VfB Stuttgart

Warum Sportdirektor Mislintat seinem Trainer Matarazzo eine Jobgarantie ausspricht

Pellegrino Matarazzo
Sitzt beim VfB fest im Sattel bzw. auf der Trainerbank: Pellegrino Matarazzo. © ZVW/Benjamin Büttner

Vor dem Kracher gegen den Hamburger SV hat Sportdirektor Sven Mislintat seinem Trainer Pellegrino Matarazzo eine Jobgarantie ausgesprochen. Rund um den VfB Stuttgart könnte es nach dem verpatzen Restart nach der Corona-Pause wieder einmal unruhig werden. Nach den Niederlagen in Wiesbaden und Kiel steht der große Aufstiegsfavorit unter Druck – und der Stuttgarter Coach muss sich nach nur neun Spielen im Amt ersten kritischen Fragen stellen. „Hier ist intern ganz klar, dass Rino in jedem Fall unser Trainer ist nächstes Jahr“, bekräftigte Sportdirektor Sven Mislintat einen Tag nach der 2:3-Pleite gegen Holstein Kiel. „Die Frage können wir uns echt sparen, auch wenn wir gegen den HSV und Dresden verlieren sollten, können wir uns das sparen.“ Klare Worte, die eine womöglich drohende Trainerdiskussion bereits im Keim ersticken sollen.

Die Mannschaft rückt in den Fokus

Vor dem richtungsweisenden Spiel gegen den HSV (20.30 Uhr/ZVW-Liveticker) stärkt die sportliche Führung ihrem Trainer demonstrativ den Rücken. Vielmehr rückt die zuletzt enttäuschende Mannschaft immer stärker in den Fokus. Gomez, Didavi und Co. müssen jetzt liefern. Mislintat knüpft durch das klare Bekenntnis auch seine eigene Zukunft an die des Trainers, den er und Sportvorstand Thomas Hitzlsperger Anfang des Jahres als Nachfolger für den entlassenen Tim Walter präsentierten. Der Kaderplaner aus Westfalen und der studierte Mathematiker aus New Jersey bilden fortan eine Schicksalsgemeinschaft.

Von der Arbeit des Trainers sind Mislintat und Hitzlsperger restlos überzeugt. Trotz der jüngsten Negativserie mit nur einem Punkt aus den letzten vier Spielen. Auch die Mannschaft steht laut Sportdirektor Mislintat komplett hinter dem im Profigeschäft noch unerfahrenen Fußballlehrer: „Rino macht einen herausragenden Job. Die Mannschaft weiß das und schätzt Rino sehr.“ Nach einem starken Start ins Fußballjahr 2020 - 13 von 15 möglichen Punkten aus den ersten fünf Spielen - ist der Traditionsclub schon in den letzten Spielen vor der Corona-Unterbrechung aus dem Tritt geraten.

Auswärts schwächeln die Schwaben bedenklich

In Fürth setzte es eine 0:2-Niederlage und im Spitzenspiel gegen Arminia Bielefeld kamen die Schwaben nicht über ein 1:1 hinaus. Zum Auftakt in die Rest-Rückrunde folgten nun die enttäuschenden Auftritte in Wiesbaden und Kiel. Rund um die Mercedesstraße schrillten sofort die Alarmglocken. Viele Fans wähnen das große Ziel vom direkten Wiederaufstieg in Gefahr.

Fakt ist: Das Stuttgarter Kollektiv funktioniert noch lange nicht reibungslos – und die Zeit rennt. In der laufenden Saison setzte es bereits acht Niederlagen. Mehr als Hamburg (fünf) und Bielefeld (zwei) zusammen. Vor allen auswärts schwächeln die Schwaben bedenklich. Mit nur drei Siegen aus 14 Spielen rangiert der VfB in der Auswärtstabelle auf dem 10. Platz. Dem Team fehlt zudem ein treffsicherer Torjäger. Hinzu kommen immer wieder haarsträubende individuelle Fehler. Unter dem Strich spielt kaum ein VfB-Profi am Limit.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der VfB mit einem Heimsieg gegen den HSV den zweiten Tabellenplatz wieder zurückerobern kann. Und dann hätten die Stuttgarter trotz der bislang durchwachsenen Saison im Liga-Endspurt alles in der eigenen Hand. 

Neue Podcast-Folge: Ist der Aufstieg in Gefahr?

  • Warum bleibt der VfB Stuttgart unter seinen Möglichkeiten? Der Verein hat den höchsten Etat der 2. Liga. Er hat mutmaßlich den größten Kader. Er verfügt über die meisten jungen Talente. Er besitzt die bestbezahltesten erfahrenen Spieler der Zweiten Bundesliga. Er hat einen der besten deutschen Talentscouts als Sportdirektor und einen der intelligentesten Ex-Fußballspieler als Vorstand. Trotzdem besteht die Gefahr, dass die Mannschaft jetzt den Aufstieg verspielt.
  • Darüber spricht Frank Nipkau mit unserem VfB-Reporter Danny Galm. „Wir reden über den VfB“ ist der Fußball-Podcast aus dem Zeitungsverlag Waiblingen.
  • Sie hören die neue Folge auf zvw.de/podcastSpotify oder auf Apple Podcast.