VfB Stuttgart

Wie die Schwaben mit dem erneuten VAR-Wirrwarr umgehen

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Mario Gomez und der VAR werden wohl keine Freunde mehr. © ZVW/Danny Galm
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Was passiert eigentlich im berüchtigten Kölner Keller, wenn eine strittige Szene überprüft wird? © ZVW/Danny Galm

Stuttgart.
Bei so viel Verwirrung um den Videobeweis hilft den Betroffenen wohl nur noch Sarkasmus. Und so fragte Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger nach dem Heimsieg seines VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg via Twitter: „Haben wir das Spiel wirklich 3:1 gewonnen oder kommt gleich noch der nächste #VAR?“ Innerhalb von acht Tagen waren den Schwaben in den Spielen gegen Sandhausen (1:2) und Nürnberg (3:1) fünf Tore auch durch den Video Assistant Referee (VAR) aberkannt worden. „Das mit dem Videobeweis ist eine Katastrophe“, schimpfte Mittelfeldspieler Philipp Förster nach dem Sieg gegen den FCN. Auch Sportdirektor Sven Mislintat ist mit der aktuellen Umsetzung der Videotechnik alles andere als zufrieden: „Der Ablauf des Spiels wird dadurch komplett verändert.“

„Mit den aberkannten Treffern war es wie ein Déjà-vu“

Der Haupt-Leidtragende des VAR-Wirrwarrs war Stürmer Mario Gomez. In Sandhausen waren dem Routinier gleich drei Treffer zurückgepfiffen worden. Dreimal stand er hauchzart im Abseits. Und am Montagabend gegen den Club ging es quasi direkt so weiter. Einen anspruchsvollen Flug-Kopfball versenkte Gomez in der ersten Halbzeit artistisch im Nürnberger Kasten – doch jubeln durfte der 34-Jährige nicht. Abseits. Hauchdünn. „Mit den aberkannten Treffern war es wie ein Déjà-vu“, sagte sein Trainer Tim Walter auf der anschließenden Pressekonferenz.

Aus Mario wird „VARio“ Gomez

Von Gomez selbst, der die Videotechnik in der Vorwoche mit scharfen Worten kritisiert hatte („Für uns Stürmer ist es eine Katastrophe“), gab es im Nachgang an das Nürnberg-Spiel kein Statement. Das Stuttgarter Stadion verließ der ehemalige Nationalstürmer durch einen Nebeneingang und getarnt mit einer grauen Mütze. Zuvor hatte er auf dem Platz Taten sprechen lassen. Den Treffer zum 2:1 erzielte er selbst (58.) und das vorentscheidende Tor von Philipp Förster (72.) bereitete er mit einer klugen Ablage vor. Im Nachgang an das gewonnen Heimspiel wurde Gomez von der Social-Media-Abteilung der Stuttgarter als „VARio Gomez“ gefeiert. Das erste Tor seit Ende Juli war für den Stürmer in jedem Fall eine Erlösung. Vor allem in Anbetracht der kuriosen VAR-Vorgeschichte.