VfB Stuttgart

„Wir haben nichts mehr zu verlieren gehabt“: Wie der VfB das Spiel gegen den HSV gedreht hat

Fußball  2. Bundesliga  VfB Stuttgart vs. Hamburger SV
VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo brüllt seine Freude über den Sieg im Spitzenspiel gegen den HSV hinaus. © Pressefoto Baumann

Dank eines famosen Comebacks geht der VfB Stuttgart mit der besseren Ausgangsposition als der Hamburger SV in den Saison-Endspurt der 2. Fußball-Bundesliga. Mit dem 3:2 (0:2) gegen den Aufstiegsrivalen nach einem 0:2-Pausenrückstand betrieben die Schwaben am Donnerstagabend Wiedergutmachung für den verkorksten Neustart nach der Corona-Unterbrechung. Gonzalo Castro sorgte in der Nachspielzeit für einen kollektiven Jubel und für Enttäuschung bei den Hanseaten nach deren starken ersten Halbzeit. „Es war sehr, sehr schön. Es war sehr aufregend, weil es immer noch hätte gegen uns laufen können“, sagte der Ex-Nationalspieler im TV Sender Sky.

Stenzel: „So ein Spiel haben wir gebraucht“

Nach den ersten beiden Niederlagen in Wiesbaden und in Kiel und der katastrophalen ersten Halbzeit gegen den HSV sei es „sehr wichtig gewesen für den Kopf.“ Teamkollege Pascal Stenzel sprach von einer „Achterbahnfahrt“: „So ein Spiel haben wir gebraucht.“

Doch wie konnten die Schwaben die Partie nach der katastrophalen ersten Halbzeit noch drehen? Trainer Pellegrino Matarazzo erklärte den Last-Minute-Dreier vor allem mit einer taktischen Umstellung zur Halbzeitpause. Für den zweiten Durchgang beorderte er den flinken Nicolas Gonzalez auf die linke Außenbahn, von wo aus der junge Argentinier in der 94. Minute auch die Vorarbeit für den Stuttgarter Siegtreffer lieferte. „Wir haben nichts mehr zu verlieren gehabt, wollten noch mal alles geben, einen Versuch starten, das Spiel noch zu gewinnen. Das ist uns gelungen.“

Hecking verärgert: „Das dritte Tor darf nicht passieren“

Und während die Stuttgarter Profis ausgelassen den Sieg bejubelten, standen die Hamburger konsterniert auf dem Rasen in der fast leeren Stuttgarter Arena. „Das ist ein extrem bitterer Abend“, gestand HSV-Trainer Dieter Hecking. „Das dritte Tor darf nicht passieren. Am Ende musst du cleverer sein, einen Punkt mitnehmen und nicht noch mal in einen Konter rennen.“ Jetzt seien alle gefordert. „Wir müssen als Mannschaft die Antwort geben.“ In der Tabelle zogen die Stuttgarter damit am Aufstiegsrivalen vorbei zurück auf Platz zwei hinter Arminia Bielefeld. Mit zwei Punkten mehr verschaffte sich die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo den ersehnten Vorteil und hat es nun anders als der HSV an den letzten sechs Spieltagen selbst in der Hand, das Saisonziel zu erreichen.

Kalajdzic gibt VfB-Debüt gegen den Hamburger SV

Der österreichische Stürmer Sasa Kalajdzic hat beim 3:2 (0:2) gegen den Hamburger SV sein Debüt für den VfB Stuttgart gegeben. Der 22-Jährige wurde am Donnerstagabend in der 78. Minute für Hamadi Al Ghaddioui eingewechselt. Kalajdzic war im vergangenen Sommer zum VfB gekommen und hatte monatelang wegen eines Kreuzbandrisses gefehlt.