VfB Stuttgart

VfB jagt Hertha - und fürchtet Arminia: Die Ausgangslage vor dem Endspurt im Abstiegskampf

Fußball  Hertha BSC Berlin vs. VfB Stuttgart
Kämpft mit dem VfB Stuttgart um den Klassenverbleib in der Bundesliga: Trainer Pellegrino Matarazzo. © Pressefoto Baumann

Als Jäger, aber auch als Gejagter geht der VfB Stuttgart in den Endspurt der Bundesliga. Nichtabstiegsplatz 15 ist vor dem Spiel am Samstag (30.04.) daheim gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr/Sky) in weite Ferne gerückt, da Hertha BSC den Vorsprung auf vier Zähler ausgebaut hat. Drei Spieltage vor dem Ende herrscht Alarmstimmung bei den Schwaben, denn die Formkurve des Tabellen-16. zeigt steil nach unten. Nicht einmal die Relegation scheint sicher, da Arminia Bielefeld noch einmal den Trainer gewechselt und den Glauben noch nicht aufgegeben hat. Wir beleuchten die Ausgangslage vor dem Schlussspurt im Abstiegskampf:

Hertha BSC (15. Platz/32 Punkte): Auch dank Felix Magath gehen die Berliner mit der besten Ausgangslage in den Endspurt. Der 68-Jährige hat dem Club offenbar gerade noch rechtzeitig wieder Leben eingehaucht. Nach der 1:4-Niederlage gegen den Stadtrivalen 1. FC Union gewann die Hertha die wichtigen Duelle mit den direkten Konkurrenten Augsburg und Stuttgart. Magath wusste schon davor, dass «diese Spiele entscheidend sein werden».

Schon am 32. Spieltag beim Vorletzten Arminia Bielefeld winkt die vorzeitige Rettung. «Das ist wie ein Finale für uns. Wir werden gegen Arminia alles geben», sagte Kapitän Dedryck Boyata. Auch danach gegen den formschwachen FSV Mainz 05 sind Punkte realistisch. Am letzten Spieltag geht es zum Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund - möglicherweise schon ohne Druck.

VfB Stuttgart (16. Platz/28 Punkte): Die Stimmung ist gekippt, das zwischenzeitlich zurückerlangte Selbstvertrauen verschwunden. Seit vier Spielen sind die Schwaben sieglos. Hinzu kommen immer wieder Ausfälle von Leistungsträgern wie Atakan Karazor, Wataru Endo und Sasa Kalajdzic (alle Covid-19). Besonders die zuletzt gezeigte Leistung beim 0:2 im Berliner Olympiastadion hinterließ Fragezeichen.

Zudem ist das Restprogramm anspruchsvoll. In den Heimspielen gegen den bereits geretteten VfL Wolfsburg und den potenziellen Europa-League-Teilnehmer 1. FC Köln müssen Siege her. Dazwischen geht es zum alten und neuen deutschen Meister FC Bayern München. «Wir haben es nicht in der eigenen Hand», sagte Sportdirektor Sven Mislintat, der mit der Mannschaft auch darum bemüht ist, die Fans wieder hinter sich zu bringen. Immerhin könnte in der Relegation der dritte Abstieg in sieben Jahren noch abgewendet werden. «Wir müssen in die Spiele reingehen, als wären es unsere letzten», sagte Waldemar Anton.

Arminia Bielefeld (17. Platz/26 Punkte): Die Ostwestfalen haben noch einmal reagiert und Frank Kramer als Trainer vor dem 31. Spieltag entlassen. Eine positive Reaktion blieb aus. Mittlerweile warten die Bielefelder seit Mitte Februar auf einen Dreier. Der Rückstand auf Platz 15 beträgt sechs Punkte, auf den VfB zwei.

«Es setzen wahrscheinlich nicht viele Leute auf uns, müssen sie auch nicht. Wichtig ist, dass wir daran glauben», sagte Cédric Brunner. «Solange es mathematisch noch nicht feststeht, dass wir runtergehen, glaube ich voll an uns.»

Gegen die Hertha hilft nur ein Sieg, um die Hoffnungen auf einen Verbleib in der Bundesliga am Leben zu erhalten. Danach geht es zum ohne Druck spielenden VfL Bochum und am letzten Spieltag daheim gegen den Europa-League-Halbfinalisten RB Leipzig.

Das Restprogramm der Abstiegskandidaten im Überblick:

VfB Stuttgart

  • VfL Wolfsburg (H)
  • Bayern München (A)
  • 1. FC Köln (H)

Hertha BSC Berlin

  • Arminia Bielefeld (A)
  • 1.FSV Mainz 05 (H)
  • Borussia Dortmund (A)

Arminia Bielefeld

  • Hertha BSC (H)
  • VfL Bochum (A)
  • RB Leipzig (H)

Die Relegations-Termine:

  • Hinspiel am 19. Mai (20.30 Uhr): Tabellen-16. Bundesliga - Tabellendritter 2. Bundesliga
  • Rückspiel am 23. Mai (20.30 Uhr): Tabellendritter 2. Bundesliga - Tabellen-16. Bundesliga

Beide Spiele werden live bei Sky und Sat.1 übertragen