VfB Stuttgart

Warum VfB-Trainer Matarazzo trotz aller Rückschläge optimistisch bleibt

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo gibt vor einem Spiel ein Interview. Foto: Silas Stein/dpa/Archivbild © Silas Stein

Niedergeschlagen. Müde. Ratlos. Nach der 2:3-Pleite gegen Eintracht Frankfurt, dem mittlerweile sechsten sieglosen Spiel in Serie für seine Mannschaft, erlebten Fans und Beobachter einen extrem zerknirschten Cheftrainer des VfB Stuttgart. Doch Pellegrino Matarazzo steckt nicht auf. „Ich bin VfB-Trainer, und ich renne niemals weg. Ich kämpfe immer härter und will diese Aufgabe erfolgreich gestalten“, so der fast schon trotzige Appell des Italoamerikaners auf der Pressekonferenz vor dem kommenden Auswärtsspiel in Leverkusen am Samstag (12.02.).

Anton und Kalajdzic fallen aus

Angesichts des aktuellen Negativlaufs der Schwaben und der beeindruckenden Form des nächsten Gegners wird manchem Anhänger Angst und Bange vor dem Gastspiel in der BayArena. Und als sei die Niederlage gegen Frankfurt, bei dem sich die Schwaben zwei Mal zurückgekämpft hatten, nicht schon bitter genug gewesen, erreichen den verunsichert aufspielenden Tabellenvorletzten unter der Woche die nächsten schlechten Nachrichten. Abwehrchef Waldemar Anton und Torjäger Sasa Kalajdzic fallen aus

Dabei hatte Anton im Heimspiel gegen die Hessen nach 518 torlosen Minuten die längste Flaute der Stuttgarter in der Bundesliga beendet und auch Kalajdzic war zum ersten Mal in dieser Saison erfolgreich gewesen. Der Innenverteidiger wurde unter der Woche jedoch positiv auf das Coronavirus getestet und Kalajdzic, der wegen Covid-19 und einer Schulterverletzung erst fünf Spiele in dieser Spielzeit absolvieren konnte, erlitt sowohl im Duell gegen die Eintracht als auch im Training einen Schlag auf die Wade, bestätigte Matarazzo.

„Ich denke lösungsorientiert und bringe einen gewissen Optimismus mit“

Wer einspringen wird, ließ der Coach am Donnerstag (10.02.) offen. Mit Atakan Karazor, Pascal Stenzel und Roberto Massimo in der Defensive sowie Alexis Tibidi, Sporting-Lissabon-Leihgabe Tiago Tomás und den Rückkehrern Omar Marmoush (Afrika-Cup) und Tanguy Coulibaly (Fußverletzung) in der Offensive gibt es immerhin zahlreiche Optionen. „Entscheidend ist für mich, wer bereit ist“, machte Matarazzo klar.

Er selbst habe eine Nacht gebraucht, um wieder in den Angriffsmodus zu schalten. Da wirkt es fast schon bewundernswert, wie Pellegrino Matarazzo trotz der vielen Nackenschläge seinen Optimismus nicht verliert. Auf die Frage, woher er die Kraft nehme, sich immer wieder aufzurichten, antwortete er: „Vielleicht liegt es an meiner Persönlichkeitsstruktur und auch an der Erziehung. Ich denke lösungsorientiert und bringe einen gewissen Optimismus mit.“

Matarazzo fordert Haltung ein

Trotzdem stellt sich die Frage, wie lange er es schafft, diese positive Ausstrahlung beizubehalten. Immerhin wird der Coach von den Fans ebenso gestützt wie vom Vorstand und der sportlichen Leitung. Das helfe, um in Ruhe arbeiten zu können, sagte Matarazzo, der nicht zur Diskussion steht. Hoffnung gebe ihm außerdem die Tatsache, dass die Begegnung gegen „die Mannschaft der Stunde“, wie der 44-Jährige die seit vier Spielen ungeschlagenen und auf Champions-League-Kurs liegenden Leverkusener bezeichnet, beim Stand von 0:0 beginnen würde.

Sollte eine weitere Niederlage folgen und der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze, der aktuell vier Punkte beträgt, anwachsen, muss sich der Coach aber mit dem nächsten Rückschlag befassen. Um das zu verhindern, verlangt er von seiner Mannschaft Haltung. „Man braucht kein Selbstvertrauen, um leidenschaftlich zu verteidigen“, sagte Matarazzo, der verspricht: „Wir werden kämpfen.“

So könnte der VfB spielen:

Müller - Sosa, Ito, Karazor, Mavropanos - Endo, Mangala - Führich, Tomas, Silas - Marmoush