Börse in Frankfurt

Konjunkturdaten bremsen Dax-Rekordlauf

Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa © Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main (dpa) - Enttäuschende Konjunkturdaten aus Asien und den USA haben am Montag etwas auf die Stimmung der Anleger am deutschen Aktienmarkt gedrückt.

Die jüngste Rekordfahrt des Dax wurde beendet. Der deutsche Leitindex schloss 0,32 Prozent tiefer auf 15.925,73 Punkten, nachdem er am Freitag die Marke von 16.000 Punkten geknackt hatte. Allerdings seien die Umsätze im Dax eher gering gewesen, sagte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect.

Der MDax verlor zu Wochenbeginn 0,54 Prozent auf 35.722,83 Punkte und auch europaweit und in den USA wurden Verluste verbucht. Auslöser der allgemeinen leichten Börsenschwäche war Marktteilnehmern zufolge, dass sich in China der Einzelhandel und die Industrie im Juli schwächer als erwartet entwickelt hatten. In den USA trübte sich im August die Stimmung in den Industrieunternehmen im Bundesstaat New York überraschend stark ein.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,64 Prozent auf 4202,44 Zähler. Auch der Pariser Cac 40 und der britische FTSE 100 schwächelten. In den USA gab der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,2 Prozent nach. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen verloren deutlicher.

Gefragt waren an diesem Tag eher defensive Werte wie weniger von der Konjunktur abhängige Versorgerwerte, Aktien aus der Pharma- und Gesundheitsbranche oder dem Immobiliensektor. So gewannen Eon als Spitzenwert im Dax 1,4 Prozent und RWE zogen um 0,8 Prozent an. Merck KGaA gewannen 1,2 Prozent, Fresenius 0,7 Prozent und Vonovia 0,6 Prozent. Am Dax-Ende gaben konjunkturabhängige Werte, nach: Allen voran zeigten sich die Autobauer schwach mit Verlusten zwischen 1,8 und 2,3 Prozent.

Im MDax setzten die Anteilscheinen von Varta ihre jüngste Talfahrt fort: Die Papiere sackten um fast acht Prozent ab und waren klares Schlusslicht, nachdem der Batteriekonzern Ende der vergangenen Woche einen enttäuschenden Halbjahresbericht präsentiert hatte.

Die Anteilscheine von Lufthansa verloren 3,6 Prozent. Der Bund trennt sich überraschend von Unternehmensanteilen, die in der Corona-Krise zur Stützung des Konzerns erworben worden waren. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds will in den kommenden Wochen seinen Aktienanteil reduzieren.

Die Aktien von Hella gaben um 3,4 Prozent nach und entfernten sich so etwas weiter von ihrem Anfang August im Zuge der jüngsten Übernahmespekulationen erreichten Rekordhoch. Der Autozulieferer soll vom Konkurrenten Faurecia geschluckt werden.

An der SDax-Spitze legten die Aktien von Borussia Dortmund um 4,0 Prozent zu. Unter dem neuen Trainer Marco Rose gelang dem Fußballverein am Samstag ein spektakulärer Bundesliga-Auftaktsieg gegen Eintracht Frankfurt.

Der Euro stieg und wurde am frühen Abend mit 1,1776 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1772 (Freitag: 1,1765) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8495 (0,8500) Euro. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,51 Prozent am Freitag auf minus 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 146,24 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,04 Prozent auf 176,73 Punkte nach.

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