VfB Stuttgart

Wirbel um Social-Media-Posts: Sportdirektor Sven Mislintat verteidigt Daniel Didavi

Daniel Didavi
Stuttgarts Spielmacher Daniel Didavi. © ZVW/Benjamin Büttner

Daniel Didavi hat in der Corona-Krise mit mehreren Social-Media-Posts für Wirbel gesorgt: Der Spielmacher des VfB Stuttgart, dem auf Instagram fast 20.000 Abonnenten folgen, veröffentlichte Anfang der Woche zwei Posts, die in der VfB-Gemeinde im Netzt nicht gut ankamen. Vor allem auf Twitter gab es einen Sturm der Entrüstung. Zwischenzeitlich trendete sogar der Hashtag #Didavi. 

Der Vorwurf: Didavi sympathisiert mit rechten Verschwörungstheoretikern und verharmlost die Folgen der Corona-Pandemie. Ein Twitter-User machte daraufhin einen Screenshot einer privaten Nachricht öffentlich, die er zuvor vom 30-jährigen Profi erhalten hatte. Didavis Antwort schlug daraufhin noch größere Wellen - auch der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert meldete sich zu Wort.

„Daniel ist ganz bestimmt nicht rechten Tendenzen zuzuordnen“, verteidigt Sportdirektor Sven Mislintat seinen Spielmacher. „Es wäre absolut lächerlich das anzunehmen, nur weil eine Aussage von ihm vielleicht anders interpretiert wurde oder er sich unglücklich ausgedrückt hat.“ Zur Art und Weise der Diskussion im Netz hat Mislintat ebenfalls eine klare Meinung: „Es wird überhaupt nicht differenziert, was Daniel wirklich geschrieben hat.“ Der Stuttgarter Sportchef sieht die Verfehlung nicht auf Seiten seines Spielers: „Was ich äußerst scharf verurteile, ist, dass das eine private Nachricht war, an jemanden, der diese öffentlich gemacht hat, ohne Daniel darüber zu informieren.“

Didavi pocht auf Meinungsfreiheit

Via Instagram veröffentlichte der gebürtige Nürtinger eine Stellungnahme. Darin sagte er unter anderem: „Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Es gibt auch Grau. Und in diesem Bereich sollte man auch sachlich diskutieren dürfen.“ Weiter beruft sich Didavi auf das Recht auf Meinungsfreiheit: "Dass man direkt, wenn man was sagt oder eine Meinung hat, in eine eklige Ecke gedrängt wird, das ist falsch." Er habe nichts von "Verschwörungstheoretikern" publiziert, sondern er habe lediglich seine Meinung geäußert. "Jeder, der mich ein wenig verfolgt, der weiß, dass man über mich nichts Dümmeres sagen kann als dass ich Verbindungen zur rechten Szene haben könnte." Dem umstrittenen ehemaligen RBB-Journalisten Ken Jebsen ("KenFM") ist er inzwischen entfolgt.