Umfrage

Kunden kehren in Läden zurück - Studie nennt Gründe

Einkaufsbummel
Passanten in einer Einkaufsstraße in Dresden. Allmählich kehren die Kunden in die Läden zurück. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa © Sebastian Kahnert

Köln/Berlin (dpa) - Anfassen, Riechen, Anprobieren: Trotz Online-Booms gibt es mit Abflauen der Corona-Pandemie für viele Kunden gute Gründe für das Einkaufen im Laden. Das zeigt eine internationale Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov, die am Montag in Köln veröffentlicht wurde.

Demnach gaben 62 Prozent aller Befragten an, dass die tatsächliche Begutachtung von Produkten ein wichtiger Grund für den Einkauf in einem Laden sei. In Deutschland sagten dies 63 Prozent.

Tatsächlich kehren Verbraucher in die Läden zurück. «Die Kundenzahl und die Umsätze sind durch die Öffnungen der letzten Wochen deutlich gestiegen», heißt es beim Handelsverband Deutschland. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth betont aber, dass die Zahlen vielerorts noch immer noch unter Vor-Krisen-Niveau liegen.

Nach den jüngsten Daten aus der vorletzten Woche bremsen Test- und Terminpflicht das Geschäft deutlich. Nur gut halb so viele Kunden wie üblich finden den Weg in die Läden. Bildet dagegen eine Obergrenze für die Zahl der Menschen im Geschäft die einzige Zugangsbeschränkung, liegt die Kundenzahl demnach schon bei gut 80 Prozent, der Umsatz sogar noch etwas höher.

Regelmäßige Umfragen des Branchenverbands zeigen, dass sich die Verbraucherstimmung aufhellt. Das Geld sitzt demnach aber noch nicht wieder so locker wie vor Corona. «Für viele Einzelhändler geht es spürbar aufwärts, wirtschaftlich machen viele im Vergleich zu Vor-Krisen-Zeiten aber nach wie vor Umsatzminus.» Deshalb hoffe der Handel, dass sich die Lage weiter stabilisiere, damit die Kundschaft wieder in gewohnter Zahl den Weg in die Geschäfte findet.

Der Einzelhandel hatte im Corona-Krisenjahr 2020 seinen Umsatz zwar so stark steigern können wie lange nicht, es boomte aber vor allem der Online-Handel. Auch Lebensmittelhändler sowie Möbel- und Heimwerkermärkte machten gute Geschäfte. Der Textilhandel stürzte dagegen tief in die Krise.

Yougov hatte mehr als 19.000 Personen in 17 Ländern Europas, Asiens und Amerikas im Januar und Februar dieses Jahres befragt. Tempo ist demnach für die Kunden in Deutschland kein schlagendes Argument für den Gang in die Läden. Nannten 45 Prozent der weltweit Befragten das schnellere Abwickeln eines Kaufs im stationären Einzelhandel als Vorteil, waren es in Deutschland mit 26 Prozent die wenigsten. Nur etwa jeder dritte Kunde sieht im Erlebnis eines persönlichen Besuchs einen Grund, die Räume eines Geschäfts zu betreten.

Die Corona-Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Wie in vielen Bereichen gilt beim Einkaufen aber weiter eine Maskenpflicht. In der Debatte um eine Abschaffung zeigte sich der Handel am Montag skeptisch. «Wir müssen jetzt alles vermeiden, was die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie gefährdet und möglicherweise in einen nächsten Lockdown führt», teilte der Handelsverband mit. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte, Kunden und Händler hätten sich an die Maskenpflicht gewöhnt. «Sie sollte erst abgeschafft werden, wenn die Experten aus Medizin und Politik das für verantwortbar halten.»

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