VfB Stuttgart

VfB-Ultras fordern Verschiebung der Mitgliederversammlung und mehr Zeit für Aufklärung

VfB Ultras Schwabensturm Fans
Die VfB-Ultras "Schwabensturm 02" im Fanblock. © ZVW/Benjamin Büttner

Die Führungskrise beim VfB Stuttgart spitzt sich immer weiter zu: Erst kündigte der Vereinsbeirat an, einen eigenen Kandidaten für das Präsidentschaftsamt zu suchen. Am Tag darauf veröffentlichte die Stuttgarter Zeitung einen brisanten Artikel, aus dem hervorgeht, dass der VfB-Vorstand und Teile des Präsidiums die Aufklärung der Daten-Affäre erheblich erschwert haben sollen

Unübersichtlicher könnte der Machtkampf zwischen AG-Boss Thomas Hitzlsperger und Präsident Claus Vogt für die rund 70.000 Mitglieder kaum sein. Doch bereits am 18. März sollen sie auf einer digitalen Mitgliederversammlung einen neuen Präsidenten wählen - trotz undurchsichtiger Gemengelage. Daher fordern die VfB-Ultras "Schwabensturm 02" nun eine Verschiebung der Mitgliederversammlung.

Ultras plädieren für Präsenzveranstaltung in den Sommermonaten

In einer am Donnerstagmorgen (21.01.) veröffentlichten Stellungnahme nehmen die Ultras Bezug auf den Machtkampf an der Mercedesstraße. Sie sehen eine reale Gefahr, dass es nun, nachdem die Wunden nach der Dietrich-Äre zwischenzeitlich verheilt schienen, schon wieder zu einer Spaltung durch alle Bereiche des VfB kommen könnte. "Notwendiges Vertrauen in die handelnden Personen ist erneut verloren gegangen", heißt es in der langen Mitteilung.

Aufgrund der widersprüchlichen Behauptungen und Gerüchten, den weiterhin ungeklärten Vorwürfen gegen Claus Vogt und dem völlig unklaren Untersuchungsausgang der Datenaffäre plädiert die Ultra-Gruppierung für eine Aufschiebung der Mitgliederversammlung in die warmen Sommermonate. Es gehe bei der Forderung nicht um einzelne Personen, die hinter den Kandidaten stünden - sondern vielmehr um die Chance, den Mitgliedern mehr Zeit für einen klaren Blick auf die Geschehnisse zu geben.

Sorgen vor einer erneuten EDV-Panne

Aus Sicht der Ultras bräuchte es zunächst ausreichend Abstand zu den Vorkommnissen, damit aus Emotionen wieder rationales Handeln und die richtigen Entscheidungen für den Verein wachsen könnten. "Zeit, die bis zum 18. März nicht genügend zur Verfügung stehen wird."

Darüber hinaus würden unter einer digitalen Mitgliederversammlung die sonst übliche Debatten- und Diskussionskultur leiden, dazu würde die nötige Kommunikation zwischen den Mitgliedern und den Gremien erschwert werden. Eine Präsenzveranstaltung würde die Akzeptanz von einzelnen Abstimmungen oder Ergebnissen deutlich erhöhen. Als negatives Beispiel dafür, welche Tücken online-gestürzte Formate bergen, führen die Ultras die EDV-Panne aus dem Jahr 2019 an.

Alle aufgeführten Gründe sprächen aus Sicht der Ultras für eine Verschiebung der auf den 18. März datierten Mitgliederversammlung. Noch soll diese wie geplant in knapp acht Wochen stattfinden, bis dahin können sich Fans und Mitglieder auf turbulente Wochen einstellen. Neben der Kandidatenverkündung durch den Vereinsbeirat wird Anfang Februar auch der Esecon-Abschlussbericht erwartet. Genug Stoff für einen erneut lauten Knall an der Mercedesstraße - und unter Umständen noch mehr ungeklärte Fragen für die Mitglieder.