VfB Stuttgart

„Viel zu viel Harakiri“: Mario Gomez ärgert sich über VfB-Patzer in Wiesbaden

Fußball  2.Bundesliga SV Wehen  Wiesbaden vs.  VfB Stuttgart
Auch Torjäger Mario Gomez erwischte gegen Aufsteiger Wehen Wiesbaden einen gebrauchten Tag. © Pressefoto Baumann

 Mario Gomez und der Videobeweis. Gute Freunde werden der Stürmer des VfB Stuttgart und die Unparteiischen im Kölner Keller in diesem Leben wohl nicht mehr. „Wir brauchen es nicht anschauen“, sagte der Torjäger der Schwaben angesäuert nach der Last-Minute-Pleite gegen den SV Wehen Wiesbaden, als ihm ein Sky-Reporter die spielentscheidende Szene aus der 97. Minute noch einmal zeigen wollte. Dem eingewechselten Hamadi Al Ghaddioui war der Ball nach einem Luftzweikampf im eigenen Strafraum aus kurzer Distanz an die Hand gesprungen. Schiedsrichter Sascha Stegemann erhielt daraufhin ein Signal von seinem Videoassistenten Robert Kampka, sah sich die Szene am Spielfeldrand selbst noch einmal an – und entschied auf Strafstoß.

Für Mario Gomez absolut unverständlich: „Wenn einem Spieler im Luftkampf, wo beide zum Ball gehen, der Ball aus zehn Zentimetern an die Hand springt, dann ist das einfach kein Handspiel.“ Der kurz zuvor eingewechselte Phillip Tietz ließ sich nicht lange bitten und jagte den Ball unhaltbar für VfB-Keeper Gregor Kobel zum 2:1-Siegtreffer in die Maschen. „Es ist bitter. Aber dass es in der 97. Minute überhaupt so weit kommt, ist unsere Schuld und nicht die des Schiedsrichters“, sagte Mario Gomez. Seiner Ansicht nach hatte die Mannschaft eigentlich gut ins Spiel gefunden. „Wir sind wie ein wirkliches Spitzenteam aufgetreten – vor allem in der ersten Halbzeit“, so Gomez. Wie schon so oft in dieser Spielzeit fehlte der VfB-Offensive allerdings die nötige Durchschlagskraft. Auch der 34-jährige Routinier hatte gleich zwei dicke Torchancen ungenutzt gelassen (4./38.). In der zweiten Hälfte sei das Team dann aus dem Konzept gekommen. „Das war viel zu viel Harakiri“, schimpfte Gomez. „Wir verlieren zu schnell den Faden, uns fehlt die Widerstandsfähigkeit und Gegenwehr“, bemängelte Trainer Pellegrino Matarazzo. Spielmacher Daniel Didavi ergänzte: „Wir hatten es selber in der Hand, das Spiel für uns zu entscheiden. Deshalb spielt es auch keine Rolle, ob es ein Elfmeter war oder nicht.“

Die ungewohnten Umstände in der leeren Wiesbadener Brita-Arena (Gomez: „Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Trainingsspiel“) wollte der ehemalige Nationalstürmer Gomez bei der Bewertung der siebten Stuttgarter Saisonniederlage nicht überbewertet wissen: „Nichtsdestotrotz geht es für uns um den Aufstieg und dann darf das keine Ausrede sein.“ Da auch der Hamburger SV (2:2 in Fürth) und Spitzenreiter Arminia Bielefeld (1:1 gegen Osnabrück) nur mühsam aus der Corona-Pause gekommen sind, hätten die Schwaben beim Aufsteiger in Hessen wichtige Punkte im Aufstiegskampf einsammeln können. „Wir könnten eigentlich der Gewinner des Spieltages sein“, meinte Gomez, „aber jetzt sind wir der Verlierer des Spieltags. Das tut weh.“

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