfB entfernt.

Wie sich die VfB-Profis geschlagen haben, erfahren Sie in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Florian Müller: Chancenlos beim 0:1, da kann der Keeper auch nicht aus seinem Tor kommen. In Hälfte zwei dann mit einigen guten Aktionen, rettete dem VfB am Ende den Punkt – denn es hätte schon früher 0:2 stehen können - Note: 2,5

Konstantinos Mavropanos: Einer der wenigen Spieler, der gegen Berlin halbwegs Normalform hatte. Auch gegen Wolfsburg wieder mit präsenter Körpersprache und einer der wenigen, der seine Mitspieler mitreißt. 62 Prozent Zweikampfquote und immer wieder gefährliche Aktionen nach vorne – bester Stuttgarter in der Dreierkette - Note: 2,5

Waldemar Anton: Gegen Berlin kam der Abwehrchef noch als Sechser zum Einsatz, gegen die Wölfe gab er wieder den zentralen Spieler in der Dreier-Kette. Verlor vor dem 0:1 das Kopfballduell gegen Brooks, weil er zu zaghaft zum Ball ging. Gewann nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe und vergab kurz vor Abpfiff die Chance aufs 2:1 - Note: 4

Hiroki Ito: Spielte nach seiner Nasen-OP mit einer Maske auf dem Platz. Verpennte die Anfangsminuten, steigerte sich dann aber. Solide Vorstellung des Japaners, der sich kaum Fehler erlaubt. Nach vorne zeigte der Innenverteidiger aber kaum etwas – muss er aber auch nicht - Note: 3

Erik Thommy: Zeigte in Berlin im Gegensatz zu seinen Kollegen nach seiner Einwechslung eine gute Vorstellung und stand deshalb verdient in der Startelf. War einer der wenigen Aktivposten in der Matarazzo-Elf und zeigte starken Einsatz. Nur seine Abschlüsse waren zu schwach und kaum gefährlich. Zudem gewann er kaum ein Laufduell, ob gegen Roussillion, Brooks oder Lacroix. Wurde nach 55. Minuten ausgewechselt - Note: 3

Wataru Endo: War wie immer mit viel Einsatz und Wille dabei, so richtig Zugriff aufs Spiel wollte ihm aber auch nicht gelingen. Das Spiel lief größtenteils am Stuttgarter Kapitän vorbei. Gewann für seine Verhältnisse „nur“ 54 Prozent seiner Duelle und hatte eine durchwachsene Passquote (74 Prozent angekommene Pässe). Durchwachsener Auftritt - Note: 4

Atakan Karazor: Kehrte nach seiner Corona-Erkrankung zurück in die Startelf und sollte im Zentrum wieder für Zweikampfstärke und mehr Stabilität sorgen. Konnte beim 0:1 auf der Linie nicht mehr klären und trat in Hälfte eins gar nicht in Erscheinung. In der zweiten Halbzeit eine leichte Steigerung, ansonsten aber ein blasser Nachmittag des Sechsers. Nur 35 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen - das geht besser - Note: 4,5

Borna Sosa: Nach seiner schwachen Vorstellung gegen Berlin musste auch der Linksfuß gegen Wolfsburg wieder eine Schippe drauflegen. Das gelang dem Kroaten aber nicht. Trat in der Offensive so gut wie gar nicht in Erscheinung, zudem verstolperte der Blondschopf ungewohnt viele Bälle. In der zweiten Halbzeit etwas zwingender, aber mit vielen Ungenauigkeiten im letzten Drittel. Wie schon gegen Berlin eine schwache Vorstellung - Note: 5

Omar Marmoush: Gegen Berlin noch mit muskulären Problemen ausgefallen startete der Ägypter wieder von Beginn an. Als hängende Spitze sollte er hinter Kalajdzic für Wirbel sorgen. Das gelang dem quirligen Angreifer aber zu selten, null Torschüsse und nur 14 angekommenen Pässe standen auf seinem Arbeitsnachweis. Nach 55 Minuten wahr Schluss – vermutlich weil es für mehr Spielzeit nach seiner Verletzung nicht gereicht hat - Note: 4,5

Tiago Tomas: Kam zum ersten Mal auf der rechten Wingbacker-Position zum Einsatz. Dadurch hätte er mehr Wege nach hinten mitmachen müssen – die der Portugiese aber des Öfteren einfach verweigerte. Deshalb stellte ihn Matarazzo nach rund 25 Minuten in die Spitze. Unterirdische Zweikampfquote (12 Prozent), wenig Zug aufs Tor. Zudem lässt er den Willen und die Galligkeit vermissen, die ihn noch vor Wochen so auszeichnete - Note: 5

Sasa Kalajdzic: Hatte gegen Mainz nur einen Torschuss und sollte gegen den VfL wieder mehr in Szene gesetzt werden. Hing aber völlig in der Luft, hatte kaum Bindung zur Partie und hatte ungewöhnlich viele Abspielfehler. Kam über 95 Minuten zu keinem gefährlichen Abschluss, null Torschüsse des Stürmers standen am Ende zu Buche. So hilft er dem VfB im Abstiegskampf kaum bis gar nicht weiter - Note: 5

Einwechselspieler:

Chris Führich (ab der 55. Minute für Erik Thommy): Erzielte in der 89. Minute den Ausgleichstreffer und bescherte dem VfB einen Punkt im Abstiegskampf. Sorgte für Tempo auf seiner rechten Seite, oft fehlte ihm in Szenen vor dem Tor aber die Zielstrebigkeit - Note: 2,5

Philipp Förster (ab der 55. Minute für Omar Marmoush): Sollte das VfB-Spiel im Zentrum beleben, konnte der Partie aber nicht seinben Stempel aufdrücken. Machte viele Läufe in die Tiefe, hatte aber keinen einzigen Torschuss - Note: 4

Enzo Millot (ab der 84. Minute für Atakan Karazor): Ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form