VfB Stuttgart

VfB-Trainer im Fokus anderer Clubs: Pellegrino Matarazzo und der Fluch der guten Arbeit

Fußball Bundesliga  RB Leipzig  vs. VfB Stuttgart
Gefragte Trainer: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo (li.) und der künftige Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. © Pressefoto Baumann

Der US-Amerikaner Jesse Marsch folgt in Leipzig nach übereinstimmenden Medien-Berichten auf Julian Nagelsmann. Dessen millionenschwerer Wechsel zum FC Bayern München war am Dienstag (27.04.) verkündet worden. Nun, da die Nagelsmann-Nachfolge auf kurzem RB-Dienstweg geklärt worden ist, dürfen auch die Fans des VfB Stuttgart aufatmen. Zumindest für den Moment. Denn: Das Trainer-Karussell in der Bundesliga dreht sich so schnell wie schon lange nicht mehr.

Warum auch Matarazzo in den RB-Fokus rückte

Neben Marsch (aktuell RB Salzburg), Roger Schmidt (PSV Eindhoven) und Oliver Glasner (VfL Wolfsburg) war in der Diskussion über den neuen RB-Trainer schnell auch der Name Pellegrino Matarazzo gefallen. Der Coach der Stuttgarter hat im Schwabenland erst den Wiederaufstieg realisiert und anschließend mit einer jungen Mannschaft die erste Liga aufgemischt.

Mit anderen Worten: Wie viele seiner Spieler hat sich auch der VfB-Trainer durch seine hervorragende Arbeit in den Fokus anderer Clubs gerückt. Zudem arbeitete er bei der TSG Hoffenheim als Co-Trainer von Julian Nagelsmann und teilte sich während der Ausbildung zum Fußballlehrer ein Zimmer mit dem heute 33-Jährigen. Beim VfB hat Matarazzo allerdings erst vor wenigen Wochen einen neuen, bis 2024 datierten, Vertrag unterschrieben. Eine Ausstiegsklausel (4,5 Millionen Euro) gibt es laut Medienberichten erst im Sommer 2023. 

Jesse Marsch war von Anfang an der Favorit

Marsch war jedoch von Anfang an der Favorit der Sachsen. Der 47-Jährige war 2018 aus New York nach Leipzig gekommen, war ein Jahr unter Ralf Rangnick Co-Trainer und zog mit RB ins Pokalfinale ein. Danach wechselte er als Cheftrainer nach Salzburg, wo er unter anderem Erling Haaland trainierte und bei der ersten Teilnahme ins Achtelfinale der Champions League vorstieß. Er selbst hatte trotz eines Vertrages bis 2022 ohne Ausstiegsklausel immer wieder sein Interesse beteuert, irgendwann als Chef nach Leipzig zurückzukehren.

Ein Wechsel von Pellegrino Matarazzo nach Leipzig war also von vornherein wenig realistisch. Zum einen, weil sich der 43-Jährige in Stuttgart pudelwohl fühlt und das Projekt mit seiner talentierten Truppe gerne fortführen möchte. Zum anderen, weil er zu keinem Zeitpunkt ganz oben auf der Trainer-Shortlist von RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff stand. Sehr zur Freude und Erleichterung der Stuttgarter Anhänger.

Das Trainer-Karussell dreht sich rasant

Doch das Trainer-Karussell in der Bundesliga dreht sich in diesem Sommer schwindelerregend schnell. Die Eintracht aus Frankfurt sucht für die kommende Spielzeit ebenfalls einen neuen Übungsleiter. Neben Urs Fischer (Union Berlin) und Oliver Glasner fällt auch hier der Name Matarazzo. Und sollte Glasner den VfL Wolfsburg verlassen, dürfte auch hier schnell der Stuttgarter Cheftrainer in der Verlosung landen. 

Ausstiegsklausel hin oder her: In Zeiten, da selbst für Trainer Ablösesummen in zweistelliger Millionenhöhe bezahlt werden, scheint nichts mehr ausgeschlossen. Die VfB-Fans werden sich also gezwungenermaßen auf weitere Gerüchte und Spekulationen rund um ihren Trainer einstellen müssen. Das nennt man dann wohl den Fluch der guten Arbeit. Immerhin muss die weiß-rote Fangemeinde dieses Jahr keine nervenaufreibenden Ab- oder Aufstiegskämpfe durchstehen. Sondern sich lediglich sorgen, dass im Sommer Trainer, Stammkeeper oder der Top-Stürmer weggekauft werden. Quasi ein Luxus-Problem.