Streit um Magenta

Pinkbus muss Farbkonzept ändern - Telekom rügte Missbrauch

Fernbusunternehmen Pinkbus muss Farbkonzept ändern
Nils Neumann, Art Direktor bei Pinkbus: Das Kölner Fernbusunternehmen muss seine Busse farblich umgestalten, weil ihr bisheriger Farbton zu sehr dem Magenta der Deutschen Telekom ähnelte. Foto: Guido Kirchner/dpa © Guido Kirchner

Köln (dpa) - Wenn es um ihre Firmenfarbe geht, verstehen große Unternehmen keinen Spaß. Das hat auch das Kölner Fernbusunternehmen Pinkbus zu spüren bekommen.

Der Newcomer muss seine Busse farblich umgestalten, weil ihr bisheriger Farbton zu sehr dem Magenta der Deutschen Telekom ähnelt. Am Mittwoch begann das Start-up damit, seinen Fahrzeugen ein neues Farbdesign zu verpassen. In Absprache mit der Telekom verwende man für die Busse und den Internetauftritt jetzt eine von Pink ins Lila verlaufende Farbschattierung, sagte Pinkbus-Mitgründer Tino Engelmann.

«Im Fall Pinkbus hat uns das Landgericht Düsseldorf bestätigt, dass eine Verletzung der Farbmarke Magenta vorliegt», sagte ein Telekom-Sprecher. Die Telekom werde über die Farbe Magenta deutlicher und schneller erkannt als etwa über ihr Logo «T». Wenn ein Busunternehmen die Farbe Magenta nutze, erzeuge das «die gleiche Wirkung, als wenn auf den Fahrzeugen "Telekom-Bus" stehen würde».

Farbstreitigkeiten zwischen Firmen beschäftigen immer wieder die Gerichte. Ende 2019 legten die Sparkassen und die Santander Consumer Bank ihren zehn Jahre dauernden Streit über die Farbe Rot bei. Beide verwenden in Logos und Erscheinungsbild einen nahezu identischen Rot-Ton, der Streit darum führte bis zum Bundesgerichtshof. Auch der Wunsch des Schweizer Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli, seinen Gold-Osterhasen als Farbmarke schützen zu lassen, beschäftigt seit Jahren Gerichte.

Im Fall Pinkbus hat die Telekom nach eigenen Angaben einen Vergleich mit dem Busunternehmen ausgehandelt. Man habe Pinkbus beraten, damit die neue Farbgebung «so einfach und kostengünstig wie möglich umgesetzt werden kann», sagte der Sprecher. Teuer wird es für das junge Unternehmen, das nach einer Corona-Zwangspause erst wieder auf einer Strecke fährt, dennoch. Mit einem sechsstelligen Betrag schlügen die Umrüstung auf das neue Farbkonzept und Anwaltskosten zu Buche, sagte Engelmann.

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