Börse in Frankfurt

Dax gibt weiter nach - Schwache Konjunkturdaten

Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa © Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat seine jüngsten Verluste etwas ausgeweitet. Der deutsche Leitindex schloss 0,51 Prozent tiefer bei 12.764,80 Punkten, nachdem Konjunkturdaten aus der Eurozone enttäuscht hatten.

Zudem könnte zum Wochenschluss auch der Verfall von Optionen auf Aktien und Indizes zu den Schwankungen beigetragen haben. Unmittelbar vor dem Auslaufen der Kontrakte versuchen die Marktteilnehmer oft, die Kurse in die für sie günstige Richtung zu lenken.

Auf Wochensicht ergibt sich für den Dax ein Minus von 1,06 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte legte am Freitag um 0,22 Prozent auf 27.266,79 Punkte zu.

Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im August deutlich gefallen. Beobachter hatten hingegen eine leichte Verbesserung der Unternehmensstimmung erwartet. Die im Mai einsetzende Erholungsphase ist damit zunächst unterbrochen.

Besonders deutlich trübte sich der Indikator für den Dienstleistungssektor ein. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auch in Europa wieder gestiegen. In Frankreich war der Rückgang stärker als in Deutschland.

An der Dax-Spitze stiegen derweil die Aktien von Covestro um 1,9 Prozent auf 39,86 Euro. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel kräftig von 28 auf 41 Euro angehoben. Mit einem Plus von rund 1 Prozent waren die Anteilscheine des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard an ihrem letzten Handelstag im Dax der zweitbeste Wert.

Im MDax stiegen die Aktien der Lufthansa um gut zwei Prozent. Die Fluggesellschaft kommt bei den Ticketerstattungen voran.

Im Kleinwerteindex SDax hingegen sackten die Papiere von Dermapharm als Schlusslicht um 6,8 Prozent ab. Die Halbjahreszahlen des Arzneiunternehmens waren schwächer als erwartet ausgefallen und auch die Jahresziele nicht so deutlich wie erwartet angehoben worden.

Der EuroStoxx schloss 0,43 Prozent tiefer bei 3259,75 Punkten. Der französische Cac 40 und der britische FTSE 100 gaben jeweils etwas weniger deutlich nach. Der New Yorker Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss moderat im Plus.

Der Euro geriet angesichts der schwachen Konjunkturdaten deutlich unter Druck. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1769 (Donnerstag: 1,1850) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8497 (0,8439) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,49 auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 145,68 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,10 Prozent auf 177,15 Punkte zu.

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