VfB Stuttgart

Warum sich Egloff und Co. noch gedulden müssen

Lilian Egloff_0
Insbesondere U-19-Profi Lilian Egloff überzeugte bei seinem Profi-Debüt am Mittwoch. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. Pellegrino Matarazzo hat einen großen Teil seiner Trainerkarriere im Nachwuchs gearbeitet. Im Pokal gegen Leverkusen zeigte er, dass er den jungen Spielern im Kader des VfB Stuttgart vertraut. Der Erfolg steht dennoch über allem. Auch im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue - weshalb sich Talente wie Lilian Egloff, Antonis Aidonis und Mateo Klimowicz noch in Geduld üben müssen.

Im Zweifel würde Matarazzo beim VfB immer den Erfolg wählen und die Entwicklung junger Spieler hinten anstellen. „Wenn das Spannungsfeld auftaucht werden die Entscheidungen getroffen für den Sieg“, betonte der neue Trainer des Aufstiegskandidaten am Freitag, einen Tag vor dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue (Samstag, 13 Uhr/ZVW-Liveticker). „Aber ich glaube, es ist tatsächlich möglich, das parallel zu machen. Das ist mein Ziel.“

Ein Blick in die fußballerische Zukunft der Schwaben

Beim der mit einer Wadenverletzung keine Option ist. Auch werden entweder Hamadi Al Ghaddioui (29) oder Mario Gomez (34) gegen den Tabellensechsten wohl wieder im Sturmzentrum auflaufen und den Altersschnitt anheben. Und weder Winter-Neuzugang Clinton Mola (18) noch der erst 17 Jahre alte Lilian Egloff, die in Leverkusen eingewechselt wurden, sind für Matarazzo schon Kandidaten für die Startelf im zweiten Heimspiel des Jahres.

„Lilian ist ein außergewöhnliches Talent“

Insbesondere Egloff überzeugte bei seinem Profi-Debüt. „Lilian ist ein außergewöhnliches Talent, der für sein Alter eine gute Körperlichkeit einbringt“, erzählte Matarazzo und lobte die Geschwindigkeit, Technik und Zweikampfstärke des Offensivspielers. Er ist allerdings der einzige aus der Reihe der hoffnungsvollen jungen Spieler, denen der Verein das Label „Eigengewächs“ aufkleben kann. Die Startelf-Spieler Massimo, Nathaniel Phillips (22), Orel Mangala (21), Nicólas González (21) und Silas Wamangituka (20) sind allesamt für die erste Mannschaft des Clubs verpflichtet worden. Und auch die eingewechselten Spieler Mola und Mateo Klimowicz (19) kennen die Jugendabteilung des Clubs nur aus der Profi-Perspektive.

„Es geht um Leistung und auch um Entwicklung.“

Antonis Aidonis (18) schaffte es zuletzt zwar in den Kader, aber trotz der Probleme in der Innenverteidigung nach den Ausfällen von Marcin Kaminski, Holger Badstuber und jüngst auch Kapitän Marc Oliver Kempf nicht auf den Platz. „Toni fehlt nicht viel“, sagte Matarazzo zwar. Aber trotzdem kamen seit den beiden Einsätzen in der Abstiegssaison aus der Bundesliga keine weiteren Minuten bei den Profis dazu. Im Gegenteil: Matarazzos Vorgänger als Cheftrainer Tim Walter setzte eher noch auf Maxime Awoudja (22), dessen Verpflichtung Aidonis wie die Leihe von Phillips vom FC Liverpool nicht unbedingt als Vertrauensbeweis empfunden haben dürfte. Matarazzo aber zeigte nun gegen Leverkusen glaubwürdig, dass er Vertrauen hat in die jungen Spieler seines Kaders. „Für mich ist das kein Testballon“, betonte er. „Es geht um Leistung und auch um Entwicklung.“