VfB Stuttgart

Warum der Vereinsbeirat keine Namen veröffentlicht

VfB Stuttgart gegen 1. FC Köln (13.10.2017)_0
Symbolbild. © Büttner / ZVW

Stuttgart. Sechs von zehn sind bekannt, vier weitere bleiben bis auf weiteres im Verborgenen. Die Rede ist von den insgesamt zehn formal- und fristgerecht eingereichten Bewerbungen für das Präsidentenamt des VfB Stuttgart. Doch warum veröffentlicht der mit der Auswahl der Kandidaten betraute Vereinsbeirat nicht die Namen aller Bewerber?

Wie das Gremium am Dienstag bekanntgab, haben sich Männer und Frauen im Alter von 45 bis 65 Jahren für das Amt beworben und wollen auf der Mitgliederversammlung am 15. Dezember gewählt werden. Die Satzung des Vereins lässt für die Wahl nur zwei Kandidaten zu, die vom Vereinsbeirat aufgestellt werden müssen. Diese Entscheidung soll am 7. November verkündet werden.

Persönlichkeitsrechte vs. Transparenz

Nach eigener Aussage ist der achtköpfige Vereinsbeirat unter der Leitung von Wolf-Dietrich Erhard bestrebt, den Auswahlprozess „so transparent wie möglich zu gestalten“. Demgegenüber stünden aber die Persönlichkeitsrechte der Bewerber und Bewerberinnen, so das Gremium in der offiziellen Mitteilung vom Dienstag.

Demnach haben einige Kandidaten bei ihrer Bewerbung um Vertraulichkeit gebeten und so habe man sich entschieden, bis zur Bekanntgabe der zwei Kandidaten oder Kandidatinnen keine Namen zu nennen oder Namen zu kommentieren. Selbstverständlich stehe es allerdings jedem Bewerber und jeder Bewerberin frei, sich während dieses Prozesses selbst an die Öffentlichkeit zu wenden. Die Satzung schreibt eine Anonymisierung der Kandidaten nicht vor.

Das sagt ein Experte für Vereinsrecht

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung präzisierte der Vereinsbeiratsvorsitzende Erhard: „Beim Amt des VfB-Präsidenten handelt es sich um ein Amt mit starker öffentlicher Interessenlage, aber nicht um ein öffentliches Amt. Vertraulichkeit ist vor diesem Hintergrund ein hohes Gut – und diese haben wir als Vereinsbeirat den Bewerbern zugesichert, weil einige ihre Persönlichkeitsrechte gewahrt sehen wollten. Dies gilt bis zum 7. November.“

Doch warum dieses Vorgehen? Sollte der größte Sportverein in Baden-Württemberg bei der Suche nach einem neuen Präsidenten nicht transparenter arbeiten? Der Stuttgarter Rechtsanwalt Dr. Alexander Böck, der sich unter anderem auf Vereinsrecht spezialisiert hat, hält es für angebracht, kritische Überlegungen anzustellen. „Gegebenenfalls wären nach meiner Meinung zumindest diejenigen Kandidaten in der Öffentlichkeit namentlich zu benennen und vorzustellen, die nicht ausdrücklich um Vertraulichkeit gebeten haben“, sagte Böck auf Nachfrage unserer Redaktion. Eine Rechtsmeinung stelle dies allerdings nicht dar.


Bislang öffentlich bekannte Bewerber: 

  • Guido Buchwald (VfB-Ehrenspielführer)
  • Matthias Klopfer (Schorndorfer Oberbürgermeister)
  • Claus Vogt (Unternehmer und Fanaktivist)
  • Bernd-Michael Hümer (stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart)
  • Christian Riethmüller (Geschäftsführer der Buchhandlung Osiander)
  • Markus Reiners (Stuttgarter CDU-Stadtrat)

WhatsApp-Newsletter zum VfB Stuttgart

  • Schneller und einfacher geht's nicht: VfB-News direkt auf's Handy per WhatsApp. Mit unserem VfB-Newsletter bleiben Sie auf Ballhöhe und sind immer bestens informiert. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie sich anmelden können
  • Sie haben unseren ZVW-WhatsApp-Newsletter bereits abonniert und wollen zusätzlich noch den VfB-Newsletter erhalten? Dann schicken Sie uns einfach via WhatsApp eine kurze Nachricht und wir schalten Sie für unseren neuen Service frei.