10. Spieltag

Vor CL-Spiel in Madrid: Gladbach in Freiburg 2:2

SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach
Gladbachs Denis Zakaria (l) versucht im Zweikampf mit Freiburgs Vincenzo Grifo (r) seinen Oberkörper vor den Gegenspieler zu schieben, um an den Ball zu gelangen. Foto: Tom Weller/dpa © Tom Weller

Freiburg (dpa) - Freiburgs Trainer Christian Streich regte sich in der Nachspielzeit noch so auf, dass er die Gelbe Karte sah. Sein Gladbacher Kollege Marco Rose klatschte nach dem Abpfiff mit seinen Spielern ab.

In einem packenden Spiel musste sich Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga mit einem 2:2 (1:1) bei den Breisgauern begnügen. Vier Tage vor dem entscheidenden Auftritt bei Real Madrid um den angestrebten Einzug ins Achtelfinale der Champions League fehlte nicht viel und die Gladbacher hätten sogar eine Niederlage als Stimmungsdämpfer hinnehmen müssen.

«Im Moment kann ich mit dem Punkt ganz gut leben. Hinten raus war es ein unglaublich offenes Spiel mit Torchancen auf beiden Seite», sagte Rose nach dem aufreibenden Duell mit dem nie aufsteckenden SC, der zwei Pfostentreffer hatte: «Insgesamt wollten wir mehr, aber aufgrund des Spielverlaufs geht das Unentschieden in Ordnung.» Streich kommentierte: «Ich bin total zufrieden, aber wie so oft in der Saison mit dem Ergebnis nicht.»

Der Königsklassen-Teilnehmer war zwar durch Breel Embolo in Führung gegangen (23. Minute). Doch Philipp Lienhart (32.) und Vincenzo Grifo (Foulelfmeter/49.) drehten kurzzeitig die Partie. Alassane Plea rettete den Gästen mit der prompten Antwort das Unentschieden (50.). Am Ende blieb es dabei: Die Gladbacher können in der Fußball-Bundesliga in Freiburg nicht gewinnen und warten auf den ersten Sieg im Schwarzwald-Stadion seit März 2002, doch die Borussia hält als Siebter den Anschluss an die internationalen Plätze.

Für die Freiburger setzte sich die Sieglos-Serie seit dem ersten Spieltag fort. Vor dem wegweisenden Heimspiel am nächsten Samstag gegen Arminia Bielefeld haben sie nur einen Punkt Vorsprung vor dem Abstiegsrelegationsrang. «Wir müssen wissen, dass nächste Woche ein ganz anderes Spiel auf uns zukommt, wir müssen wieder absolut an die Grenze gehen», sagte Streich: «Es wird nicht einfacher.»

Zwischen den Champions-League-Spielen gegen Mailand und in Madrid hatten sich die Abwehrprobleme der Gladbacher verstärkt, neben Nico Elvedi fiel auch der angeschlagene Tony Jantschke aus. Christoph Kramer rückte in die Viererkette zurück. Im Angriff kame Freiburg in der ersten Hälfte zu mehr und gefährlicheren Torchancen. Doch die Gäste gingen in Führung: Embolo schloss nach einem Doppelpass mit Lars Stindl zu seinem ersten Saisontor in der Bundesliga ab.

Zu dem Zeitpunkt hätte es 1:0 für Freiburg stehen können: Lucas Höler vergab die Riesenchance und traf nur den Pfosten, der Abpraller flog über das Tor. «Das ist natürlich der Wahnsinn, was wir vergeben», sagte Streich. Artistisch war dann der Fallrückzieher von Santamaria, der zur Vorlage wurde: Lienhart lenkte ihn per Kopf ins Tor.

Zu Beginn der zweiten Hälfte verursachte Gladbachs Stefan Lainer mit einem Foul an Nicolas Höfler den Elfmeter. Grifo verwandelte sicher bereits zu seinem vierten Saisontor. Doch Plea hatte auf der Gegenseite direkt die starke Antwort parat, der französische Stürmer untermauerte mit seinem Distanztreffer aus rund 20 Metern seine Klasse und Bedeutung für die Gladbacher.

So turbulent die zweite Hälfte begonnen hatte, so turbulent endete sie auch. In der Schlussphase hätten beide Teams die Partie für sich entscheiden können. Grifo mit einem Pfostenschuss (78.) und der eingewechselte Nils Petersen vergaben für Freiburg, Gladbachs Torhüter Yann Sommer war mehrfach gefordert. Auf der Gegenseite verpasste Patrick Hermann zweimal das 3:2.

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