VfB Stuttgart

VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger: „Wir leben von der Talententwicklung“

Fußball VfB Stuttgart Trainingslager
VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger. © Pressefoto Baumann

Mit einer jungen Mannschaft (Altersschnitt 23,8 Jahren) will sich der Aufsteiger VfB Stuttgart in der kommenden Saison in der Bundesliga behaupten. Der Klassenverbleib ist das große Saisonziel. Ein klangvoller Name, große Tradition und ein prallgefüllter Trophäenschrank reichen schon lange nicht mehr aus, um im knallharten Wettbewerb zu bestehen. Nachzufragen beispielsweise in Hamburg oder Kaiserslautern.

Das weiß auch VfB-Vorstandchef Thomas Hitzlsperger. Von der Attraktivität seines Clubs ist der Ex-Profi dennoch überzeugt. Auch wenn sich der schwäbische Traditionsverein erst wieder im Fußball-Oberhaus etablieren muss.

Nationalspieler mit VfB-Vergangenheit

Wenn die Nationalmannschaft am Donnerstagabend (20.45 Uhr/ZDF) zum Länderspiel in der Mercedes-Benz-Arena antritt, werden auch einige Profis mit einer Stuttgarter Vergangenheit im Kader stehen. Zum Beispiel Torhüter Bernd Leno (aktuell bei Arsenal London), Abwehrspieler Antonio Rüdiger und Stürmer Timo Werner (beide mittlerweile beim FC Chelsea unter Vertrag).

„Wir erwähnen gerne, dass die genannten Spieler eine Vergangenheit bei uns haben“, sagte Thomas Hitzlsperger jetzt in einem ausführlichen Interview, das in der virtuellen Stadionzeitung des DFB veröffentlicht wurde. „Sie sind der Beweis, dass in Stuttgart über viele Jahre eine hervorragende Jugendarbeit geleistet wurde.“

Aus Sicht von Thomas Hitzlsperger sind die ehemaligen VfB-Profis im Trikot mit dem Adler auf der Brust aber auch eine Bürde. „Weil wir daran gemessen werden und diese Qualität nicht mehr regelmäßig hervorbringen konnten. Aber daran arbeiten wir“, so der 38-Jährige, der selbst in 53 Spielen für die DFB-Elf zum Einsatz kam. Aus dem aktuellen Kader von Trainer Pellegrino Matarazzo steht kein Profi im Aufgebot von Bundestrainer Jogi Löw. Hitzlsperger gibt die Richtung für den VfB vor: „Wir leben von der Talententwicklung. Das ist unser Weg und der Anfang ist gemacht.“

„Alleine mein Amt als Vorstandsvorsitzender ist ein klares Statement“

Für den DFB ist Hitzlsperger seit drei Jahren als Botschafter für Vielfalt im Einsatz. In dieser Rolle will der gebürtige Münchner seine exponierte Stellung nutzen, um Vorurteile abzubauen. Hitzlsperger, der sich 2014 als erster prominenter Fußballer zu seiner Homosexualität bekannte, möchte, dass sich auch der VfB deutlich gegen Diskriminierung positioniert: „Ich spüre das Verlangen in der Gesellschaft, sich zu gesellschaftspolitischen Themen klar zu positionieren. Das tun wir als Verein.“

Jeder, der seine Vorgeschichte kenne, wisse, „dass alleine mein Amt als Vorstandsvorsitzender ein klares Statement ist. Mit der Entwicklung der letzten Jahre zeigt er sich zufrieden: „Die Regenbogen-Fahne als Symbol der LGBTQI-Community (Abkürzung für Lesbian, Gay, Bi, Trans, Queer und Intersex. Anm. d. Red.) findet im Fußball immer mehr ihren Platz.“

ZDF zeigt Nations-League-Auftakt des DFB-Teams

  • Die ersten beiden Nations-League-Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in dieser Saison werden im ZDF gezeigt. Der öffentlich-rechtliche Sender präsentiert zunächst am Donnerstag (20.45 Uhr) aus Stuttgart den Auftakt für das Team von Bundestrainer Joachim Löw. Am 7. September geht es im ZDF weiter mit dem Spiel gegen die Schweiz in Basel.
  • In Stuttgart gibt der frühere Nationalspieler und 2014-Weltmeister Per Mertesacker sein Debüt als ZDF-Experte und Nachfolger von Oliver Kahn.
  • ARD und ZDF übertragen alle sechs Nations-League-Gruppenspiele der Nationalmannschaft in diesem Herbst. Am 10. Oktober ist die ARD mit der dritten Nations-League-Partie in der Gruppe 4 in der Ukraine dran, drei Tage später ist das Spiel gegen die Schweiz in Köln im Ersten zu sehen. Die Spiele am 14. November gegen die Ukraine in Leipzig und am 17. November in Spanien teilen sich ZDF und ARD auf. (dpa)