VfB Stuttgart

VfB im Abstiegskampf: Was Matarazzo in München von seiner Mannschaft einfordert

Fußball VfB Stuttgart vs. VfL Wolfsburg
Man on a Mission: Pellegrino Matarazzo will mit dem VfB die Klasse halten. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart steht am Abgrund zur 2. Liga. Mal wieder. Sollten die Schwaben in den verbleibenden Saisonspielen nicht doch noch irgendwie die Kurve kriegen, wäre es der dritte Abstieg innerhalb von nur sechs Jahren. Und manche Fans und Beobachter sind sich sicher: es wäre einer der seltsamsten Abstiege seit langem.

Um den erneuten Sturz in die Zweitklassigkeit noch abzuwenden, müssen die Stuttgarter zunächst einmal den Relegationsplatz sichern. Dafür will Trainer Pellegrino Matarazzo am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) beim Rekordmeister in München punkten. Wie das gelingen soll, hat er am Freitag auf der Pressekonferenz verraten.

Ärger über „Kackspiele“: VfB will bei den Bayern aufstehen 

Von seiner Mannschaft fordert er Mut und Haltung. Das Team hätte „zwei Kackspiele“ hinter sich, so Matarazzo rückblickend auf die Niederlage bei Hertha BSC (0:2) und das Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg (1:1). „Gegen die Hertha waren wir komplett nicht da und gegen Wolfsburg war es auch zu wenig“, betont Matarazzo. „Jetzt geht es darum aufzustehen, schlagkräftig zu werden, daran zu glauben und Energie auf den Platz zu bringen.“

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Für den Trainer ist klar, dass der Schlüssel zu einem erfolgreichen Spiel beim FCB vor allem in der konzentrierten Arbeit gegen den Ball liegt: „Wir brauchen eine sehr stabile Defensivleistung - egal, ob wir dann höher pressen oder tiefer stehen. Irgendwas dazwischen funktioniert nicht gegen Bayern München.“

Dass seine Mannschaft in der Allianz Arena aber nicht 90 Minuten hoch pressen kann, liegt auf der Hand. Folglich wird es viele Phasen geben, in denen Abwehrchef Waldemar Anton und Torhüter Florian Müller alle Hände und Füße voll zu tun haben werden. „Wichtig, wenn man tiefer steht, ist, dass man aktiv bleibt“, gibt Matarazzo die Marschroute vor, „das ist ein entscheidender Punkt. Es ist ein schmaler Grat zwischen tief stehen und passiv werden.“ 

Kämpferherz und Beistand vom Fußball-Gott

Zum zweiten entscheidenden Faktor ruft der Stuttgarter Trainer das zuletzt häufig vermisste Kämpferherz seiner Mannschaft aus. „Taktisches Fehlverhalten kann man mit Intensität ausgleichen“, lautet sein Credo für den Sonntag: „Wir brauchen Mut, eine geschlossene Mannschaftsleistung, Härte und Intensität.“

Und im Zweifel auch etwas Beistand vom Fußball-Gott: „Es ist auch klar, wenn die Bayern einen guten Tag haben, brauchen wir auch das Quäntchen Glück, um die eine oder andere Chance zu überstehen.“

Die abstiegsbedrohten Stuttgart wollen in München also allen Widrigkeiten zum Trotz etwas holen. Meisterfeier hin oder her. Den Ibiza-Trip einiger Bayern-Profis im Anschluss an ihre blamable 1:3-Pleite beim 1. FSV Mainz 05 am vergangenen Wochenende will Matarazzo dabei nicht überbewerten.

„Es ist nicht so, dass jemand fünf Tage weg und auf einer Sauftour war. Man hat zwei Tage frei bekommen und war ein bisschen unterwegs“. Es sei aber „immer noch eine professionelle Spielvorbereitung gelaufen“. Er erwartet, dass der deutsche Meister mit einem Sieg die Schale entgegen nehmen will: „Wir sind vorbereitet auf eine topbesetzte Münchner Mannschaft.“

Matarazzos schwierigste Mission: Kraft sammeln für Stuttgarts Rettung 

Den VfB über den bevorstehenden Sommer hinaus in der Liga zu halten, ist jedenfalls die größte Herausforderung in der noch jungen Laufbahn des Italo-Amerikaners als Profi-Chefcoach.

„Es ist sicherlich kein Spaziergang“, sagt Matarazzo über sein persönliches Empfinden im Abstiegskampf. Der kostet nicht nur Spieler und Fans, sondern auch den Trainer Kraft und Nerven. Auch, wenn er bei Sportdirektor Sven Mislintat nie zur Diskussion stand.

Bisher kriege er es „immer wieder hin, die Kraft herzuholen“, betonte Matarazzo. „Ich habe eine Familie, die hinter mir steht. Nicht nur meine Frau und mein Sohn, auch meine Familie in den Staaten und in Italien. Ich habe einen brutalen Support.“ Und: „Ich habe eine Mannschaft, die an Bord ist, die mir den Glauben schenkt, dass wir es schaffen werden. Und wir werden es schaffen.“

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Bayern München: Neuer - Pavard, Upamecano, Hernandez, Davies - Kimmich, Musiala - Gnabry, Müller, Coman - Lewandowski

VfB Stuttgart: Müller - Ito, Anton, Mavropanos - Endo, Karazor - Sosa, Führich, Förster, Thommy - Kalajdzic