Beeindruckende Entdeckung

Archäologen finden nahe Kairo 59 altägyptische Sarkophage

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Archäologische Entdeckung
Mostafa Waziri (vorne,l) Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer, spricht neben Khaled Al-Anany (vorne, r), Minister für Altertümer bei Pressekonferenz zur Entdeckung von 59 ungeöffneten Särgen. Foto: Fadel Dawood/dpa © Fadel Dawood
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Archäologische Entdeckung in Ägypten
Während einer Pressekonferenz betrachten Arbeiter eine neu entdeckte pharaonische Statue. Weiterhin seien in Sakkara 59 Särge gefunden worden, die seit fast 2600 Jahren nicht geöffnet worden seien. Foto: Fadel Dawood/dpa © Fadel Dawood

Kairo (dpa) - Spektakulärer Fund in einer von Ägyptens bekanntesten Totenstädten: Archäologen haben in der bekannten Grabstätte Sakkara weitere gut erhaltene Sarkophage aus altägyptischer Zeit entdeckt.

Insgesamt seien 59 Särge gefunden worden, die seit fast 2600 Jahren nicht geöffnet worden seien, teilte der ägyptische Antikenminister Chalid al-Anani am Samstag vor Journalisten mit. Sie seien in sehr gutem Zustand und ihre Originalfarbe sei erhalten.

Er sei bei der Öffnung eines Sarges dabei gewesen, sagte Al-Anani weiter. Die Mumie habe ausgesehen, «als wäre sie erst gestern mumifiziert worden». Die hölzernen Sarkophage waren in Grabkammern gelagert. Sie gehörten zu Priestern und hohen Offiziellen aus der Spätzeit des Alten Ägyptens. Ersten Erkenntnissen zufolge lebten sie in der 26. Dynastie, die um das Jahr 330 vor Christus endete.

Sakkara liegt am Nil südlich von Kairo und diente in pharaonischer Zeit als Friedhof für die damalige Hauptstadt des Reiches, Memphis. Die bei Touristen beliebte Sehenswürdigkeit zählt heute zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Pyramiden von Sakkara gelten als ein «großes Meisterwerk architektonischen Designs», wie die Unesco schreibt. Dort liegt auch die berühmte, 5000 Jahre alte Stufenpyramide von Pharao Djoser.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Ägypten - in dem Land wurden bisher offiziell 103 000 Infektionen gemeldet - hielt die Archäologen offensichtlich nicht von ihrer Arbeit ab. «Ich bin beeindruckt, dass Covid-19 sie nicht daran hinderte, zu graben und mehr Mysterien und Geheimnisse über unsere großartige Zivilisation aufzudecken», sagte Al-Anani. Die Ausgrabungen am Fundort liefen seit zwei Monaten. Das ägyptische Antikenministerium hatte bereits im September den Fund von 27 gut erhaltenen Särgen aus derselben Periode in Sakkara verkündet.

Al-Anani zufolge gibt es dort weitere Särge, die auch geborgen werden sollen. Ausgestellt werden sollen die Fundstücke im neuen Großen Ägyptischen Museum (GEM), das nahe den Pyramiden von Giseh gebaut wird. Das GEM soll kommendes Jahr für Besucher öffnen und nach Angaben der Betreiber die dann größte archäologische Sammlung der Welt beherbergen.

© dpa-infocom, dpa:201004-99-819483/2