VfB Stuttgart

Warum es hinter den VfB-Kulissen schon wieder knirscht

VfB  Präsident Claus Vogt Thomas Hitzelsperger Vorstand
VfB-Präsident Claus Vogt (li.) und Vorstandschef Thomas Hitzelsperger. © Benjamin Büttner (Archiv)

Es hätte so ein besinnliches Weihnachtsfest für die VfB-Gemeinde werden können. Die Mannschaft begeistert in der Bundesliga mit mutigem Offensivfußball und überwintert als Aufsteiger auf einem starken 7. Tabellenplatz. Doch hinter den Kulissen gibt es beim Traditionsverein (mal wieder) Ärger. So hat es im Verhältnis zwischen Vorstandschef Thomas Hitzlsperger (AG) und Präsident Claus Vogt (e.V.) zuletzt geknirscht.  

„In letzter Zeit war leider nicht alles gut“

Vor dem Hintergrund der Kandidatenkür für die Präsidentschaftswahl im März 2021 - Amtsinhaber Vogt will für eine vierjährige Periode bestätigt werden - traten im Zuge der Vertragsverlängerung mit Sportdirektor Sven Mislintat erste Risse zutage. Hitzlsperger soll Vogt in seiner Rolle als Vorsitzender des Aufsichtsrats als Blockierer wahrgenommen haben. Das berichten unter anderem der kicker und die Stuttgarter Zeitung

Während sich Vogt öffentlich noch nicht zur Thematik geäußert hat, räumte Hitzlsperger die internen Differenzen am Montagabend via Twitter ein: „In letzter Zeit war leider nicht alles gut, die Presse hat das aufgegriffen und nun tun wir alles dafür, dass Ruhe einkehrt und ihr Euch wieder der Mannschaft widmen könnt. Die haben das verdient!“

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Eine Personalie birgt Zündstoff

Bei der Aufklärung der Daten-Affäre sind die beiden offensichtlich ebenfalls nicht immer einer Meinung. Für Zündstoff sorgen könnte in diesem Zusammenhang die Personalie Oliver Schraft: Der langjährige Kommunikationschef des Clubs, der im Zuge der Affäre um die angebliche Weitergabe von Mitgliederdaten an Dritte zuletzt öffentlich in die Kritik geraten war, wurde bei der von Hitzlsperger initiierten Umstrukturierung der Führungsebene mit keinem Direktorenposten bedacht. Er soll dem Verein allerdings in anderer Funktion erhalten bleiben.

Vergangene Woche erklärte Thomas Hitzlsperger dazu: „Ich habe ihm gesagt, dass ich unbedingt möchte, dass er bei uns bleibt. Ich bin überzeugt, dass er uns in einem anderen Bereich auch künftig weiterbringen kann.“ Er wolle sich „brutal für ihn einsetzen“. 

Claus Vogt setzt sich derweil stark für die Aufklärung der Daten-Affäre ein und hat den Mitgliedern eine transparente und unabhängige Aufklärung versprochen. Die Ergebnisse der Esecon-Ermittler stehen noch aus, könnten aber für Diskussionsstoff zwischen den VfB-Führungskräften sorgen.

Vehement wehrte sich Hitzlsperger allerdings gegen den Vorwurf, er habe kein Interesse an einer umfassenden Aufklärung der Affäre: „Ich setze mich seit jeher für Transparenz und Glaubwürdigkeit ein und will wissen, ob hier etwas falsch gelaufen ist. Diese willkürlichen Unterstellungen müssen aufhören!“

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Die VfB-Anhängerschaft ist alarmiert

Dass solche Diskussionen sowie das Ringen um Macht und Einfluss im größten Sportverein in Baden-Württemberg einmal mehr in der Öffentlichkeit stattfinden, stößt vielen Fans sauer auf. Die von Spaltung und Zerrissenheit geprägten Jahre unter Ex-Präsident Wolfgang Dietrich haben ihre Spuren hinterlassen. Auch wenn sich die aktuelle Lage noch lange nicht so dramatisch wie in den düsteren Dietrich-Jahren darstellt, ist die weiß-rote Fangemeinde alarmiert.

Ein Twitter-User merkte in Richtung Hitzlsperger beispielsweise an: „Verzeih uns bitte, dass wir bei solchen Themen sensibel sind, aber wir wurden in den letzten Jahren sehr oft für dumm verkauft.“

Zu Wort meldeten sich am Dienstag auch die Ultras vom Commando Cannstatt 97. Diskussionen, Hinterfragen und das Einbringen verschiedener Perspektiven zum Wohle des Vereins seien eine Sache. „Mit Zähnen und Klauen, aber wenigen Argumenten oder sogar nachdem man die Aufsicht über zwei Abstiege geführt hat, um liebgewonnene Posten, Macht und Einfluss zu kämpfen, ist dagegen etwas völlig anderes.“

Sie hoffen, dass sich Hitzlsperger und Vogt ihrer „gemeinsamen Verantwortung für das positive Bild des VfB Stuttgart in den letzten Monaten“ bewusst sind.

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