VfB Stuttgart

Vor dem Heimspiel gegen den VfB: Sportrechtler hält Streik der Mainzer Profis für unzulässig

VfB Symbolbild Ball 1. Bundesliga
Symbolbild. © ZVW/Simeon Kramer

Vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gibt es ordentlich dicke Luft beim FSV Mainz 05: Der Jura-Professor Philipp S. Fischinger von der Uni Mannheim hält den Spielerstreik beim FSV rechtlich für unzulässig.

«Die Mannschaft hat kein Streikrecht, zu einem Streik darf nur eine Gewerkschaft aufrufen, und das auch nur, um einen neuen Tarifvertrag durchzusetzen», erklärte der Professor im Interview mit dem «Kicker» (Freitag). Die Mainzer Profis hatten am Mittwoch aus Solidarität mit dem vom Verein freigestellten Stürmer Adam Szalai dem Training ausverweigert.

«Es geht nach deutschem Arbeitsrecht nicht, aus Solidarität mit meinem Kollegen die Arbeitsleistung zu verweigern», sagte Fischinger. «Da ist die Rechtslage eindeutig, auch wenn man es menschlich nachvollziehen kann und ich es grundsätzlich eine gute Sache finde, wenn sich Spieler für einen Mitspieler einsetzen.»

Dem ungarischen Nationalspieler Szalai war mitgeteilt worden, dass er sich einen neuen Verein suchen solle und er nur noch mit der 2. Mannschaft trainieren dürfe. «Im Musterarbeitsvertrag der DFL existiert eine Klausel, dass der Spieler verpflichtet ist, auch am Training und Spielbetrieb der 2. Mannschaft teilzunehmen, so lange diese mindestens in der 4. Liga spielt», erklärte Fischinger. «Ich halte diese Klausel für unwirksam, damit wäre die Versetzung in die 2. Mannschaft rechtswidrig.»

Zugleich hält der Jurist es für rechtens, dass Szalai einen Vereinswechsel ablehnt. «Selbstverständlich sind Verträge einzuhalten und der Spieler hat grundsätzlich einen Anspruch darauf, vertragsgemäß beschäftigt und bezahlt zu werden», sagte Fischinger.

Unterdessen hatte Szalai-Berater Oliver Fischer noch einmal bestätigt, dass der Angreifer bei Mainz 05 bleiben wolle. «Er fühlt sich weiter mit Mainz verbunden und als Teil der Mannschaft», sagte er der «Bild»-Zeitung (Freitag). Daher bestehen wir darauf, dass er unverzüglich ins Training der Profis zurückkehren darf.»

Voraussichtliche Mannschaftsauftsellungen

  • FSV Mainz 05: Zentner - Baku, St. Juste, Niakhaté, Brosinski - Barreiro, Latza - Burkhardt, Quaison, Issah - Mateta
  • VfB Stuttgart: Kobel - Anton, Endo, Kempf - Stenzel, Castro, Mangala, Wamangituka - Klement, Didavi - Kalajdzic