VfB Stuttgart

Warum dem VfB in Fürth die Kaltschnäuzigkeit fehlte

VfB-Stürmer Silas Wamangituka vergibt in Fürht eine Torchance_0
Kein Durchkommen: Fürths Keeper Sascha Burchert erwischte am Samstagnachmittag gegen den VfB einen Sahnetag. © ZVW/Danny Galm

Fürth.
Auch Pellegrino Matarazzo haderte erst einmal mit der 0:2 (0:0) des VfB Stuttgart am Samstag bei der SpVgg Greuther Fürth nicht gerecht fand, räumte Matarazzo die Unzulänglichkeiten seiner Mannschaft an diesem Tag unumwunden ein. „Fürth ist immer mehr gewachsen im Laufe des Spiels und wir einen Tick kleiner geworden“, meinte der Trainer. Er weiß nun, wie es sich anfühlt, in der 2. Liga als heißer Aufstiegskandidat zu verlieren. Eine Niederlage hatte er davor nur beim Pokalaus gegen Europa-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen erlebt.

Rückschritt vor dem Spitzenspiel

Vier Siege und ein Unentschieden hatte es bisher in der Liga unter dem in der Winterpause nach Stuttgart gekommenen Matarazzo gegeben - bei nur einem Gegentor. Am Fürther Ronhof ist die Serie nun gerissen. Mit Blick auf den Verfolger Hamburger SV ist die Pleite für den Tabellenzweiten auf dem angestrebten Weg zurück in die Bundesliga besonders ärgerlich. Denn der kriselnde HSV verlor parallel bei Erzgebirge Aue, was Stuttgart bei einem Sieg einen Vorsprung auf die Norddeutschen und damit den Relegationsplatz von sechs Punkten gebracht hätte. So aber bleiben es vorerst nur drei.

Die Pleite schmerze, räumte Mislintat ein. „Aber es ist natürlich auch angenehmer, als jetzt mit einem HSV-Sieg auf die Tabelle zu gucken.“ Vor dem Topspiel am 9. März in Stuttgart gegen Spitzenreiter Arminia Bielefeld war es dennoch ein Rückschritt, der an schon fast vergessene Zeiten unter Matarazzos Vorgänger Tim Walter erinnerte. Vor dem gegnerischen Tor fehlte der Stuttgarter Offensive die Kaltschnäuzigkeit. Daniel Didavi (9.), Silas Wamangituka (17.) und Hamadi Al Ghaddioui (31.) hatten zunächst hochkarätige Torchancen vergeben - und die ganze Elf sich nach der Pause von Fürth den Schneid abkaufen lassen. Dazu gesellten sich Unsicherheiten in der Defensive. „In der Summe tat es heute weh, denn wir haben es schon deutlich effektiver in den letzten Spielen hinbekommen“, sagte Mislintat.

Richtungsweisende Wochen für die Matarazzo-Elf

Mangelnden Biss sahen er und Matarazzo aber nicht als Ursache dafür. „Wenn man fünf, sechs Chancen in der ersten Halbzeit nicht nutzt, dann passiert meistens etwas in den Köpfen der Spieler“, erklärte der Coach. Und meinte damit: nichts Gutes. So brachte der Ex-Stuttgarter Marco Caligiuri (48.) Fürth in Führung, Sebastian Ernst sorgte für das 2:0 (76.). „Wir müssen daraus lernen, dass wir heute über Phasen nicht dominant waren“, sagte auch Verteidiger Pascal Stenzel. Denn bei nur noch zehn ausstehenden Spielen bis Saisonende könnten die nächsten Partien gegen Bielefeld, beim SV Wehen Wiesbaden (15. März) und in Kiel (21. März) sowie zu Hause gegen den HSV (6. April) richtungsweisend sein. Und weil Stuttgart im Sturmzentrum keinen Simon Terodde wie in der Zweitliga-Saison 2016/2017 hat, der mit 25 Toren den Aufstieg sicherte, hoffen Mislintat und Matarazzo darauf, dass das Team schon gegen Bielefeld insgesamt wieder treffsicherer wird. 

Denn die interne Torjägerliste führen Al Ghaddioui, Didavi und Nicolás González mit mageren sechs Treffern an. Immerhin feierte González in der Schlussphase sein Comeback, auch Verteidiger Holger Badstuber gehörte wieder zum Kader. Beide hatten zuletzt wegen Muskelfaserrissen gefehlt. Zumindest darüber konnten sich die VfB-Verantwortlichen freuen.