Konjunktur

Bundesbank: Inflationserwartungen legen weiter zu

Inflation
Die Verbraucherpreise sind extrem gestiegen. © Jonas Walzberg

Frankfurt/Main (dpa) - Die Inflationserwartungen privater Haushalte sind in Deutschland weiter gestiegen. Wie aus Daten der Bundesbank vom Freitag hervorgeht, stieg die erwartete Inflation für die nächsten zwölf Monate von 4,7 Prozent im Februar auf 5,8 Prozent im März.

Das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Die im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre erwartete Inflationsrate stieg moderater von 4,5 auf 4,8 Prozent.

Lohn-Preis-Spirale

Der Anteil der Befragten, die in den kommenden zwölf Monaten mit einem deutlichen Anstieg der Teuerung rechnen, stieg laut Bundesbank sprunghaft von 41 auf 61 Prozent. Die feste Verankerung der Inflationserwartungen gilt als wichtiges Ziel moderner Geldpolitik, die vor allem über die Steuerung von Erwartungen funktioniert. Lösen sich die Teuerungserwartungen aus ihrer Verankerung, drohen hohe Lohnforderungen, die wiederum Unternehmen zu Preiserhöhungen veranlassen können. Ökonomen sprechen von einer Lohn-Preis-Spirale.

Energie und Rohstoffe entscheidend

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Teuerung von zwei Prozent an. Im März betrug die faktische Inflation dagegen 7,5 Prozent. Ausschlaggebend sind vor allem hohe Preissteigerungen von Energie und Rohstoffen sowie von vielen Vorprodukten. Dies sind Folgen der Corona-Pandemie, die durch den Ukraine-Krieg verstärkt werden. Die EZB hat ihre konjunkturbelebenden Wertpapierkäufe verringert, Zinsanhebungen hat sie aber noch nicht vorgenommen.