VfB Stuttgart

Wie Hecking den HSV an die Spitze geführt hat

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Dieter Hecking
Dieter Hecking ist der neue Trainer des Hamburger SV. Foto: Marius Becker © dpa
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HSV-Sportvorstand
Jonas Boldt ist neuer Sportvorstand beim Hamburger SV. Foto: Axel Heimken © Axel Heimken
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Auswärtssieg
Jubelte über das 4:0 in Nürnberg, warnte aber auch: HSV-Trainer Dieter Hecking (r). Foto: Daniel Karmann © Daniel Karmann
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Frust
HSV-Profi Adrian Fein ärgert sich nach einer vergebenen Torchance. Foto: Matthias Balk © Matthias Balk
Hamburg/Stuttgart.

Nachdem der VfB Stuttgart in den letzten beiden Heimspielen seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden konnte und gegen die Kellerkinder Wiesbaden (1:2) und Holstein Kiel (0:1) verloren hat, wird es rund um den Traditionsclub schon etwas unruhig. Tim Walter und seine Mannschaft wären viel lieber mit Rückenwind zum Spitzenspiel nach Hamburg gefahren. Nach dem Liga-Duell am Samstagmittag (13.00 Uhr / ZVW-Liveticker) treffen beide Teams am kommenden Dienstag im Pokal erneut aufeinander.

So verlief der Saisonstart des HSV

Nach einem Viertel der Saison kristallisieren sich drei Teams heraus, die ein gehöriges Wörtchen um den Aufstieg in die erste Liga mitreden werden: der VfB, Arminia Bielefeld und eben der Hamburger SV, der momentan an der Tabellenspitze steht – mit einem Zähler Vorsprung auf die Schwaben (21 Punkte). In der vergangenen Saison, als man zum Aufsteigen verdammt war, wurden die Nordlichter den hohen Erwartungen am Ende nicht gerecht. Damit diese Saison die vorerst letzte im Unterhaus des deutschen Fußballs bleibt, wurden die handelnden Personen konsequent ausgetauscht und damit frischer Wind in die Abläufe gebracht. Der erfahrene Dieter Hecking übernahm den Trainerposten von Ex-VfB-Coach Hannes Wolf, dazu heuerte der in der Branche hochgeschätzte Manager Jonas Boldt (kam aus Leverkusen) in der Hansestadt an.

Die von ihm zusammengestellte Mannschaft zeigt sich vor dem gegnerischen Tor eiskalt und weißt eine Effizienz im Abschluss auf, von der die VfB-Profis in den letzten Spielen nur träumen konnten. Dazu lässt die Innenverteidigung um Abwehrchef Rick van Drongelen (der für das VfB-Spiel auszufallen droht) kaum gegnerische Chancen zu. Mit dem Ergebnis, dass die "Rothosen" nicht nur die beste Offensive (22 Treffer), sondern auch die beste Defensive (acht Gegentore) der Liga stellen.

Dieter Hecking – ein Trainer mit reichlich Erfahrung

Im Sommer wurde die Trainer-Frage sehr rasch und mit einem altbekannten Gesicht im deutschen Fußball beantwortet: Dieter Hecking, der sich bislang als genau die richtige Besetzung für einen solch wichtigen und sensiblen Posten erweist. Mit seiner Ruhe und Ausstrahlung führte er den HSV an die Tabellenspitze und weiß durch seine natürliche Autorität, dass ihm die Mannschaft bedingungslos folgt.

In der vergangenen Saison war der 55-Jährige noch für den momentanen Tabellenführer der ersten Liga, Borussia Mönchengladbach, tätig und erreichte mit den „Fohlen“ Rang fünf, was die Europa League bedeutete. Nachdem sich am Niederrhein herausstellte, dass der Salzburger Marco Rose neuer Chefcoach der Borussia werden soll, schlugen die Hamburger zu und lotsten Hecking an die Elbe. DFB-Pokalsieger, Vize-Meister, Deutschlands Trainer des Jahres – die Vita von Dieter Hecking ist lang und enthält zahlreiche Erfolge. Seit nunmehr 20 Jahren ist der „gewiefte Taktiker“ (O-Ton Tim Walter) im Trainergeschäft tätig, sodass es nicht mehr viel gibt, was den fünffachen Familienvater aus der Ruhe bringt. Egal bei welcher seiner zahlreichen Stationen (u.a. noch Hannover, Nürnberg, Wolfsburg), ob im Abstiegs- oder im Titelkampf, seine Teams erreichten meist die gesteckten Ziele und wussten dabei zu überzeugen.

Das Gesicht des HSV wurde grundlegend verändert

Nicht nur auf den Führungspositionen, sondern auch auf dem Rasen wurden in der Sommerpause grundlegende Änderungen vollzogen: Von Altlasten wie Lewis Holtby oder Pierre-Michel-Lasogga, die horrende Summen verdienten, haben sich die Verantwortlichen getrennt – ein konsequenter Schritt. Bei der Zusammenstellung des Kaders wurden vermehrt Spieler verpflichtet, welche die zweite Liga aus dem Effeff kennen, darunter Torjäger Lukas Hinterseer (aus Bochum), Torhüter Daniel Heuer Fernandes (Darmstadt) und Linksverteidiger Tim Leibold (Nürnberg), der in der VfB-Jugend spielte und  besonders motiviert in die beiden anstehenden Duelle gehen dürfte.

Zwei weitere Neue stechen besonders heraus und stellen bereits nach kurzer Zeit Fixpunkte im Team dar: Mittelfeld-Stratege Adrian Fein (vom FC Bayern ausgeliehen) zieht die Fäden im Mittelfeld des HSV und gilt schon jetzt als unverzichtbar für deren Spiel. Auch Sonny Kittel, der im Frühjahr mit dem FC Ingolstadt in die dritte Liga abgestiegen und kurz darauf in den hohen Norden gewechselt war, weiß bisher auf ganzer Linie zu überzeugen. Anfangs waren die Hamburger Fans noch skeptisch angesichts der wenig prominenten Namen. Mittlerweile ist diese Skepsis der Hoffnung auf eine bessere Zukunft gewichen, da die Neuzugänge alles in allem eingeschlagen haben.

VfB-Coach Walter freut sich auf die Duelle mit dem HSV

Auch wenn die letzten beiden Liga-Spiele (und damit auch die Tabellenführung) verloren gingen, fährt der Stuttgarter Coach mit großer Vorfreude nach Hamburg. Die beiden Urgesteine des deutschen Profifußballs treffen erstmals in der zweiten Liga aufeinander. Für Tim Walter kein Wunder, denn für ihn fühlt sich dieses Duell wie ein „Erstligaspiel“ an. Vor seinem Trainer-Kollegen auf Hamburger Seite hat Walter größten Respekt: „Er weiß, welche Kniffe es gibt und wird seiner Mannschaft einen klaren Plan mit auf den Weg geben.“ In Reihen der Schwaben erwartet man vom HSV eine aktivere Spielweise, als sie die meisten Gegner der Stuttgarter bisher an den Tag gelegt haben. Dennoch soll das eigene Spiel nicht zu eindimensional werden: „Wir haben verschiedene Möglichkeiten, wie wir auf den Gegner reagieren können“, verspricht Walter der zuletzt etwas besorgten VfB-Anhängerschaft, die zahlreich die Reise in die Hansestadt antreten wird.


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