VfB Stuttgart

Wolf fordert eine Reaktion

Mannschaftstraining VfB Stuttgart Dienstag - 18.10._11
VfB-Cheftrainer Hannes Wolf: "Eine Mannschaft muss ein Gespür dafür entwickeln, falls ein Spiel in die falsche Richtung läuft." © Danny Galm

Die herbe 0:5-Klatsche beim Aufsteiger Dynamo Dresden war auch auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den TSV 1860 München (21.10./18:30 Uhr/ZVW-Liveticker) das beherrschende Thema. "Es wäre falsch die Niederlage unter den Teppich zu kehren", so der Stuttgarter Cheftrainer Hannes Wolf am Mittwoch. Vielmehr wollen die Schwaben den Spieß umdrehen und gestärkt aus der deftigen Pleite hervorgehen: "Jeder der im Stadion ist muss sehen, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die in jedem Moment alles gibt."

Die Niederlage gegen Dresden schmerzt auch noch vier Tage dannach: " Wir haben den Fokus verloren und ohne Intensität gespielt."

VfB-Cheftrainer Hannes Wolf über…

…das Debakel gegen Dresden: "Das war und ist immer noch ein großes Thema. Es wäre falsch die Niederlage unter den Teppich zu kehren. Das darf und muss immer noch ein bisschen wehtun. Wir müssen an allen Schrauben drehen, dass wir nicht noch einmal ein Spiel so verlieren. Diese sieben Minuten, die uns in Dresden gekillt haben, müssen wir aufarbeiten. Es gibt viel zu lernen und es liegt jetzt an uns die richtigen Schlüsse aus der Niederlage zu ziehen."

…die Passivität der Mannschaft gegen Dresden: „Das hat sich im Laufe des Spiel so entwickelt. Bis zur 35. Minute hätte keiner gedacht, dass wir zur Halbzeit mit 0:3 zurückliegen. Eine Mannschaft muss aus sich heraus die Aufmerksamkeit hochhalten. Bei 30.000 Zuschauern in Dresden, oder am Freitag sogar 50.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena, ist der Einfluss von außen limitiert. Eine Mannschaft muss ein Gespür dafür entwickeln, falls ein Spiel in die falsche Richtung läuft. Dann muss die Mannschaft an den richtigen Stellschrauben drehen.“

…den persönlichen Umgang mit der Niederlage: "Wir fragen uns natürlich auch, was wir hätten beeinflussen können. Aber wir haben uns vorgenommen die Niederlage nicht existenziell werden zu lassen. Die Pleite schmerzt immer noch, aber dieser Schmerz beinhaltet auch eine Energie, die man nutzen kann und das werden wir am Freitag versuchen."

…die Konsequenzen aus dem Dresden-Spiel: "Wir brauchen den Fokus auf das, was wir im Spiel beeinflussen können. Ich habe mir das Dresden-Spiel sehr oft angeschaut und wir haben uns häufig mit Dingen beschäftigt, die wir nicht beeinflussen können. Wir haben den Fokus verloren und ohne Intensität gespielt. Die 2. Bundesliga bedeutet aber Intensität! Es gibt ganz viel aufzuarbeiten und besser zu machen."

…Wiedergutmachung gegen 1860: "Wiedergutmachung ist schwierig, weil der Fußball immer unberechenbar ist. Aber wir wollen es am Freitag auf jeden Fall anders machen. Jeder der im Stadion ist muss sehen, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die in jedem Moment alles gibt. Uns ist bewusst, dass eine Niederlage in dieser Form nicht mehr passieren darf. Trotzdem gibt es auch für Freitag keine Garantie, sondern wir müssen alles rein legen, intensiv Fußballspielen und unsere Aufmerksamkeit muss extrem hoch sein."

VfB-Coach Hannes Wolf warnt vor dem TSV 1860 München: " Ich erwarte eine Mannschaft, die fighten und alles geben wird."

…personelle Veränderungen: "Wir sind noch nicht allzu lange hier und hatten auch noch die Länderspielpause, während der viele Spieler nicht hier waren. Insofern befinden wir uns immer noch in einer „Kennenlernphase“. Aus dem Training und aus dem Spiel ergeben sich natürlich Eindrücke, die in die Aufstellung einfließen werden. Durch den Ausfall von Hajime Hosogai und die Rückkehr von Simon Terodde ergeben sich personelle Umstellungen. Simon wird definitiv im Kader sein. Ob er von Anfang an spielt weiß ich aber noch nicht."

…seine Erwartungen an das Heimspiel gegen 1860: "Der TSV hat eine Mannschaft, die aus einer ähnlichen Konstellation kommt, wie Dynamo Dresden vor dem Spiel gegen uns. Die letzten Wochen waren für Sechzig nicht gerade einfach. Ich erwarte eine Mannschaft, die fighten und alles geben wird. 1860 hat eine gute Mannschaft, die auch individuell gut besetzt ist. Sie haben mit Sicherheit keine leichte Zeit, aber sie werden sich am Freitag wehren."

…die "Wundertüte" VfB Stuttgart: "Erst das 1:1 in Bochum, dann das 4:0 gegen Fürth und nun das 0:5 in Dresden – das ist schon ein interessanter Verlauf. Die Ausschläge sind extrem. Es hängt viel damit zusammen, wer das erste Tor schießt. Gegen Fürth sind wir früh in Führung gegangen und gegen Dresden haben wir schnell drei Tore kassiert und dann war das Spiel im Grunde für uns vorbei. In den zwei Spielen haben wir die kompletten Extreme des Fußballs abbekommen. Unsere Aufgabe ist es nun, dass wir mehr Verlässlichkeit in unsere sportlichen Leistungen bekommen und dann bald nicht mehr von einer „Wundertüte“ sprechen."

Fakten zum Spiel:

  • Für das Spiel gegen die "Löwen" wurden bereits 50.000 Tickets verkauft. Der Verein rechnet mit rund 54.000 Zuschauern. Eine frühzeitige Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen.
  • Zuletzt trafen die beiden Teams in der Bundesligasaison 2003/2004 aufeinander. Der VfB gewann mit 2:0. Zvonimir Soldo und Marco Streller waren die Torschützen.
  • Zusätzlich zu den insgesamt 44 Partien in der ersten und zweiten Bundesliga standen sich die beiden Teams 2001/2002 im Achtelfinale des DFB Pokals gegenüber. Der VfB musste sich damals im Elfmeterschießen geschlagen geben.

Bisherige Bilanz aus VfB-Sicht:

  • Gesamt: 44 Spiele, 14 Siege, 20 Remis, neun Niederlagen.
  • Heim: 22 Spiele, neun Siege, neun Remis, vier Niederlagen.