VfB Stuttgart

Wenige Lücken in Weinzierls Startelf-Puzzle

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Nicolas Gonzalez traf am Donnerstagnachmittag gegen den SVS. © ZVW/Danny Galm
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Könnte den VfB in dieser Winterpause noch verlassen: Innenverteidiger Holger Badstuber.
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Konnte im Trainingslager nicht voll trainieren: Rechtsverteidiger Andreas Beck.
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Fiel im Trainingslager negativ auf: Angreifer Anastasios Donis.

Stuttgart.
Am Samstagnachmittag ist der VfB-Tross nach acht Tagen im sonnigen Spanien ins verregnete und kühle Stuttgart zurückgekehrt. Der Countdown bis zum Rückrundenstart gegen Mainz (19. Januar / 15.30 Uhr) läuft. Genauso wie der Kampf um die Plätze in der Startelf. Wir zeigen, wer nach dem Winter-Trainingslager die Nase vorne hat und welche Spieler sich zunächst hinten anstellen müssen. Der große ZVW-Startelf-Check:

Tor

Hier sind die Rollen klar verteilt: Ron-Robert Zieler ist die unangefochtene Nummer eins, Jens Grahl und der wiedergenesene Alexander Meyer teilen sich die Rolle als Ersatzkeeper. U-21-Torhüter Florian Kastenmeier, der im Trainingslager mit den Profis trainieren durfte, kehrt wieder zurück zur Reservemannschaft der Schwaben. Obwohl der 1,92 Meter große Keeper einen guten Eindruck hinterlassen hat, wird er aller Voraussicht nach weiter in der Regionalliga Südwest zum Einsatz kommen. Dort kämpft das Team von Trainer Marc Kienle gegen den Abstieg und kann nicht ohne Weiteres auf den talentierten Ballfänger verzichten.

ZVW-Startelf-Tipp: Der erfahrene Zieler ist gesetzt. Nur eine Verletzung des ehemaligen Nationalkeepers kann auf der Position zwischen den Pfosten einen Wechsel herbeiführen.

Innenverteidigung

Mit Timo Baumgartl und Marc Oliver Kempf hatte Markus Weinzierl schon gegen Ende der Hinrunde sein Nummer eins Innenverteidiger-Duo gefunden. Weltmeister Benjamin Pavard, der zuletzt lange verletzte Badstuber den Verein noch in der Winterpause verlassen könnte

"Für beide Seiten war das vergangene halbe Jahr unbefriedigend“, sagte Sportvorstand Michael Reschke unlängst gegenüber der Bild-Zeitung. „Sollten Holger und sein Berater in der aktuellen Transferzeit auf uns zukommen, werden wir Gesprächsbereitschaft zeigen.“ Sollte der ehemalige Nationalspieler, der erst im Sommer 2017 einen gut dotierten neuen Dreijahresvertrag bei den Schwaben unterschrieben hat, dem VfB im Winter den Rücken kehren, müsste Michael Reschke noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Einen potenziellen Nachfolger/Konkurrenten hat der 61-Jährige dabei wohl schon im Blick: Ozan Kabak von Galatasaray Istanbul. Laut einem Bericht der Sport Bild hat der VfB bereits ein 11-Millionen-Euro-Angebot für den 18-jährigen Innenverteidiger abgegeben.

ZVW-Startelf-Tipp: Die Hierarchie in der Innenverteidigung ist nach dem Trainingslager klar: Baumgartl und Kempf sind die erste Wahl, dahinter folgt ein gesunder Benjamin Pavard und erst dann kommt Routinier Badstuber, dem zudem Talent Antonis Aidonis im Nacken sitzt.

Außenverteidigung

Die wohl am heftigsten umkämpften Positionen im Stuttgarter Kader. Weder links noch rechts ist ein klarer Favorit auszumachen. Während sich auf der linken Abwehrseite der erfahrene Emiliano Insua und der junge Borna Sosa duellieren, gibt es auf der rechten Flanke sogar vier Kandidaten. Andreas Beck, der auf dieser Position in der Hinrunde zwölf Mal zum Einsatz kam, konnte in La Manga nur gehandicapt trainieren und kam in keinem der beiden Tests zum Einsatz. Den 31-Jährigen plagen weiterhin Knieprobleme. Ob er rechtzeitig für den Rückrundenstart gegen Mainz fit wird, ist noch unklar. 

Im Trainingslager testete Markus Weinzierl deshalb die Mittelfeldspieler Gonzalo Castro und Santiago Ascacibar auf der Rechtsverteidigerposition. Mit beiden war der Stuttgarter Coach zufrieden. Bleibt noch Rekordtransfer Pablo Maffeo, der zwar zum Ende der Hinrunde häufiger in der Offensive zum Einsatz kam, aber auch den defensiven Part bekleiden kann. Doch der Spanier hinkt den Erwartungen weiter hinterher und kam bei der Generalprobe gegen Brügge (2:2) nicht zum Einsatz.  

ZVW-Startelf-Tipp: Vermutlich wird Trainer Weinzierl bis zuletzt auf einen fitten Andreas Beck hoffen. Hinten links scheint Borna Sosa die Nase leicht vorne zu haben. Maffeo konnte in der Defensive bislang nicht überzeugen, ihn sieht der Trainer vielmehr als Alternative für die rechte Außenbahn.

Zentrales Mittelfeld

In Spanien ließ Markus Weinzierl im Training und in den Testspielen meist in einem 4-2-3-1 oder einem 4-1-4-1-System spielen. Je nach Spielverlauf und Gegner müssen die Stuttgarter hier variabel sein und schnell und sicher zwischen den verschiedenen Varianten hin und her wechseln können. Da Weinzierl in Spanien vor allem den Spielaufbau sowie das Pressing- und Umschaltverhalten üben ließ, braucht er in der Zentrale gute Zweikämpfer, sichere Passspieler und Spielintelligenz. Um das große Manko der Hinrunde, die schwache Offensive, zu beheben, bedarf es in der Rückrunde aus dem Zentrum die nötigen Impulse für ein gefährlicheres und variableres Offensivspiel. 

ZVW-Startelf-Tipp: In der Stuttgarter Schaltzentrale dürften, wenn beide Spieler gesund und fit sind, Kapitän Christian Gentner und Dennis Aogo gesetzt sein. Auch Mittelfeldabräumer Santiago Ascacibar hat seinen Platz in einem 4-1-4-1-System wohl sicher. Bei Spielmacher Daniel Didavi hängt alles am Gesundheitszustand. Ist der 28-Jährige einsatzbereit, wird er den Part als hängende Spitze oder auf der Zehn einnehmen.

Offensive Außenbahnen

Dynamik, Wucht und Tempo: Diese Attribute gingen der schwäbischen Offensive in der Hinrunde nahezu komplett ab. Mit „Mut und Leidenschaft“, verkündete Markus Weinzierl bei seiner Antrittspressekonferenz, wolle er den VfB zum Klassenverbleib führen. Schnell merkte der Niederbayer aber, dass ihm dafür die nötigen Spielertypen fehlen. In der Winterpause hat Sportvorstand Reschke jetzt noch einmal nachgebessert und mit Steven Zuber zwei Außenbahnspieler nach Stuttgart gelotst, welche die eingangs genannten Attribute verkörpern. 

Von bisher zum Einsatz gekommen Flügelspielern (Thommy, Donis, Gonzalez, Akolo, Maffeo) konnte in der ersten Halbserie lediglich Anastasios Donis wirklich überzeugen. Doch der Grieche hat sich im Trainingslager durch einen verschwitzten Termin selbst in die Bredouille gebracht. Markus Weinzierl legt großen Wert auf Disziplin und suspendierte den 22-Jährigen für ein Testspiel und eine Trainingseinheit. 

ZVW-Startelf-Tipp: Neuzugang Alexander Esswein dürfte sich den Platz auf der rechten Außenbahn durch gute Trainingsleistungen und Dank Donis’ Disziplinlosigkeit direkt erobert haben. Auf links scheint der Trainer auf den zweiten Neuzugang Steven Zuber zu spekulieren. Sollte der Schweizer, der noch an einer Kapselverletzung im Sprunggelenk laboriert, nicht rechtzeitig fit werden, stehen mit Nicolas Gonzalez und Erik Thommy zwei Alternativen bereit. Chadrac Akolo ist nur dritte Wahl. 

Sturm

Mit einem Doppelpack im Testspiel gegen Cercle Brügge hat Mario Gomez kurz vor dem Rückrundenstart noch einmal Selbstvertrauen getankt. Der erfahrene Stürmer ist vom Klassenverbleib mit dem VfB zu „1000 Prozent“ überzeugt und sagt: „Ich sehe, dass wir viele Probleme hatten in der Hinrunde, wenig Punkte geholt haben und trotzdem noch voll im Rennen sind um die Nichtabstiegsplätze. Dass der Dampfer noch nicht abgefahren ist.“ Mit seinen Toren hat der ehemalige Nationalstürmer die Stuttgarter schon in der letzten Saison gerettet. Bei einem Pressetermin in La Manga sagte er schmunzelnd: "Ich kam vor einem Jahr als Spieler des VfL Wolfsburg, der ein Tor hatte. Jetzt habe ich in der Hinrunde fünf gemacht. Das heißt, ich bin eigentlich fünf Mal so gut wie letztes Jahr. Freut euch auf die Rückrunde."

ZVW-Startelf-Tipp: Machen wir’s kurz: Gomez ist - auch aufgrund fehlender Alternativen - die klare Nummer eins und da Weinzierl ein System mit nur einer Spitze favorisiert, müssen sich Dajaku, Akolo und Co. erst einmal hinten anstellen. 

Fazit

Mit Torhüter Ron-Robert Zieler, Innenverteidiger Marc Oliver Kempf, Mittelfeldspieler Dennis Aogo, Kapitän Christian Gentner und Stürmer Mario Gomez hat Trainer Markus Weinzierl bereits fünf Fixpunkte in seiner Mannschaft benannt. Um diese Führungsspieler wird der Stuttgarter Trainer je nach Gegner, Form und Trainingsleistung seine Startelf bauen. Auch Timo Baumgartl, Alexander Esswein und ein fitter Daniel Didavi müssen wohl nicht um ihre Plätze in der ersten Elf bangen. Der Überblick über die einzelnen Mannschaftsteile zeigt also: In Weinzierls Startelf-Puzzle gibt es nur wenige Lücken. 


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