Wirtschaft

Weniger drin, gleicher Preis: Diese Mogelpackungen ärgern Verbraucher

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Über diese fünf Produkte können die Verbraucher noch bis Sonntag abstimmen. © Verbraucherzentrale Hamburg

Die Verpackung bleibt gleich groß, der Inhalt wird still und heimlich kleiner. Noch nie zuvor sind bei der Verbraucherzentrale Hamburg so viele Beschwerden über "Mogelpackungen" eingegangen wie im Jahr 2022. Allein von August bis Oktober hat es nach Angaben der Verbraucherschützer 700 Beschwerden gegeben. Bei welchem Produkt am fiesesten getrickst wird, darüber können Verbraucher noch bis Sonntag abstimmen. Wer sind die Kandidaten für die "Mogelpackung des Jahres 2022"?

Gleiches Design, weniger drin: Diese Produkte sind nominiert

Nominiert sind fünf Produkte, über die im vergangenen Jahr zahlreiche Beschwerden bei der Verbaucherzentrale eingegangen sind. Zur Wahl stehen

  • eine Margarine von "Rama", bei der der Inhalt von 500 auf 400 Gramm reduziert wurde. Die Packungsgröße blieb aber gleich, ebenso der Preis. Das Produkt ist damit um 25 Prozent teurer.
  • Käse von "Leerdammer", bei dem die Packung deutlich leerer geworden ist. 43 Prozent mehr müssen die Verbraucher für den Käse bezahlen.
  • Chips von "Pringles", bei denen die Inhaltsmenge bei gleichbleibender Packungsgröße reduziert und der Preis dafür angehoben wurde. Aufschlag: 25 Prozent.
  • Waschpulver von "Calgon", bei dem sich eine scheinbar höhere Anzahl an Waschladungen pro Packung als versteckte Preiserhöhung entpuppt. Der Nutzer bezahlt 42 Prozent mehr.
  • Gummibärchen von "Haribo". Die "Goldbären"-Tüte wird leerer, gleiches gilt für viele weitere Sorten. 14 Prozent teurer ist das Produkt für den Verbraucher.

Verbraucherzentrale fordert bessere Regelungen

„Die derzeitigen Gesetze geben Unternehmen viel Freiraum, um Verbraucherinnen und Verbraucher hinters Licht zu führen“, ärgert sich Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Er fordert, dass in Deutschland Füllmengenreduzierungen auch nur unter konkreten rechtlichen Vorgaben erlaubt sein sollten. Eine solche Regelung gibt es zum Beispiel in Brasilien, wo Hersteller mindestens sechs Monate lang gut sichtbar die neue und alte Inhaltsmenge des Produkts angeben müssen.

Abgestimmt werden über die Mogelpackung des Jahres kann auf der Webseite der Verbraucherzentrale noch bis Sonntag um 18 Uhr.