VfB Stuttgart

Wie der VfB den Ausfall von Stürmer Nicolas Gonzalez kompensieren will

Nicolas Gonzalez
Nicolas Gonzalez hat sich im letzten Testspiel gegen Racing Strasbourg einen Bündelriss in der Hüftmuskulatur zugezogen. © Danny Galm

Es war eine typische Szene: Mit Wucht und Willen tankte sich Nicolas Gonzalez am Samstag im Testspiel gegen Racing Strasbourg (4:2) aus dem Mittelfeld in den gegnerischen Strafraum. Sein Gegenspieler kam mit dem Tempo des Argentiniers nicht zurecht, ließ das Bein stehen und der Stürmer des VfB Stuttgart kam zu Fall. Der Ball landete daraufhin bei Daniel Didavi, der die Kugel zum zwischenzeitlichen 2:2 unter die Latte knallte. Aber der Preis für die Torvorlage war hoch: Gonzalez musste verletzt ausgewechselt werden.

Am Montagnachmittag folgte die Diagnose: Bündelriss in der Hüftmuskulatur. Der 22-Jährige fällt voraussichtlich vier bis sechs Wochen aus. Sportdirektor Sven Mislintat zerknirscht: „Das ist eine bittere Nachricht für Nico und natürlich auch für uns, weil Nico in unseren Planungen für die anstehende Saison eine wichtige Rolle spielt.“

Wer springt jetzt in die Bresche?

Das Stuttgarter Lazarett wächst damit auf mittlerweile acht Profis* an, wobei der Ausfall von Torjäger Gonzalez, der in der abgelaufenen Spielzeit mit 14 Treffern erheblichen Anteil am Wiederaufstieg hatte, wohl am schwersten wiegt. Wie wollen die Schwaben den Gonzalez-Schock auffangen?

Gonzalez wird der Mannschaft wohl frühestens am 4. Spieltag im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin (17. Oktober) wieder zur Verfügung stehen. Man habe „großes Vertrauen in die Spieler in unserem Kader, die in den kommenden Wochen Nicos Position übernehmen werden“, sagt Sven Mislintat. Soll heißen: die verbliebenen fitten Angreifer - Sasa Kalajdzic, Hamadi Al Ghaddioui und Mateo Klimowicz (aktuell leicht angeschlagen) - müssen in die Bresche springen. Auch die jungen Momo Cisse und Tanguy Coulibaly könnten künftig vermehrt in den Fokus rücken.

Ein Abgang ist unwahrscheinlicher geworden - zumindest ein klein wenig

Einen Neuzugang - wie zum Beispiel den jüngst gehandelten Kolumbianer Alfredo Morelos (24) von den Glasgow Rangers - wird es auf jeden Fall vorerst nicht geben. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Mislintat am Dienstagmittag: „Es ist bitter, dass fast alle, die gerade ausfallen, Offensivspieler sind. Wir sehen trotzdem keine Notwendigkeit, aktiv zu werden und nachzuverpflichten.“

Darüberhinaus wäre eine Neuverpflichtung „wirtschaftlich sehr unvernünftig“, so der VfB-Kaderplaner, der damit rechnet „dass die meisten der Verletzten innerhalb der nächsten vier Wochen zurückkommen“.

Auch ein Abgang von Gonzalez, der seinen Wechselwunsch gleich zu Beginn der Transferperiode deutlich geäußert hatte, ist nach der Verletzung zumindest ein klein wenig unwahrscheinlicher geworden.

Ein konkretes Angebot für den Argentinier gab es bislang noch nicht. Und ob ein Club in Corona-Zeiten die vom VfB aufgerufenen rund 20 Millionen Euro Ablöse für einen verletzten Spieler auf den Tisch legt, darf zumindest bezweifelt werden.

* Erik Thommy, Roberto Massimo, Lilian Egloff, Maxime Awoudja, Clinton Mola, Konstantinos Mavropanos, Philipp Förster