VfB Stuttgart

Vor dem Spiel gegen den VfB: Wie Sami Khedira über seine Rückkehr nach Stuttgart denkt

Sami Khedira jubelt bei einem Tor
Der Stuttgarter Sami Khedira jubelt bei einem Tor. Foto: picture alliance / Maurizio Gambarini/dpa/Archivbild © Maurizio Gambarini

Seine Rückkehr nach Stuttgart wird Sami Khedira zunächst auf die Ersatzbank führen. 3941 Tage nach seinem letzten Heimspiel als VfB-Profi wird Khedira am Samstag (ab 15.30 Uhr im ZVW-Liveticker) bei seinem neuen Club Hertha BSC zunächst nur die Rolle eines Reservisten übernehmen. Erstmals seit seinem Abschied von den Schwaben 2010 trifft der 33-Jährige wieder auf seinen Heimatverein. Und obwohl der Weltmeister von 2014 voraussichtlich nur in der zweiten Halbzeit zum Einsatz kommen wird, dürfte für ihn schon das Aufwärmprogramm in seinem alten Stadion ein besonderes sein. Denn der gebürtige Stuttgarter hängt noch immer an seinem Ausbildungsverein.

Sami Khedira
Kehrt mit Hertha BSC nach Stuttgart zurück: Sami Khedira. Foto: Andreas Gora/dpa © Andreas Gora

«Das habe ich schon oft betont, deshalb wird die Rückkehr mit sehr vielen Emotionen verbunden sein», erzählte der Mittelfeldspieler der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Freitag). 15 Jahre hatte Khedira für den VfB gespielt, ehe es ihn erst zu Real Madrid und dann zu Juventus Turin und damit hinaus in die große Welt des europäischen Fußballs zog. Nach etlichen Verletzungsproblemen schloss er sich schließlich vor kurzem den abstiegsbedrohten Berlinern an. Wegen der langen Wettkampfpause in Italien, wo Khedira im Juni 2020 sein letztes Pflichtspiel bestritt, braucht er aber noch Zeit.

«Er ist einen Tick zu spät zu uns gekommen», sagte Trainer Pal Dardai vor dem Spiel in Stuttgart. «Irgendwann kommt der Moment, wo er eine Halbzeit spielt oder noch mehr.» Denn Khedira soll der Hertha im Abstiegskampf entscheidend helfen. Mit seiner Routine könne er das Spiel beruhigen und an der richtigen Stelle stehen, meinte Dardai. Auch schon in Stuttgart? «Es kommt auf den Spielverlauf an», bemerkte der Ungar.

Khedira, der in Fellbach-Oeffingen aufgewachsen und beim TV Oeffingen seine ersten Kickschuhe geschnürt hat, hatte von 1995 bis zu seinem Wechsel nach Madrid für den VfB Stuttgart gespielt. Nach seinem Bundesliga-Debüt im Oktober 2006 gewann er einige Monate später die Meisterschaft mit den Schwaben. Viele VfB-Fans können sich noch heute daran erinnern, wie der junge Khedira im Mai 2007 am letzten Spieltag gegen Energie Cottbus das entscheidende 2:1 köpfte und damit den Titel perfekt machte. «Ich glaube, der VfB Stuttgart kann schon ein Stück weit stolz sein, so einen großartigen Spieler begleitet und auch entwickelt zu haben», sagte der aktuelle VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. Und «es tut der Bundesliga gut, so einen Spieler wieder zurückzugewinnen».

Im zentralen Mittelfeld werden bei Hertha statt des 33-jährigen Khedira zunächst aber wieder der ehemalige VfB-Profi Santiago Ascacibar und der Franzose Lucas Tousart beginnen. «Das hat gut funktioniert, da muss man den Zweien die Chance geben», sagte Dardai. Khediras Zeit könnte dann nach dem Seitenwechsel kommen. Bis dahin will er seinen Beitrag von draußen leisten: «Ich möchte vorangehen und durch meine Erfahrung dazu beitragen, dass wir ordentlich punkten und unser Ziel erreichen.»