VfB Stuttgart

Vorstandssuche beim VfB: Sven Mislintat bleibt - obwohl keine Lösung in Sicht ist

Fußball VfL Wolfsburg vs. VfB Stuttgart
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat bestätigte bei Sky90: "Ich bleibe beim VfB." Unabhängig von der Entscheidung, wer neuer Sportvorstand werde. © Pressefoto Baumann

Sportlich läuft es aktuell beim VfB Stuttgart. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, dazu ein hochverdienter 2:0-Sieg beim VfL Wolfsburg. Doch hinter den Kulissen knirscht es gewaltig: Die Suche nach einem neuen Sportvorstand ist eine heikle Angelegenheit, die Gemengelage ist verworren und kompliziert. Wird der Posten mit einer internen oder externen Lösung besetzt? Und wie verärgert ist Sportdirektor Sven Mislintat über den zähen Auswahlprozess, den der Aufsichtsrat um Präsident Claus Vogt zu verantworten hat? Dazu äußerte sich der 49-Jährige am Sonntagmittag (12.12.) bei Sky90.

Nach Hitzlsperger-Abgang: Wer schützt nun den VfB-Weg?

Das Problem liegt auf der Hand: Nach dem angekündigten Abschied von Thomas Hitzlsperger wird der Posten des Sportvorstands frei. Und damit verlässt genau die Person das rote Clubhaus in Bad Cannstatt, die Sven Mislintat in den knapp zweieinhalb Jahren zuvor den Rücken freigehalten hat. Die Person, die das Projekt "Junge Wilde 2.0" auf Vorstandsebene unterstützt und geschützt hat.  "Thomas war ein ganz wichtiger Faktor und hat unseren Weg mitgetragen - als unser Chef", so der Sportdirektor.

Nun gehe es darum, wer der Nachfolger werde - und ob das Projekt auch in Zukunft so geschützt werde, wie es unter Hitzlsperger der Fall war. "Wir müssen inhaltlich darüber diskutieren, wo wir hinwollen, was wir sind und was wir geleistet haben", stellt Mislintat klar. Da sei es doch klar, dass er und seine Kollegen auf Direktoren-Ebene (Markus Rüdt und Thomas Krücken, Anm. d. Red.) genau wissen wollen, wie es weitergeht.

Mislintat will seine Kompetenzen behalten - und fordert Vertrauen ein

Mislintat gehe es dabei vor allem um ein Thema: Gestaltungsfreiheit. Diese hatte er unter Thomas Hitzlsperger, per Vertrag ist der Sportdirektor mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet. "Am Ende des Tages gibt es zwei bis drei Personen, die in einem Fußball-Club die sportlichen Entscheidungen treffen."

Umso flacher diese Strukturen seien, desto klarer könne ein Club entwickelt werden. Im Klartext heißt das: Umso mehr Personen, desto mehr Chaos. Mislintat will seine Entscheidungsfreiheit behalten - und keinen Sportvorstand vorgesetzt bekommen, der seine Kompetenzen einschränkt.

Doch nicht nur das. Sven Mislintat geht es auch um Wertschätzung und Vertrauen - und verdeutlicht nochmals, warum er auf eine interne Besetzung des Postens pocht. Nach zweieinhalb Jahren könne man bewerten, "ob der Weg, den wir gehen und gegangen sind, auch durch einen von uns im Vorstand repräsentiert werden sollte." Durch eine externe Besetzung sehe er seinen eingeschlagenen Weg in Gefahr. 

Neuer Sportvorstand: Externe Lösung noch nicht vom Tisch

Dabei sollte genau eine solche externe Lösung für den sportlichen Bereich eigentlich vom Tisch sein. Das war zumindest übereinstimmend am Donnerstag (09.12.) berichtet worden. Bei Sky90 erklärte Mislintat nun: "Es gibt keinen neuen Kenntnisstand und keine klaren Aussagen."

Der Aufsichtsrat habe sich laut dem Sportdirektor noch nicht entschieden, ob es eine externe oder interne Lösung geben soll. Es gebe nach wie vor eine "inhaltliche und offene Diskussion" - eine endgültige Entscheidung sei vertagt. Was wohl auch mit der Suche nach einem neuen CEO zusammenhängt, bei der jüngst mit Jochen Sauer ein neuer Name ins Spiel kam.

Mislintat stellt klar: Ich bleibe beim VfB

Es ist also nach wie vor alles offen, was die Nachfolge von Thomas Hitzlsperger angeht. Das bedeutet für Sven Milsintat aber nicht, dass er seine Zukunft bei den Schwaben in Frage stellt. "Ich bin in Stuttgart, weil dieser Club fantastisch ist."

Wenn er die Mannschaft und die tägliche Arbeit sehe, die Dynamik seines Teams, dann "bin ich einfach mit vollem Herzblut dabei." Er respektiere zu 100 Prozent seinen Vertrag, der noch bis 2023 läuft. "Ich bleibe beim VfB - unabhängig von der Entscheidung."

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