Verkehrssicherheit

MAN ersetzt Rückspiegel am Lkw durch Kamera

Digitales Spiegelersatzsystem für LKW
Ein Radfahrer ist bei einem Pressetermin zur Vorführung vom digitalen Spiegelersatzsystem «MAN OptiView» im digitalen Außenspiegel eines Lastwagen zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa © Matthias Balk

München (dpa) - Der Lastwagenbauer MAN will die Zahl der Abbiegeunfälle mit einem neuen digitalen Totwinkel-Assistenten verringern, der die herkömmlichen Spiegel durch Kameras und Displays ersetzt.

Die Rundumsicht «schützt so insbesondere Radfahrer in der Stadt oder zum Beispiel Fußgänger auf einem Rastplatz», teilte MAN am Mittwoch zum Beginn einer europaweiten Werbekampagne auf Autobahnraststätten mit.

Laut Bundesverkehrsministerium verunglückten im vergangenen Jahr 426 Radfahrer tödlich. Täglich würden Fußgänger und Radfahrer von abbiegenden Lkws und Bussen gefährdet, «viele dieser Unfälle könnten durch Abbiegeassistenten vermieden werden». Die EU verbietet aber nationale Alleingänge und schreibt Totwinkel-Assistenten erst ab Juli 2024 für Neufahrzeuge vor. Das Verkehrsministerium fördert die freiwillige Ausstattung heute schon mit bis zu 1500 Euro.

Daimler bietet seinen Lkw-Käufern schon seit 2016 Abbiegeassistenten an, seit Juni 2021 als erster Hersteller auch in einer Ausführung, die den Fahrer nicht nur warnt, sondern automatisch bremst. Die Nachfrage nach Abbiegeassistenten sei in den meisten europäischen Märkten positiv. Die größte Nachfrage gab es vergangenes Jahr «in Deutschland und in der Schweiz, wo bereits rund 85 Prozent der Actros-Modelle, für die das System verfügbar ist, mit dem Abbiege-Assistent bestellt wurden», teilte Daimler mit.

MAN-Kunden können den Spiegelersatz OptiView als Option für 2450 Euro kaufen. Die Werbekampagne startete am Mittwoch auf dem Rastplatz Schweitenkirchen an der A9 nördlich von München und soll bis 24. August auch nach Polen, Belgien, Frankreich, Spanien und Italien gehen.

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