VfB Stuttgart

Waiblinger Sturmtalent auf dem Sprung nach oben

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Gelingt Leon Dajaku, hier links vorne beim Trainingsauftakt im Robert-Schlienz-Stadion, in dieser Saison der Sprung zu den Profis? © ZVW/Benjamin Büttner

Stuttgart/Waiblingen. Hinter dem 18-jährigen Leon Dajaku liegt eine fast perfekte Spielzeit. Mit der A-Jugend des VfB Stuttgart wurde der gebürtige Waiblinger DFB-Pokalsieger, Vizemeister und er holte den Verbandspokal. Zudem debütierte er in der Bundesliga und darf sich in der Vorbereitung auf die neue Saison bei den Profis präsentieren.

Es war kalt, grau und nass an diesem ungemütlichen Dezemberabend im Gladbacher Borussia-Park. Zu allem Übel setzte es für die Profis des VfB Stuttgart eine herbe 0:3-Niederlage. Dennoch wird sich Leon Dajaku sein Leben lang an diesen 9. Dezember 2018 erinnern.

„So einen Tag vergisst man nicht“

An diesem Tag durfte er zum ersten Mal auf der großen Bühne Bundesliga ran. „Der Puls ging auf jeden Fall hoch“, sagt Dajaku. „Mit 17 Jahren in der Profimannschaft zu debütieren, ist schon etwas ganz Besonderes. Und dann auch noch gegen Gladbach! Eine echte Topmannschaft.“ Der junge Stürmer wurde ins eiskalte Bundesliga-Wasser geworfen, schwamm sich aber schnell frei. „Auch wenn es kalt und nass war und wir verloren haben – so einen Tag vergisst man nicht.“Am Tag seines Debüts war Dajaku 17 Jahre, sieben Monate und 27 Tage alt. Damit ist er hinter Timo Werner (17 Jahre, fünf Monate, elf Tage) und seinem Mannschaftskollegen Antonis Aidonis (17 Jahre, fünf Monate und 19 Tage) der drittjüngste Bundesliga-Debütant in der langen VfB-Historie. Ex-Trainer Markus Weinzierl hatte den beidfüßigen Stürmer und den bulligen Abwehrspieler Aidonis im Herbst 2018 zu den Profis hochgeholt. Die Personallage war dünn, viele Spieler fehlten verletzt - und so öffnete sich für die beiden Jungprofis eine Tür.

Und plötzlich trainierst du mit Mario Gomez

„Zunächst ist man schüchtern und hat noch ein bisschen Respekt vor den Profis“, blickt Dajaku zurück und ergänzt lachend: „Du schwitzt schon ein bisschen, wenn du auf einmal vor Mario Gomez stehst.“ Doch mit jeder Trainingseinheit wich die Nervosität des damals 17-Jährigen. Und von einem erfahrenen Haudegen wie dem ehemaligen Nationalstürmer kann ein blutjunger Angreifer schließlich eine Menge lernen. „Von Mario kann ich mir im Training enorm viel abschauen.“

Auch im Wintertrainingslager der Profis im spanischen La Manga durften die beiden Talente mitmischen, danach ging es wieder zurück in die U 19. Mit der Stuttgarter A-Jugend holte Dajaku in seinem ersten A-Juniorenjahr den DFB-Pokal (2:1 gegen Leipzig), wurde Deutscher Vizemeister (3:5 gegen den BVB) und feierte den Verbandspokalsieg (4:2 gegen Ulm). „Eine fast perfekte Saison in der U 19. Besser hätte es eigentlich nicht laufen können.“Viel Zeit zum Entspannen hatte das 1,80 Meter große Sturmtalent in diesem Sommer allerdings nicht. Der neue VfB-Cheftrainer Tim Walter holte ihn für die Vorbereitung zur Profimannschaft. Die startete wegen des Abstiegs in die 2. Liga bereits Anfang Juli.

„Letztlich wird der Trainer entscheiden, was für meine Entwicklung besser ist“

„Die Türe steht für jeden sperrangelweit offen“, erklärte Sportdirektor Sven Mislintat zum Vorbereitungsstart mit Blick auf die Kaderplätze. Einen davon möchte sich auch Leon Dajaku erarbeiten: „Nachdem ich letztes Jahr schon ein bisschen oben mit dabei war, würde ich mich in dieser Saison über mehr Einsätze bei den Profis freuen.“

Walters offensiver und aktiver Spielstil kommt ihm dabei entgegen. „So wie er Fußball spielen lassen will, macht das sehr viel Spaß – ist aber auch intensiv.“ Ob dem Sturmtalent schlussendlich der Sprung nach oben gelingt, ist noch unklar. Die Anforderungen der körperlich robusten 2. Liga sind hoch, die gegnerischen Abwehrspieler echte Brecher - und mit Gomez (33), den Neuzugängen Hamadi Al Ghaddioui (28/kam aus Regensburg), Tanguy Coulibaly (18/kam von Paris Saint-Germain) sowie Nicolas Gonzalez (21) und Anastasios Donis (22) ist die Konkurrenz im VfB-Sturm groß.

Dajaku lässt sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen: „Letztlich wird der Trainer entscheiden, was für meine Entwicklung besser ist. Wenn er mich in die U 19 schickt, werde ich dort Gas geben. Und vielleicht schaffen wir es dieses Jahr mit der Meisterschaft.“


Über Waiblingen und Rommelshausen zum VfB

Leon Dajaku wurde am 12. April 2001 in Waiblingen geboren.

Der 1,80 Meter große Stürmer spielt seit 2014 für den VfB Stuttgart und lief bereits dreimal für die deutsche U-18-Nationalmannschaft auf.

In der Saison 2017/18 wurde er mit 23 Toren Torschützenkönig der B-Junioren- Bundesliga Süd/Südwest. In der abgelaufenen Spielzeit erzielte er elf Treffer.

Bevor er ins Nachwuchsleistungszentrum der Stuttgarter wechselte, spielte er für den FSV Waiblingen (E- und D-Jugend) und die Spvgg Rommelshausen (Bambini und F-Jugend).

Dajaku wohnt gemeinsam mit seinen Eltern und den beiden jüngeren Brüdern in Fellbach.