VfB Stuttgart

Wie der VfB mit der ersten Saisonpleite umgeht

Atakan Karazor nach der Pleite gegen Wehen_0
Wie viele seiner Teamkollegen erwischte auch Mittelfeldspieler Atakan Karazor gegen Wehen Wiesbaden nicht seinen besten Tag. © ZVW/Danny Galm

Stuttgart. 29:6 Torschüsse, 826:152 gespielte Pässe, 8:1 Eckbälle, 84:16 Prozent Ballbesitz: In nahezu allen Statistiken war der VfB Stuttgart dem SV Wehen Wiesbaden am Freitagabend haushoch überlegen. Nur in einer nicht. Der Anzahl der erzielten Tore. Hier prangte nach 95 Minuten bei den Schwaben eine eins, beim SVWW eine zwei. Wie kam es zur ersten Saisonpleite der Stuttgarter und wie geht der große Titelfavorit damit um?

Für VfB-Trainer Tim Walter lagen die Gründe für das 1:2 gegen den Aufsteiger aus Hessen in einer Mischung aus fehlendem Glück und mangelnder Konsequenz im Abschluss. „Wir wollten den Ball vielleicht nicht mit aller Macht über die Linie drücken“, monierte der Coach am Samstag nach dem Auslaufen. Sportdirektor Sven Mislintat sprach von „zwei Gesichtern“, welche die Mannschaft gezeigt habe: „Die erste Halbzeit haben wir nicht so gespielt, wie wir das können und wollen. Aber wir haben sehr schnell Lösungsmöglichkeiten gefunden und die zweite Hälfte war außergewöhnlich gut.“ 

 „Es gibt so Tage, da funktioniert halt einfach nichts“

Doch der Ball wollte einfach kein zweites Mal und erst recht kein drittes Mal über die Wiesbadener Torlinie. Mal standen sich die Stuttgarter selbst im Weg (85./Al Ghaddioui blockt Massimo), mal war es Wehens starker Schlussmann Heinz Linder (85./Parade gegen Gomez), viermal war es in den zweiten 45 Minuten das Aluminium. „Es gibt so Tage, da funktioniert halt einfach nichts“, so Tim Walter, „dann steht der Pfosten im Weg, der eigene Spieler oder ein gegnerischer Verteidiger klärt auf der Linie. Das ist einfach so und das wird es immer wieder geben.“

Dass sich seine Mannschaft gegen einen tiefstehenden Gegner so viele klare Torchancen erarbeitete, wertete Walter dennoch als „ein Indiz dafür, dass wir vieles richtig machen.“ Eigentlich wollten sich die Stuttgarter ihren Gegner in der ersten Halbzeit zurecht legen, um dann im zweiten Durchgang zuzuschlagen. Doch die komplett verpennte Anfangsphase durchkreuzte die Pläne von Tim Walter. 

Härte als probates Mittel gegen die Stuttgarter

Auch die harte Gangart des SVWW setzte den Stuttgartern zu. Ist Härte also ein probates Mittel gegen den VfB? Schon die SpVgg Greuther Fürth agierte vor zwei Wochen in vielen Szenen am Rande der Legalität, manchmal auch darüber hinaus. „Wenn ich niemanden mehr beschütze und alles zulasse, dann ist es schon auch schwer für uns“, sagte Walter, „das soll gar keine Ausrede sein. Aber das war nicht das erste Mal. Es ist anscheinend ein probates Mittel, auf fußballerische Klasse überhart zu reagieren.“ 

Besonders heftig erwischte es Linksverteidiger Borna Soa, der nach einem schweren Zusammenstoß mit Chato reglos am Boden liegen blieb und noch am Abend mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht wurde. „Wenn man die Szene im Fernsehen nochmal sieht, bin ich froh, dass er nur eine Gehirnerschütterung hat“, so Walter. „Für mich ein zu hartes Einsteigen. Das hat mit Körpereinsatz nichts zu tun.“ Ohne Fremdeinwirkung verletzte sich Spielmacher Daniel Didavi. Der Mittelfeldspieler zog sich in der Anfangsphase einen Muskelbündelriss in der Wade zu und wird sechs bis acht Wochen ausfallen.

Die erste Pleite der laufenden Saison nehmen die Schwaben jetzt mit in die Länderspielpause. Trainer Tim Walter ist sich sicher, dass seine Mannschaft aus dem 1:2 gegen den Aufsteiger die richtigen Schlüsse ziehen wird: „Es ist absolut okay, wenn man mal Fehler macht. Aber man muss wieder aufstehen. Nur dann zeigt sich Größe und das haben die Jungs. Ich weiß, dass es ein Schuss vor den Bug war und wir daraus gelernt haben.“


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