VfB Stuttgart

VfB Stuttgart im Abstiegskampf: Formkrisen zur absoluten Unzeit

Fußball VfB Stuttgart vs. VfL Wolfsburg
Sorgenfalten bei Sasa Kalajdzic und Borna Sosa. © Pressefoto Baumann

Ausgerechnet im Saisonendspurt kommen einige Profis des VfB Stuttgart nicht mehr an ihr Leistungslimit. Besonders schmerzhaft ist dabei die Formkrise von Stürmer Sasa Kalajdzic, der in den letzten Spielen kaum stattfand, geschweige den für Torgefahr sorgte. Zumindest Torhüter Florian Müller zeigte zuletzt gegen Wolfsburg, welchen Wert er für das Team haben kann.

Kalajdzic seit über einem Monat ohne Tor aus dem Spiel

Der Blick auf die Statistiken von Sasa Kalajdzic im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg fördert im negativen Sinne beachtliches zutage: Null Torschüsse, null Torabschlüsse und nur 34 Ballkontakte. Arg viel weniger Beteiligung am Spielgeschehen ist für einen Offensivmann kaum möglich.

Noch schlimmer wird es mit Blick auf die letzten vier Spiele des Zweimeter-Mannes: In den Partien gegen Bielefeld (1:1), Mainz (0:0), Hertha (0:2) und Wolfsburg (1:1) kam der Österreicher insgesamt nur auf elf Ballberührungen im Strafraum. Zwei Schüsse stehen zu Buche, einer davon aufs Tor. Und das war der verwandelte Handelfmeter auf der Bielefelder Alm.

Aus dem Spiel heraus gelang dem Angreifer zuletzt am 12. März bei Union Berlin ein Treffer. Eine Formkrise zu absoluten Unzeit. Doch was sind die Gründe?

Sorgen bei Sasa und Sosa: Woran es hakt

Zum einen ist Kalajdzic im Sturmzentrum allzu oft von den Versorgungswegen eines Stürmers abgeschnitten. Was direkt mit der Leistungsdelle eines anderen Spielers zusammenhängt: Borna Sosa.

Den Flanken des Kroaten mangelte es zuletzt häufig an Schärfe und Genauigkeit. Für den Boulevard wird so aus dem Traum- ein Sorgen-Duo. Trainer Pellegrino Matarazzo erklärte nach dem Wolfsburg-Spiel, dass Sosa zuletzt aufgrund von muskulären Problemen nur mit Schmerzmitteln auf dem Platz stehen konnte.

„Es spricht für ihn“, so Matarazzo, „dass er sich trotz der Probleme immer bereitgestellt hat. Borna ist in den letzten Wochen im Training auch nie regelmäßig zum Flanken gekommen, um die gereizte Stelle zu schonen.“ Sportdirektor Sven Mislintat ergänzte: „Borna muss gegen den Schmerz spielen. Er beißt richtig auf die Zähne, haut sich voll in den Dienst der Mannschaft.“

Einsatzbereitschaft und Willen stimmen - der Ertrag nicht

Einsatzbereitschaft und Willen können auch Kalajdzic nicht abgesprochen werden. Der 24-Jährige ackert und müht sich ab, einzig der Ertrag stimmt nicht. Und gegen Wolfsburg musste sich der österreichische Nationalspieler zudem gegen die VfL-Abwehrkanten John Anthony Brooks (1,93 Meter) und Maxence Lacroix (1,90 Meter) durchsetzen. Beileibe kein einfaches Unterfangen. 

Wenig verwunderlich, dass seine Stärken (Bälle sichern, abschirmen und weiterleiten) kaum zur Geltung kamen. Allerdings gelang das auch schon in den Spielen zuvor immer seltener. Am vergangenen Spieltag hatte Kalajdzic nun die schlechteste Passquote aller Stuttgarter (55 Prozent). Die meisten VfB-Torschüsse (4) feuerte Abwehrchef Waldemar Anton ab. Auch das bezeichnend. 

„Monstersituation“: Mislintat lobt Keeper Florian Müller

Einer der wenigen VfB-Profis, die am Wochenende ein ordentliches Spiel ablieferten, war Torhüter Florian Müller. Der Saarländer stand bei vielen Fans zuletzt in der Kritik, bekam von der sportlichen Leitung aber den Rücken gestärkt. Am Samstag zahlte er dieses Vertrauen mit einer tollen Parade gegen Jonas Wind zurück. In der 87. Minute verhinderte er beim Spielstand von 0:1 sehenswert den zweiten Wolfsburger Treffer - und damit wohl die Vorentscheidung.

„In dieser Monstersituation hat uns Flo geholfen, im Spiel zu bleiben“, lobte Mislintat anschließend. „Das war ganz wichtig.“ Zwei Minuten später erzielte Joker Chris Führich auf Vorlage des ebenfalls eingewechselten Enzo Millot den Ausgleich. Für Führich der erste Joker-Treffer in der Bundesliga, für Millot der erste Scorerpunkt überhaupt im deutschen Fußball-Oberhaus.

Schon am kommenden Sonntag wird Müller wieder in den Fokus rücken. Wenn der VfB beim Meister in München antritt, wird der Stuttgarter Schlussmann alle Hände voll zu tun haben. Dann kann er seinen Wert für die Mannschaft erneut beweisen. An Möglichkeiten dazu wird es ihm gegen Lewandowski, Gnabry und Co. sicherlich nicht mangeln.