Hauptstadtflughafen

Erste Landung auf Südbahn: BER nun vollständig in Betrieb

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Erste Landung auf neuer BER-Piste
Ein Airbus A350 aus Doha setzt auf der Südbahn des BER auf. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © Patrick Pleul
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BER-Startbahn
Arbeiter entfernen die Sperrkreuze auf der Südbahn. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © Soeren Stache

Berlin/Schönefeld (dpa) - Der Hauptstadtflughafen BER hat vollständig den Betrieb aufgenommen: Erstmals ist eine reguläre Linienmaschine auf der neu gebauten Südbahn gelandet. Es handelte sich um einen Langstreckenflug der Fluggesellschaft Qatar Airways aus der katarischen Hauptstadt Doha.

Damit ist der Willy-Brandt-Flughafen auch genehmigungsrechtlich offiziell in Betrieb gegangen. Die Flughafenfeuerwehr begrüßte das Flugzeug mit einer Wasserfontäne. Bereits am Wochenende waren das BER-Hauptterminal T1 mit neun Jahren Verspätung eröffnet und die ersten Passagiere dort abgefertigt worden.

Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup nutzte den Anlass, um sich erneut für mehr Langstreckenflüge am BER auszusprechen. «Wir haben endlich einen Airport nach internationalen Standards», sagte er am Mittwoch nach der Landung. Neben den existierenden Langstreckenverbindungen unter anderem in die USA, nach Singapur, China und Iran verspreche er sich weitere Optionen. «Das ist auf der einen Seite eine Aufgabe, die der Flughafen wahrnehmen muss.» Gleichzeitig brauche es aber auch Unterstützung seitens der Politik. «Der Flughafen wird eine wichtige Basis bieten für die Zeit nach der Pandemie», sagte Lütke Daldrup.

Der Chef der Lufthansa-Gruppe, Carsten Spohr, hatte sich am Wochenende allerdings mit Blick auf Langstrecken skeptisch geäußert, ob der neue Flughafen für den eigenen Konzern dabei eine größere Rolle spielen werde. «Es gibt historische Gründe, warum in Deutschland der Langstreckenverkehr nicht von den beiden größten Städten aus stattfindet, sondern von den beiden Drehkreuzen München und Frankfurt», sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr am Samstag. «Und ich glaube, daran wird auch der BER in der Tat nichts ändern.»

Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Flughafens zogen zur Mitte der Woche weitere Luftfahrtgesellschaften vom bisherigen Standort Tegel zum BER um. Bereits am Dienstag wechselte die Eurowings als einer der größeren Anbieter den Standort. Weitere Umzüge vor allem der Lufthansa-Gruppe sind für den letzten Betriebstag des Flughafens Tegel am Samstag geplant.

Damit rückt die Schließung des alten Standorts im Norden Berlins näher. Ein letzter Sonderflug von Tegel ist für Sonntag geplant - eine Air-France-Maschine zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Am zuletzt für jährlich rund zehn Millionen Fluggäste ausgelegten Flughafen Tegel waren im vergangenen Jahr laut Lütke Daldrup mehr als 24 Millionen Passagiere abgefertigt worden. In der Corona-Krise waren die Zahlen wie an allen Flughäfen aber massiv eingebrochen. «Wir haben sicherlich alle ein bisschen Wehmut, viele Emotionen mit diesem Flughafen verbunden. Er hat eine lange Geschichte und hat immer performt», sagte Lütke Daldrup.

Tegel wird nach der Schließung ein halbes Jahr lang betriebsbereit bleiben. Erst am 4. Mai 2021 soll er dann endgültig vom Netz gehen und die Flughafenlizenz verlieren.

Die Flüge am BER wurden bislang ausschließlich über die Nordbahn abgewickelt, die bereits zum alten Flughafen Schönefeld gehörte. Die neu gebaute zweite Start- und Landebahn südlich des Hauptgebäudes blieb bis Mittwoch gesperrt. Am frühen Mittwochmorgen entfernten Mitarbeiter die entsprechenden Markierungen für die Piloten in der Luft. Schönefeld dient dem BER inzwischen als Terminal 5.

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